Thema: Melancholia

  1. #1
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Melancholia



    Melancholia


    Du sammelst schwere Augenblicke,
    dein Herz ist tausendmal genäht,
    doch tropft aus vielen, kleinen Rissen,
    was selbst im Inneren verschmäht.

    In deinen Tränen schwimmen Fische –
    ich glaube, du wärst gern wie sie,
    denn so zufrieden mit dem Leben
    entdeckte ich dich fast noch nie.

    Für dich verlieren Bäume Blätter,
    aus ihrem Holz wächst dir ein Sarg,
    und all die Blumen deines Gartens
    verblühen schon nach einem Tag.

    Ein Einmachglas gefüllt mit Hoffnung
    steht einsam neben deinem Bett,
    trägt all die Lasten deiner Seele,
    die tief sich sonst in dir versteckt.

    In deinen Taten schlafen Raupen,
    von ihren Puppen kaum enthüllt –
    ihr Wunsch, als Schmetterling zu fliegen,
    der blieb bis heute unerfüllt.

    Doch aus dem Seelenleidgefüge
    beschwört dein Herz die Poesie
    und heilt mit Versen und mit Strophen
    die Wunden der Melancholie.
    Geändert von Sydney (10.09.2015 um 16:16 Uhr)

    Quare suo iure noster ille Ennius sanctos appellat poetas, quod quasi deorum aliquo dono videantur.
    Cicero

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  2. #2
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    Guten Abend Wortfreundin...

    sprachlos ziehe ich meinen imaginären Hut vor Dir - Deine Zeilen lesen sich wie aus einem Guss geschaffen, es liest sich wunderbar und auch wenn der Sinn im Text die Trauer nicht verleugnet, so macht die Wortgewalt und die Sanftheit Deiner Poesie alles wieder gut.
    Inspirierend wie immer und gut wie immer - sehr gern gelesen und darauf kannst Du SEHR stolz sein - Respekt!

    Ganz liebe Grüße...

    Maccabros

    Herzen werden oft verwundet,
    manchmal werden sie genäht,
    aus den Rissen tropfen Tränen,
    die das Schicksal kaum erspäht.

    Bäume sind und Menschen werden,
    Blätter zeigt Dir die Natur,
    mit dem Kommen und dem Gehen,
    wie das Laufwerk einer Uhr.

    Eingekochtes hält sich länger,
    das Aroma, es verfliegt,
    eine Freude ist vergänglich,
    wie die Quelle, die versiegt.

    Poesie und Lyrik heilen,
    alles nicht, doch manches schon,
    Wörter die zu Sätzen reifen,
    sind wie Balsam und nie Hohn…


    © Maccabros

    Inspiriert von Sydney
    Ich schreibe um mir bewusst zu machen, was ich fühle und denke -
    beim Lesen versuche ich das WARUM zu ergründen...


    © Maccabros

  3. #3
    Constantin Guest
    Hallo Sydney,

    das ist ein sehr gutes Gedicht. Ich mag melancholische Texte. Ich mag diese besonders dann, wenn sie eine ausdrucksstarke Bildsprache haben und sprachlich nicht gestelzt wirken. Sicherlich, das Herz als Metapher zu nehmen ist nicht neu, jedoch ist es eben das Sinnbild für Herzensangelegenheiten.

    Was ich vielleicht ändern würde: Die Inversion "was selbst im Innern wird verschmäht. " stört mich etwas, hier wäre vielleicht "was selbst im Inneren verschmäht. " besser, aber das musst du wissen.

