Thema: Gottes Gut

  1. #1
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    Gottes Gut

    Gottes Gut

    Gottes Wege sind unegründlich,
    so wurd es übertragen, mündlich,
    doch wieviel Wahrheit dahinter steckt?
    Ist Wahrheit nicht schon in uns versteckt?

    Ist es gut, weil es Gott befiehlt?
    Weil er damit ein gutes tun erzielt?
    Befiehlt Gott es, weil es gut ist?
    Das Gute nicht schon in Jedem ist?

    Gäbe es dann nicht ein Gottmotiv,
    sondern eher ein Gottkollektiv,
    viele Gute Dinge haben große Kraft,
    wenn man nur etwas zusammen schafft.

    Doch da ist das Problem der Menschheit,
    ihre eigene selbstgeschaffene Unsicherheit,
    hält sie zurück etwas als Kollektiv zu tun,
    so wird das Gute noch lange müssen ruhn.
    Braucht man Hilfe wenn man nur noch in Reimen denkt?

    Muss man das Müssen dürfen?
    Darf man das Dürfen müssen?


    Sich oft sehen und plaudern und gegenseitig besuchen, ist eine Freude; zusammen leben ist immer eine Gefahr.
    Theodor Fontane

  2. #2
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    Liebe Dichterseele.

    Ist alles gut, was im Namen Gottes getan wird? Zweifelsfrei nicht. Ich habe gestern erst einen Text über Gesinnungs- und Verantwortungsethik gelesen. Befreit es den Handelnden von seiner Verantwortung, wenn er etwas aus seiner Gesinnung heraus resultierend tut? Gleiche Antwort wie oben. Trotzdem fühlt sich der ein oder andere gläubige Mensch in seinem Handeln so durch Gott gelenkt, dass er meint, er wäre nicht in der Verantwortung, selbst zu entscheiden, ob dieses das Gute befördert oder nicht.

    Ein nachdenkliches Gedicht, dass auch zum Nachdenken anregt, was ich dir hoch anrechne.
    Der Reim in S1 V3/4 'steckt/versteckt' ist dafür eher verfehlt. Ich würde spontan vorschlagen 'Wird Wahrheit gar von uns verdeckt?', was den Sinn zwar radikal angreift, mir aber persönlich, 'gedankengangmäßig', ganz gut gefällt.

    Obgleich ich mit Religion nicht mehr viel am Hut habe, gefallen mir Gedichte dieser Art. Gern gelesen.


    Eine schönen restlichen Tag wünsche ich dir.


    '[...] Ich entschied mich daraufhin für ein Buch von Sebastian Sick im Sonderangebot über den korrekten Umgang mit dem Plusquamperfekt, das mir von einem Freund empfohlen gewesen worden war.'
    Achim Leufker

    Noch ohne erhellenden Kommentar:
    Hafen, Solitude and Burning Faces, Erste Schritte, In zwei

  3. #3
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    Liebe .Sehnsucht.,

    erstmal wollte ich loswerden das aufgrund der Klausurphase, in der ich mich noch befinde, das eine oder andere länger dauert als ich es mir wünsche. Das ist auch der Grund warum ich erst so spät auf deinen erfreulichen Kommentar eingehen kann.

    Ich kam darauf dieses Gedicht, mit dieser Thematik, zu schreiben aus zwei Hauptgründen.
    a) Ein Buch das ich lass, setzte sich mit derm Thema auseinander ob ein Mensch, der in einer Lebensgefärdenden Situation für das eigene Leben ist, eine amoralische Handlung begehen sollte um sein eigenes Leben zu erhalten. In dem Buch wurde keine klares Ja oder Nein befürwortet, was ich gut finde. So muss man selbst darüber nachdenken.
    b) In einem anderem Buch lass ich eine kurze Geschichte, in der ein Dichter mit Gott sprach. Der Inhalt, die Fazit, dieses Gespräches war die Aussage - wie du mir bestätigt hast, ein dankeschön dafür - die ich mit diesem Gedicht treffen wollte. Die Aussage das nicht alles was irgendwer sagt Gut ist aus dem Grund weil ER es sagt, sondern Gut ist wenn das Gesagte an und für sich allein etwas Gutes repräsentiert. (Was Gut ist oder nicht, dass ist ein ganz anderes Thema ...)

