Abwicklungen

©Hans Hartmut Karg
2012

Im Wald und auf der Flur wird abgewickelt,
Die eine Pflanze keimt, die andere darbt –
Und jeder weiß, dass die Bedingungen doch gleich.
Im Menschenleben wird ebenfalls abgewickelt.
Der eine blüht, der andere bleibt vernarbt –
Und alle leben doch in einer Zeit im Erdenreich.

Immer wird irgendwo schon abgewickelt,
Die großen Kombinate ostwärts wickelte man ab –
Und allzu viele, sie verloren ihre Arbeit.
Selbst Großversender, Drogerien werden abgewickelt
Und über den Besitzern bricht so mancher einen Stab
Und meint, sie wären nicht innovationsbereit.

Leider wickelt man heute wieder viele Schulen ab,
Denn wie soll man verfahren, wenn es keine Kinder gibt?
Schaufeln sich die Gesellschaften nicht so ihr eigenes Grab,
Wenn sie nur Eigennutz und Eigenwelten haben lieb?

Fragt Euch, ob denn das Recht des Starken immer reicht,
Die Nächstenliebe und die Zukunft zu begründen –
Oder ob uns da nicht die Habgier wild umschleicht,
Begründend nur ein Luxusleben ganz in Dauersünden.

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