    Angezogen hat mich der Titel, der mich an den Film Magnolia erinnert hat. Ich persönlich finde Melancholie nicht schlimm. Ich betrachte Melancholie mehr als Freude an der Trauigkeit. Ich meine das Gefühl, das sich einstellt, wenn man Wise Up von Aimee Mann hört und melancholisch veranlagt ist.

    liebe Grüße
    Constantin
    Geändert von Constantin (25.02.2012 um 08:35 Uhr)

  4. #4
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Hallo euch zweien,

    @ maccabros:

    Äh…xD Zu viel der Ehre. Aber natürlich danke für all deine Lieben Komplimente. Jetzt im Nachhinein finde ich das Gedicht fast schon etwas zu lang( ich wollte so viele Nuancen wie möglich reinbringen) und ich hätte vielleicht etwas mehr herausstellen sollen, dass „Melancholia“ doch ein ganz wunderbares Etwas ist…

    Und wiedereimal hast du auch ein wundervolles Inspirationsgedicht geschrieben *neidisch sei*…Hammer…xD

    @Constantin:

    Hallo. Auch dir danke ich ganz doll für dein Lob. Es freut mich, wenn mein Gedicht gefällt. Das mit dem „Herzen“ ist wahrlich schon recht abgegriffen, aber mir gefiel irgendwie das Bild von einem Herzen, aus dem Kummer wie Sand aus allen Ecken und Enden rieselt.

    Was ich vielleicht ändern würde: Die Inversion "was selbst im Innern wird verschmäht. " stört mich etwas, hier wäre vielleicht "was selbst im Inneren verschmäht. " besser, aber das musst du wissen.
    Ich denke, da hast du recht, dass diese Stelle alles andere als Ideal ist. Bei deiner Version ist nur leider eine Silbe zu wenig und daher muss ich nochmal überlegen, ob mir was anderes einfällt.

    Ich persönlich finde Melancholie nicht schlimm. Ich betrachte Melancholie mehr als Freude an der Traurigkeit. Ich meine das Gefühl, das sich einstellt, wenn man Wise Up von Aimee Mann hört und melancholisch veranlagt ist.
    Ich mag die Melancholie auch…Ich bin oft am kreativsten, wenn ich melancholisch bin. Aus diesen Gründen steht das Gedicht auch in der Kategorie „Nachdenkliches“ ich habe sie extra nicht in „Trauer“ reingestellt. Ich habe mir übrigens das Lied angehört und es gefällt mir echt gut.

    Liebe Grüße. Sydney.

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  5. #5
    Constantin Guest
    Hallo Sydney,

    darf ich etwas protestieren?

    was selbst im In ne ren ver schmäht.
    - + - + - + - +
    Das sind doch 8 Silben. Ich habe nur das "wird" entfernt und aus dem "Innern" ein "Inneren" gemacht. Das müsste doch gehen, oder? So hast du kein Elision im Vers.


    liebe Grüße
    Constantin
    Geändert von Constantin (25.02.2012 um 15:51 Uhr)

  6. #6
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    Liebe Sydi,

    ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, da ist dir wieder mal etwas sehr Schönes gelungen! Dein Gedicht besticht durch wunderschöne Wortwahl und Metaphern, ganz besonders haben es mir

    Doch aus dem Seelenleidgefüge
    beschwört dein Herz die Poesie


    und S5 angetan, aber auch das genähte Herz mit den Rissen gefällt mir sehr gut. Und wenn das Herz auch abgegriffen ist: dein Herzmotiv ist mir bisher noch nicht begegnet. Auch S3 ist sehr schön, ich weiß gar nicht, was ich zuerst hervorheben soll.

    Ich schließe mich Constantins Vorschlag, was selbst im Inneren verschmäht betrifft, unbedingt an.

    Ein Einmachglas gefüllt mit Hoffnung
    steht einsam neben deinem Bett.
    Trägt all die Lasten deiner Seele,
    die sich sonst tief in dir versteckt.
    Hier würde ich die Lasten durch Wünsche oder Träume ersetzen, denn das Einmachglas gefüllt mit Hoffnung verkörpert doch eher die Hoffnungen und Wünsche, als die Lasten, oder? Aber gut, unerfüllte Wünsche sind wiederum eine Last für die Seele. Hinter Bett sähe ich lieber ein Komma.

    Mit dem Reimschema bin ich nicht ganz so zufrieden. Wenn schon abcb, dann würde ich es begrüßen, wenn es durchliefe; in S3 und S4 hast du aber in den B-Zeilen nur eine Assonanz.

    Das Metrum holpert bei Melancholie (X)xxX ein wenig, ansonsten ist metrisch m.E. alles korrekt.