    Würde man mich fragen ob ich an eine Religion glaube, so müsste ich das im Kontext der "anerkannten" (katholisch, evangelisch, ...) Religionen ganz klar verneinen. Doch würde man mich fragen ob ich Glaube, dann wäre da von mir ein klares JA zu vernehmen. Ich glaube an Menschen die mir wichtig sind und Ratschläge geben können. Menschen von denen ich lernen kann oder die mir weiterhelfen bei einem Problem.

    Glauben an eine Religion, um der Religion willen, KANN und WILL ich nicht. Das wäre ja sowas wie blinder Gehorsam. Stattdessen sollte man lieber die eine Religion zum Anlass nehmen folgendes zu hinterfragen: Kann ich aus der Reiligion etwas für mich lernen? Das ist meine Einstellung zu vielen Dingen. Denn im Leben lässt sich aus allem irgendeine Lehre ziehen, ob dieselbige, auch das was man erdulden musste wert war, ist eine andere Sache.

    Werde ich sobald ich Zeit, mal über deinen Vorschlag nachdenken den Reim in S1 V3/V4 zu ändern. Es ist nur die Frage wann ich es tue, habe noch am 28.02 meine letzte Klausur, spätestens danach werde ich das überarbeiten. Dein Vorschlag ist meiner Meinung nach, definitiv die eine oder andere überlegung wert. Jedoch bevorzuge ich eigene Ideen in meinen Gedichten zu verwirklichen, was du mir sicher nicht übel nehmen wirst .

    Auch dein Kommentar habe ich gerne gelesen. Hast mir damit eine Freude bereitet!

    LG DichterSeele
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  4. #4
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    Lieber Thomas,
    dein Gedicht hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Es bestätigt irgendwie meinen Lebensstil. Ich glaube zwar an Gott, doch kann ich mich nicht eine richtige Christin nennen, denn es gibt bestimmt 2-3 Gebote, die ich nicht einhalte, wie zB das Fluchen
    Was mich am meisten mit Gott verbindet ist das Beten, doch glaube ich, egal was Gott sagt bzw angeblich sagt oder gesagt hat, das muss nicht immer das Richtige sein, ich denke, auch wenn ich an ihn glaube, dass jeder Mensch selbst entscheiden muss, ob er tut, was Gott sagt oder eben nicht. Gott kann die Menschen nicht "das Richtige tun lassen", er kann ihnen lediglich einen Vorschlag, einen Wegweiser geben.
    Ich denke, das hast du hier sehr schön dargestellt, indem du dieses "Was Gott uns sagt, das wird gemacht, denn es ist gut, richtig" in Frage gestellt hast
    Gern gelesen!
    LG P.
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  5. #5
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    Liebe Peggy,

    ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar .
    Dies wird nur ein kurzer Kommentar, da ich mich ja schon ziemlich ausgelassen habe über das Thema in dem Kommentar von mir.

    Freue mich über Resonanz zu diesem Gedicht.

    LG dein Thomas
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  6. #6
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    Lieber Thomas,
    ein liebes Dankeschön für deinen Kommentar .
    Immer wieder gern
    Dies wird nur ein kurzer Kommentar, da ich mich ja schon ziemlich ausgelassen habe über das Thema in dem Kommentar von mir.
    Ja, das ist er wirklich und ja, den habe ich bereits gelesen
    Freue mich über Resonanz zu diesem Gedicht.
    Bittebitte! (Obwohl ich auch nur das Kommentiere, was mir nach dem ersten Lesen gefällt )
    LG P.
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