Thema: Notizen

  1. #1
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    Notizen

    Ich saß in der Wohnung.
    Es ist keine besonders schöne Wohnung.
    Geld für Möbel haben wir nicht.
    Wir haben Kartons als Regale aufeinander gestapelt und ein veranztes Sofa auf der Straße gefunden.
    Wir, das sind ich, Kurt Earl und meine Tochter Charlotte.
    Ich war geschieden und allein erziehend.
    Meine Exfrau Gwen war drogensüchtig.
    Sie nahm Heroin, immer mehr und mehr.
    Immer wollte sie Geld von mir.
    Ich habe es ihr immer gegeben, weil ich nicht wollte, dass sie sich quält oder nglücklich ist.
    Ich weiß, die meisten würden sagen, dass das falsch von mir war, aber ich betrachte es immer noch als richtig.
    Ich nehme auch Drogen, falls man Marijhuana heutzutage überhaupt noch zu Drogen zählen kann.
    Ich mache es aber nicht um rebellisch zu sein oder cool zu wirken.
    Ich mache es um besser nachdenken zu können und um runter zu kommen.
    Dabei höre ich am liebsten Musik.
    Schallplatten und bücher waren das einzige, was mich je inspiriert oder berührt hat.
    Na ja, Gwen hat sich dann jedenfalls umgebracht.
    Sie hat es mit Tabletten getan.
    Ich habe es vorausgesehen.
    Sie war schon lange vorher depressiv und hasste die ganze Welt und die Menschen, die darin leben.
    Ich meine, kann man diese Welt denn überhaupt noch lieben?
    Diese von Konsum,Materialismus und Business beherrschte Welt.
    Gibt es in dieser Welt überhaupt noch Platz für Künstler, Musiker, Leute die die Literatur und die Musik lieben, Leute die keine Lust auf das grosse Geld haben und die Computer hassen?
    Ich jedenfalls habe noch keinen Platz für mich gefunden, und Gwen?
    Sie hat ihn gefunden.
    Dieser Platz wird immer größer.
    Der Platz für Leute, die nicht mehr leben wollen.
    Für Charlotte war es am schlimmsten.
    Sie wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte.
    Sie war ja erst 7.
    Und ich, ich war auch erst 23.
    Zu der Zeit hatte ich auch keinen Job und war ständig alkoholisiert.
    Zuerst wollte ich mir auch das Leben nehmen.
    Aber was wäre dann mit Charlotte?
    Sie wäre dann in ein Heim gekommen und hätte für immer psychische Störungen und würde von den anderen Kindern ausgegrenzt werden.
    Das würde sich dann in ihrem ganzen Leben nicht ändern.
    Sie würde immer ausgegrenzt werden und schließlich würde sie in die Psychatrie eingeliefert werden.
    Das konnte ich nicht auf mich nehmen.
    Natürlich, wenn man tot ist merkt man nicht mehr was man angerichtet hat.
    Aber das wäre feige.
    Charlotte ist jetzt 12 und ich 28.
    Ich habe einen Job, zwar keinen sehr guten aber auch nicht sehr schlecht bezahlt.
    Ich arbeite in einem dieser großen Plattenläden.
    Da muss man Nirvana direkt neben N'Sync einräumen und Nick Cave direkt neben so nem neuartigen Scheiß aus den Charts, die man eh so schon abgrundtief hasste.
    Und wenn jemand nach einem Album von Tina Turner fragte musste man lächeln und ih mzeigen in welchem Regal es steht.
    Na ja, der Job hatte aber auch was Gutes.
    Als Angestellter konnte man oft was mitgehen lassen.
    so konnte ich meine Plattensammlung um ein paar schöne
    Stücke bereichern.
    Charlotte macht im Moment so ne Phase durch.
    Ich hoffe zumindest, dass es nur eine Phase ist.
    Sie fängt an sich für Klamotten und Schmincke zu interessieren und will genauso aussehen wie alle anderen.
    Und ich?
    Ich sehe immer noch genauso aus wie früher.
    Alte zerrissene Jeans und verdreckste Hemden.
    Und die Wohnung hat sich auch nicht allzu sehr verändert.
    Ausser, dass ich die Küche zur Minibar umfunktioniert hab und ich jetzt immer genug Scotch oder Whiskey habe.
    So, das wars für heute.