    Ja, die Poesie vermag zu heilen, vor allem, wenn sie aus einem selbst herausfließt…

    Melancholie ist etwas anderes als Depression, max. die Vorvorstufe und nicht jeder ist fähig zu diesen Gefühlen. Sie haben etwas mit Tiefe zu tun und weitergehend mit Kreativität, ja, seh ich auch so.

    Wie Victor Hugo schon feststellte: Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.

    edit: Allerdings muss ich anmerken, dass dein Text mehr auf Depressivität denn als auf Melancholie verweist, denn es lässt beim LD tiefsitzende Verletzungen, Wunden und Unfähigkeit, seine Wünsche zu erfüllen, ein Gefangensein in seinem Inneren, erkennen. Aber da der Begriff Melancholie zu Freuds Zeiten noch mit Depression gleichgesetzt wurde und die Trennlinie wohl auch heute nicht ganz klar gezogen werden kann, da der Begriff unterschiedlich definiert wird, ist deine Titelwahl für mich o.k..

    Trotz meiner kleinen Beanstandungen sehr gern gelesen.


    Liebe Grüße
    Yoa


    edit 2: Hab noch zwei Kommafehler entdeckt: Hinter Wunsch (S5) gehört ein Komma hin und hinter Risse (S7).

    edit 3: Hallöchen, hab dein Gedicht gerade nochmal gelesen und noch ein Fehlerchen in der letzten Strophe entdeckt: wenn sich durch mich nur eine schließt ist bezogen auf die Risse syntaktisch nicht richtig; wenn sich durch mich nur ein Riss schließt wäre wohl korrekt, allerdings metrisch nicht, zudem gäbe es das Wiederholungsproblem. Du hast ja auch in S1 schon die Risse. Ich frage mich gerade, ob es nicht das Beste wäre, die letzte Strophe ganz zu streichen. Du schriebst ja, dass dir das Gedicht selbst schon fast zu lang ist, ich finde auch, du hast hier zu viele Aspekte drin. In der vorletzten Strophe hast du auch schon heilen, hier ist es der heilsame Aspekt der Poesie. Da empfinde ich es als Überfrachtung, wenn dem LI in der letzten Strophe ebenfalls eine Heilungsfunktion zugeschrieben wird. Sind nur meine Gedanken, tu damit, was dir beliebt.
    Geändert von Yoapharél (26.02.2012 um 01:04 Uhr) Grund: edit 3

  7. #7
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    Hi, Sydney -

    ich mache es ganz kurz:
    Das Gedicht spricht mich sehr an. Obwohl es bis auf den tröstlichen Spruch am Ende durchweg seinem Titel gerecht wird, fließt es dennoch regelrecht harmonisch dahin und entzückt (mich) mit neuen Bildern und ungewöhnlichen Wendungen - da ist nichts verbraucht oder unoriginell (abgesehen von den Rissen im Herzen).
    Die Lektüre war mir ein Genuß.

    LG
    Barbarossa

  8. #8
    Anjuleanga Guest
    Liebe Sydney,

    ,,eine" das vorletzte Wort steht so alleine. Der Bezug zur Wunde erschloss sich bei mir erst nach dem dritten Anlauf. Deine Zeilen beinhalten sehr griffige Bilder, und erschließen sich sofort. tolles Werk! L.G.A.

  9. #9
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    Hallo Sydney,

    gefällt mir, bis auf die zweite Strophe. Die erschließt sich mir irgendwie nicht. Vielleicht habe ich da aber auch nur ein Brett vorm Kopf.

    Melancholia

    Du sammelst schlechte Augenblicke. ......... würde aus klanglichen Gründen miese Augenblicke erwägen
    Dein Herz ist tausendmal genäht.
    Doch tropft aus vielen, kleinen Rissen,
    was selbst im Innern wird verschmäht.

    In deinen Tränen schwimmen Fische.
    Ich glaube, du wärst gern wie sie, .......... Vorschlag: "Ich glaub, du wärest gern wie sie"
    denn so zufrieden mit dem Leben .......... Wünscht man sich, Fisch zu sein, wenn man zufrieden ist?
    entdeckte ich dich fast noch nie. ........... fast noch nie entdeckt, ist doch entdeckt! Hm?

