1. #1
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    Fluch der Engstirnigkeit

    Kleinwüchsig an Gestalt,
    karg auch arg im Geiste,
    im schmalen Schädel hallts,
    sind der Sturheit Meister.

    Sitzen traut am Lagerfeuer,
    versammelt Engstirnigkeit,
    auch am Körper Ungeheuer,
    vor keinem Mangel gefeit.

    Schwätzen allzeit, Jahr um Jahr,
    jeder hat angeblich Recht,
    sonst niemand, ist doch klar,
    das wär jedem schlecht.

    Keifend grüner Kobold,
    verlangt dreist nach Schutz,
    der zerlumpte Trunkenbold,
    jammert, er käm stets zu kurz.

    Knochiges Männlein, ach so fein,
    übermannt vom Größenwahn,
    macht sich niemals klein,
    nicht vor dem größten Klan,

    Schimpft, er hat die Allmacht,
    warum hört ihm keiner zu,
    Wunder hat er oft erbracht,
    setzt sich bald zur Ruh.

    Elfchen, will nicht mehr ruhen,
    will Blut kosten, darin baden,
    passt gut zu ihren Schuhen,
    eitel, nennt sich Ihro Gnaden.

    Rattenplage spricht ein Wort,
    lahmer, feiger Gesell,
    will endlich fort, gruslig Ort
    ists hier, schnell, schnell.

    Barbar, der tumbe Schläger,
    will seine Knüppel benutzen,
    wird sonst immer träger,
    schon am Schurz beschmutzen.

    Jammern, Greinend Schar,
    eitel, faul und dumm,
    sehn nicht gradaus und klar,
    die Gedanken gehen krumm.

    Irgendwann kommt ein Reiter
    vom nassen Norden heran,
    Hauptmann, frommer Streiter.
    mit Schlachtross und Gespann,

    Zieht sein raues Runenschwert,
    will tilgen das Verderben,
    spricht ihr seid nicht wert,
    zu schreiten auf Erden.

    Kobold stirbt als Erster, sogleich,
    sein Herz war schwach, betagt,
    schmale Burst berstet, war zu weich,
    splittert unter schwerem Schlag.

    Ratte, mit menschlich Gestalt,
    eilt rasch hinweg, fort nur fort,
    geschwind durch den Spalt,
    nur weg, zu andrem Ort.

    Barbar, bemerkenswert blöde,
    schlägt an sein Trinkhorn,
    ist sich für nichts zu schnöde,
    stürmt blindlings nach vorn.

    War sein letzter Schluck,
    aufgespiesst vom eisern Dorn,
    noch einmal zucken,
    erloschen ist der feurig Zorn.

    Elflein ist erschrocken,
    will diesmal nicht geizen
    versucht, den Ritter zu locken,
    mit den angebornen Reizen.

    Er zieht Fratze, grob wie Kies
    diese Zeit ist längst vorbei,
    also ich mich locken ließ,
    sprachs, und haut sie entzwei.

    Magier wills versuchen,
    was hat er zu verliern,
    denkt er, fängt an zu fluchen,
    will den Kämpen einfriern.

    Ein leichter, kalter Wind,
    das wars, dabei ist geblieben,
    grummelt finster, geschwind,
    setzt es derweil Hiebe.

    Sandte der Wandler der Wege,
    seinen auserwählten Henker,
    seid gewarnt, ihr Haudegen,
    Müßigkeit bestraft der Schicksalslenker.
    Geändert von Lazlar (05.05.2012 um 23:12 Uhr)

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