  2. #2
    Registriert seit
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    41
    Was ich dir dazu sagen möchte:Man merkt,dass du teilweise deine eigenen Gefühle mit eingebracht hast!
    Und mir gefällt die Geschichte auch, nur der Schluss ist noch nicht das wahre. Finde ich.Oder möchtest du dort wieder ansetzen und weiter schreiben? So hört sich das nämlich an.Wenn du allerdings dort Schluss machen möchtest, würde ich mir ein anderes Ende ausdenken.
    <>
    Ich weiß nicht,nachdem du sagst dass er jetzt einen neuen Job hat,denkt man, dass er mittlerweile sein Leben in den Griff bekommen hat, doch durch diesen Satz zerstörst du all diese Gedanken...
    Nunja den Gedanken Drogen zu nehmen,um "runter zu kommen" oder "nachdenken zu können" kann ich nicht teilen.Ich weiß ja jetzt nicht, wie weit ich die Person,Kurt Earl,auf dich übetragen kann.Ich meine nur, dass man keine Drogen braucht,um nachzudenken!Dafür baruche ich(!!) einfach nur gute Musik!
    Oder einfach die Ruhe,die ich habe, wenn ich in meinem Zimmer liege.
    Mit dem Platz für Leute,die nicht mehr leben wollen,kann ich dir nur recht geben!
    Und ich finde es sehr schade,dass immer mehr Leute diesen Platz als den besten ansehen...

    Bye bye
    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen, es scheint zwar leer, doch es mildert die Stöße des Lebens!

    Alles Liebe,die aerztin

  3. #3
    Registriert seit
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    Was ich dir dazu sagen möchte:Man merkt,dass du teilweise deine eigenen Gefühle mit eingebracht hast!
    Und mir gefällt die Geschichte auch, nur der Schluss ist noch nicht das wahre. Finde ich.Oder möchtest du dort wieder ansetzen und weiter schreiben? So hört sich das nämlich an.Wenn du allerdings dort Schluss machen möchtest, würde ich mir ein anderes Ende ausdenken.
    "Ausser, dass ich die Küche zur Minibar umfunktioniert hab und ich jetzt immer genug Scotch oder Whiskey habe."
    Ich weiß nicht,nachdem du sagst dass er jetzt einen neuen Job hat,denkt man, dass er mittlerweile sein Leben in den Griff bekommen hat, doch durch diesen Satz zerstörst du all diese Gedanken...
    Nunja den Gedanken Drogen zu nehmen,um "runter zu kommen" oder "nachdenken zu können" kann ich nicht teilen.Ich weiß ja jetzt nicht, wie weit ich die Person,Kurt Earl,auf dich übetragen kann.Ich meine nur, dass man keine Drogen braucht,um nachzudenken!Dafür baruche ich(!!) einfach nur gute Musik!
    Oder einfach die Ruhe,die ich habe, wenn ich in meinem Zimmer liege.
    Mit dem Platz für Leute,die nicht mehr leben wollen,kann ich dir nur recht geben!
    Und ich finde es sehr schade,dass immer mehr Leute diesen Platz als den besten ansehen...

    Bye bye
    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen, es scheint zwar leer, doch es mildert die Stöße des Lebens!

    Alles Liebe,die aerztin

  4. #4
    Registriert seit
    Jun 2001
    Beiträge
    51
    hallo Sid Pulp

    ich verstehe dich allzu gut den sowas ahnliches habe ich auch durchgemacht und es ist immer noch nicht vorbei......


    alles gute wunsche ich dir von ganzen herzen und bleib stark so wie du es "warst" und hoffentlich noch bist.
    ich sage es vorsichtig vielleicht habe ich das recht dazu nicht und vielleicht sage ich nur ich verstehe dich und vielleicht bin ich dumm aber mir leget es noch an herzen dir das unbedingt zu sagen :
    lebe nicht nur fur deine tochter .............
    ============================================


    ich ware glucklich ....


    wenn sie mich doch nur lassen,das zu tun wozu ich tauglich waere.

    was fur sie keinen wert hat,das verstehe ich,aber deswegen mich verachten das muss ich verstehen.

    weswegen darf ich nicht leben?

    deswegen?
    stimmen die mir ins ohr flustern:
    ja
    stimmen die mich anschrein:
    JA

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