    Für dich verlieren Bäume Blätter.
    Aus ihrem Holz wächst dir ein Sarg
    und all die Blumen deines Gartens
    verblühen nach nur einem Tag. ............. würde "nach" an eine unbetonte Stelle verschieben.
    .........................................................Vorschlag: "verblühen nur/schon nach einem Tag"

    Ein Einmachglas gefüllt mit Hoffnung
    steht einsam neben deinem Bett.
    Trägt all die Lasten deiner Seele,
    die sich sonst tief in dir versteckt. ...... "sich" betont und "sonst" unbetont zu lesen ist nicht einfach, ich muß mich da
    ..................................................... irgendwie zu zwingen. Vorschlag: "die tief in dir sich sonst versteckt."

    In deinen Taten schlafen Raupen,
    von ihren Puppen kaum enthüllt.
    Ihr Wunsch als Schmetterling zu fliegen, ...... ich überlege, ob ein "Traum" nicht passender wäre
    der ist bis heute unerfüllt. ........................ hier würde ich das "ist" durch "blieb" ersetzen.

    Doch aus dem Seelenleidgefüge
    beschwört dein Herz die Poesie
    und heilt mit Versen und mit Strophen
    die Wunden der Melancholie.

    Und auch die vielen kleinen Risse
    aus denen zaghaft Kummer fließt,
    beginnen langsam abzuheilen,
    wenn sich durch mich nur eine schließt.
    Wie gesagt, die zweite Strophe erschließt sich mir nicht. Vielleicht kannst Du mir auf die Sprünge helfen.

    LG Eremit
    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  10. #10
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Hallo alle miteinander,

    Danke erst einmal für eure durchweg positiven Kommentare mit Vorbehaltsklauseln.

    @Constantin:

    darf ich etwas protestieren?
    Äh, Tschuldigung. Mein Fehler. Ich habe das „Inneren“ unterschlagen. * sich hinter einem Eukalyptusstrauch versteckend* Dann stimmt das natürlich mit den Silben und ich werde es sofort übernehmen. Danke.

    LG.

    @Yoa:

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, da ist dir wieder mal etwas sehr Schönes gelungen!
    Danke.

    Hier würde ich die Lasten durch Wünsche oder Träume ersetzen, denn das Einmachglas gefüllt mit Hoffnung verkörpert doch eher die Hoffnungen und Wünsche, als die Lasten, oder? Aber gut, unerfüllte Wünsche sind wiederum eine Last für die Seele.
    Ja, so ähnlich wie Letzteres hatte ich das dann auch gemeint. Nach dem Motto, dass die Hoffnungen, dass sie Zeiten für das Lyrische DU besser werden, schwer an der jetzigen Situation zu tragen haben, aber trotzdem vorhanden sind. Aber gut, Wünsche oder Träume würden in diesem Kontext auch passen…hm…Ich denke nochmal darüber nach.

    Hinter Bett sähe ich lieber ein Komma.
    Okay.

    in S3 und S4 hast du aber in den B-Zeilen nur eine Assonanz.
    Tja, das ist dem Inhalt geschuldet. Ich wollte unbedingt den Sarg reinbringen und ich fand nichts, was sich auf Sarg reimt und dazu noch irgendwie in den Text passt und nicht zu oberflächlich klingt…

    Aber so spontan fällt mir ein:


    Für dich verlieren Bäume Blätter.
    Aus ihrem Holz wächst dir ein Sarg
    und all die Blumen deines Gartens
    sind blütenlos, verwelkt und krag.

    Ein Einmachglas gefüllt mit Hoffnung
    steht einsam auf der Fensterbank,
    trägt all die Lasten deiner Seele
    und macht dein Sein von innen krank.



