1. #1
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    Bei den Ärzten

    Bei den Ärzten

    ©Hans Hartmut Karg
    2012

    Ja, mit dem Alter kriegt man alles,
    Was sich ein Junger niemals denkt.
    Die Krankheit wird im Fall des Falles
    Einem als Rentenbonus gern geschenkt.

    Die Auswüchse, sie nehmen zu,
    Jedoch nicht Ausgelassenheiten.
    Ab 60 drückt uns oft der Schuh,
    Wo Krankheiten uns Angst bereiten.

    Beim Hautarzt finden sich Pigmente,
    Von denen man nicht weiß, was wird.
    Unwichtig sind jetzt die Talente,
    Jedoch das, was der Leib gebiert.

    Da wächst dann auch die Leibgefahr,
    Dass Zellen schon vermehrt mutieren.
    Was sehr gesund und jung einst war,
    Kann jetzt karzinogen verführen.

    Zuerst versuchen wir mit Salben
    Und Spritzen mutig anzukämpfen
    Und hoffen auf die Frühlingsschwalben:
    Die Sonne kann die Schmerzen dämpfen.

    Wir lassen später viel wegschneiden,
    Denn schließlich haben wir Vertrauen:
    Im Alter werden wir bescheiden
    Und müssen auf die Ärzte bauen.

    *

  2. #2
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    Lieber Herr Dr,
    ein sehr schönes Gedicht, metrisch passt's (obwohl ich mich da immer noch nicht zuu weit aus dem Fenster lehnen mag...) und die Reime finde ich auch gelungen. Eine Frage: Was sind Karzinogen?
    An sich habe ich das Gefühl, das LI hat weniger Angst davor, zum Arzt zu gehen, als alt zu werden...
    Wir lassen später viel wegschneiden,
    Denn schließlich haben wir Vertrauen:
    Im Alter werden wir bescheiden
    Und müssen auf die Ärzte bauen.
    Diese Strophe gefällt mir am besten, denn hier macht das LI klar, dass man im Alter ja gar keine andere Wahl hat, als Ärzten zu vertrauen... Sehr schön vertont
    An sich gern gelesen!
    LG P.
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  3. #3
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    Re: Bei den Ärzten

    Liebes lyrisches_ich96,
    freut mich, dass das Gedicht angekommen ist! Zum Wort "karzinogen": Das sind sind körpereigene Zellen, die wuchern, mutiert sind, sich zu gutartigen oder bösartigen Tumoren auswachsen können. Aber ich bin kein Mediziner....
    Die letzte Strophe hat mir übrigens am meisten Arbeit bereitet.
    Herzliche Grüße H. H. Karg

  4. #4
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    An Herrn H. Karg,
    achso, gut zu wissen. In der Schule erzählen die uns ja sowas nicht... Naja egal, jetzt weiß ich's halt
    Dann hat sich die Mühe total gelohnt
    LG P.
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  5. #5
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    Re: Bei den Ärzten

    Liebe Peggy,
    natürlich wollte ich nur informieren, nicht belehren, auch nicht mit meinem Gedicht. Ich freue mich, dass meine Info so gut angekommen ist!
    Herzliche Grüße H. H. Karg

  6. #6
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    Hallo Dr. Karg!
    Das Werk hat mich amüsiert, ich möchte nur vor allzu viel Vertrauen in die Ärzte warnen und lieber die Fähigkeiten in den Fokus setzen! Erfahrungsgemäß sind es am Ende doch die eigenen Einsichten und Erkenntnisse, die uns in fast jeder Hinsicht weiterbringen und nicht die meist etwas einseitigen der Ärzte! Und das Gute ist: ab einem gewissen Alter wachsen auch Krebszellen langsamer, d.h. sind weit weniger gefährlich als in jungen Jahren!
    Habe dein Gedicht und deinen Dialog mit Peggy gern gelesen.

    LG

    macin

  7. #7
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    "karzinogen" bedeutet
    krebserregend.
    "Karzinogen" bedeutet
    krebserregende Substanz....

    So einfach ist das.

    Das Gedicht ist nicht übel, mir aber zu simpel gestrickt, manchmal etwas holprig,
    lieber Dr. Karg,

    wenn ich mir das erlauben darf, ohne Spam zu produzieren.

    LG
    Barbarossa
    Geändert von Cyparissos (22.02.2012 um 20:46 Uhr)

  8. #8
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    Lieber Barbarossa,
    das wollte ich ja so - es muss schon holpern, um ironisch anregend zu wirken, eben nicht nur naiv alles Vertrauen in die bestehenden Autoritäten zu setzen, sondern sich mündig mit der eigenen Befindlichkeit auseinander zu setzen. Sonst landen wir schnell in einer "selbst verschuldeten Unmündigkeit" (KANT).
    Herzliche Grüße H. H. Karg

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