    Uhhh…kann man aber noch verändern…echt mal…

    Das Metrum holpert bei Melancholie (X)xxX ein wenig, ansonsten ist metrisch m.E. alles korrekt.
    Das ist wieder dem Inhalt geschuldet^^. Das kann ich aber nicht verändern, da sich das auf den Titel bezieht. Also, wenn man zwischen dem „Melan-„ und dem „-cholie“ eine Träne wegwischt oder seufzt passt es wieder…

    Aber da der Begriff Melancholie zu Freuds Zeiten noch mit Depression gleichgesetzt wurde und die Trennlinie wohl auch heute nicht ganz klar gezogen werden kann, da der Begriff unterschiedlich definiert wird, ist deine Titelwahl für mich o.k..
    Genau!!

    Hab noch zwei Kommafehler entdeckt: Hinter Wunsch (S5) gehört ein Komma hin und hinter Risse (S7).
    Oki.
    edit 3:
    Spontan:


    Doch aus dem Seelenleidgefüge
    beschwört dein Herz die Poesie
    und heilt mit Versen und mit Strophen
    die Risse/ selbst Narben der Melancholie.

    Und auch die vielen, kleinen Wunden,
    aus denen zaghaft Kummer fließt,
    beginnen langsam abzuheilen,
    wenn sich durch mich nur eine schließt.



    Die Winderholung von den Rissen war gewollt, da sich der Kreis somit geschlossen hätte. Ich überlegs mir ob ich die letzte Strophe streiche, weil das ja noch eine andere Art der Heilung aufwirft. Nicht nur die Poesie, sondern auch die Freundschaft.

    Danke für deinen ausführlichen Kommentar.

    LG.

    @ Barbarossa:

    Das Gedicht spricht mich sehr an[…]da ist nichts verbraucht oder unoriginell (abgesehen von den Rissen im Herzen).
    Die Lektüre war mir ein Genuß.
    Dann mach ich es einfach auch kurz: Danke, danke, danke, danke, danke, danke, danke…für deinen netten Kommentar. Hat mich sehr gefreut.

    LG.

    @Anjuleanga:

    ,,eine" das vorletzte Wort steht so alleine. Der Bezug zur Wunde erschloss sich bei mir erst nach dem dritten Anlauf.
    Tja, das ist echt ein dummer Fehler von mir gewesen. Ich habe irgendwie an Wunden gedacht, aber das nirgendwo hingeschrieben..xD Naja – Ich werde das auch jeden Fall noch verbessern.


    Deine Zeilen beinhalten sehr griffige Bilder, und erschließen sich sofort. tolles Werk!
    Dankeschön!

    LG.

    @Eremit:

    Auch dir ein Dankeschön für deinen nettem Beitrag.

    Du sammelst schlechte Augenblicke. ......... würde aus klanglichen Gründen miese Augenblicke erwägen
    Hm. Man muss halt abwägen, ob man hier den Inhalt höher einstuft oder das Gedicht als solches. „Miese“ klingt irgendwie so jugenddeutsch…also, wenn man mal vom Mathematiklehrer angepflaumt wurde oder so…Am liebsten wäre mir eh „traurige“, aber weil das nicht passt, dachte ich, dass „schlechte“ dem an nächsten kommt.


    Ich glaube, du wärst gern wie sie, .......... Vorschlag: "Ich glaub, du wärest gern wie sie"
    denn so zufrieden mit dem Leben .......... Wünscht man sich, Fisch zu sein, wenn man zufrieden ist?
    entdeckte ich dich fast noch nie. ........... fast noch nie entdeckt, ist doch entdeckt! Hm?
    Die Fische in den Tränen sind erst einmal ein Symbol dafür, dass das Lyrische DU so viel weint, dass selbst Fische schon in den Tränen leben können. Fische sind Tiere, die ja bekanntermaßen keine Reflexion haben und einfach leben und mit dem zufrieden sind, was sie sind und was sie haben. Das lyrische DU ist so unglücklich mit ihrem Leben, dass sie sich vorstellen könnte, ein Fisch - ohne Probleme - zu sein. Natürlich gibt es Momente, wo das Lyrische Du nicht melancholisch ist. Ich habe sie mir immerhin als Menschen vorgestellt und es gibt Hiochs und Tiefs.

    verblühen nach nur einem Tag. ............. würde "nach" an eine unbetonte Stelle verschieben.
    .........................................................Vorschlag: "verblühen nur/schon nach einem Tag"
    Finde ich auch besser.


    die sich sonst tief in dir versteckt. ...... "sich" betont und "sonst" unbetont zu lesen ist nicht einfach, ich muß mich da
    ..................................................... irgendwie zu zwingen. Vorschlag: "die tief in dir sich sonst versteckt."
    Gefällt mir auch besser. Aber dieser Vers fliegt vermutlich eh raus, da der Reim nicht ganz stimmt.


    Ihr Wunsch als Schmetterling zu fliegen, ...... ich überlege, ob ein "Traum" nicht passender wäre
    der ist bis heute unerfüllt. ........................ hier würde ich das "ist" durch "blieb" ersetzen.
    Wunsch passt besser, da Raupen gezwungenermaßen irgendwann zu Schmetterlingen werden. Ist demnach kein Traum. Aber sie können sich wünschen, dass es so schnell wie möglich funktioniert.

    Danke für deinen Kommentar. Damit kann ich auf jeden Fall was anfangen.

    LG.
    Geändert von Sydney (27.02.2012 um 17:06 Uhr)

    Quare suo iure noster ille Ennius sanctos appellat poetas, quod quasi deorum aliquo dono videantur.
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  11. #11
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    Hi Sydi,

    schnell nochmal eine Rückmeldung:

    Zunächst zu deinen spontanen Ideen für S3 und 4:

    und all die Blumen deines Gartens
    sind blütenlos, verwelkt und krag.
    (karg? ,))

    Da gebe ich

    und all die Blumen deines Gartens
    verblühen nach nur einem Tag.
    trotz Assonanz eindeutig den Vorzug, ist viel stimmungsvoller und poetischer.

    und macht dein Sein von innen krank.
    Nää, das geht gar nicht (für mich). Hab leider keinen Vorschlag anzubieten, da ich gerade furchtbar uninspiriert bin, aber vllt findest du ja noch eine gute Lösung. Sarg/Tag stört mich auch weniger als Bett/versteckt.

    Doch aus dem Seelenleidgefüge
    beschwört dein Herz die Poesie
    und heilt mit Versen und mit Strophen
    die Risse/ selbst Narben der Melancholie.

    Und auch die vielen, kleinen Wunden,
    aus denen zaghaft Kummer fließt,
    beginnen langsam abzuheilen,
    wenn sich durch mich nur eine schließt.

    Die Winderholung von den Rissen war gewollt, da sich der Kreis somit geschlossen hätte. Ich überlegs mir ob ich die letzte Strophe streiche, weil das ja noch eine andere Art der Heilung aufwirft. Nicht nur die Poesie, sondern auch die Freundschaft.
    Ich würde sie aus genannten Gründen in der Tat streichen, zumal auch die Risse/ selbst Narben der Melancholie nicht gut in meinen Ohren klingt (beides nicht), Wunden passt hingegen gut dahin.

    Du sammelst schlechte Augenblicke.

    Am liebsten wäre mir eh „traurige“, aber weil das nicht passt, dachte ich, dass „schlechte“ dem an nächsten kommt.
    Da gibt es noch ein paar Alternativen, schlechte klingt wahrlich nicht gut: karge, triste, düstre, dunkle, schwere… mir würde eins von den ersten beiden am ehesten zusagen.

    Zitat Zitat von Eremit
    verblühen nach nur einem Tag. ............. würde "nach" an eine unbetonte Stelle verschieben.
    .........................................................Vorschlag: "verblühen nur/schon nach einem Tag"
    Finde ich auch besser.
    Hier habe ich einen kleinen Einwand: verblühen schon nach einem Tag ginge, aber verblühen nur nach einem Tag ergibt für mich keinen Sinn. Das nur an dieser Stelle sagt doch nicht aus, dass die Blumen nach nur einem Tag verblühen, sorry, lieber Eremit. (Bei deiner Satzumstellung in S4 V4 stimme ich dir aber zu ).

    Zitat Zitat von von mir
    Hinter Bett sähe ich lieber ein Komma.
    Okay.
    Hier muss ich noch ergänzen, dass mir deine kurzen Sätze generell nicht so gut gefallen und ich mehr mit Kommata und Gedankenstrichen arbeiten würde. Aber das ist vllt auch Geschmackssache. Hinter Sarg würde ich auch ein Komma setzen, weil da m.E. eine kleine Pause hingehört, da V3+4 ein anderes Thema haben.

    Also, mein Favorit wäre:

    Melancholia

    Du sammelst karge Augenblicke,   [triste]
    dein Herz ist tausendmal genäht,
    doch tropft aus vielen, kleinen Rissen,
    was selbst im Inneren verschmäht.

    In deinen Tränen schwimmen Fische –
    ich glaube, du wärst gern wie sie,
    denn so zufrieden mit dem Leben
    entdeckte ich dich fast noch nie.

    Für dich verlieren Bäume Blätter,
    aus ihrem Holz wächst dir ein Sarg,
    und all die Blumen deines Gartens
    verblühen nach nur einem Tag.   [schon nach]

    Ein Einmachglas gefüllt mit Hoffnung
    steht einsam neben deinem Bett,
    trägt all die Lasten deiner Seele,
    die tief sich sonst in dir versteckt.

    In deinen Taten schlafen Raupen,
    von ihren Puppen kaum enthüllt –
    ihr Wunsch, als Schmetterling zu fliegen,
    der blieb bis heute unerfüllt.

    Doch aus dem Seelenleidgefüge
    beschwört dein Herz die Poesie
    und heilt mit Versen und mit Strophen
    die Wunden der Melancholie.



    Aber das entscheidest wie immer du, soll nur eine Anregung sein und ist sicher auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.


    Liebe Grüße
    Yoa

  12. #12
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    Hai. Spät, aber doch.

    Da gibt es noch ein paar Alternativen, schlechte klingt wahrlich nicht gut: karge, triste, düstre, dunkle, schwere… mir würde eins von den ersten beiden am ehesten zusagen.
    Du sammelst schwere Augenblicke,
    dein Herz ist tausendmal genäht,
    doch tropft aus vielen, kleinen Rissen,
    was selbst im Inneren verschmäht.


    Ich habe mich jetzt für „schwer“ entschieden, da das noch einmal die Last verbildlicht, die auf das Lyrische Du drückt.

    Da gebe ich
    und all die Blumen deines Gartens
    verblühen nach nur einem Tag.
    trotz Assonanz eindeutig den Vorzug, ist viel stimmungsvoller und poetischer.
    und macht dein Sein von innen krank.


    Nää, das geht gar nicht (für mich). Hab leider keinen Vorschlag anzubieten, da ich gerade furchtbar uninspiriert bin, aber vllt findest du ja noch eine gute Lösung. Sarg/Tag stört mich auch weniger als Bett/versteckt.
    Für dich verlieren Bäume Blätter,
    aus ihrem Holz wächst dir ein Sarg,
    und all die Blumen deines Gartens
    verblühen nach nur einem Tag. [schon nach]


    Dann werde ich es genau so stehen lassen.

    Ein Einmachglas gefüllt mit Hoffnung
    steht gut versteckt in deinem Schrank,
    trägt all die Lasten deiner Seele,
    die tief in deinem Leid versank.
    Oder
    Ein-Hoffnung-lebt-erinner-Trank…xD…


    Ich glaube ich warte noch darauf, dass mich die Muse küsst und lass das auch erst einmal so stehen.

    Ich würde sie aus genannten Gründen in der Tat streichen, zumal auch die Risse/ selbst Narben der Melancholie nicht gut in meinen Ohren klingt (beides nicht), Wunden passt hingegen gut dahin.
    Oui, oui. Du hast mich überzeugt. Es wirkt auch ohne die letzte Strophe gut.

    Danke für deine Vorschläge. Ich werde weiter daran basteln, bis es mir gefällt.
    LG. Syd.

    Quare suo iure noster ille Ennius sanctos appellat poetas, quod quasi deorum aliquo dono videantur.
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    Von ~*sebastion*~ im Forum Trauer und Düsteres
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    Letzter Beitrag: 18.06.2008, 09:06

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