1. #1
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    Ketten der Trauer



    Ketten der Trauer


    Steh wie so oft an deinem Grab
    und lasse meine Rosen sinken,
    bin traurig wie am ersten Tag
    der uns getrennt hat, dich und mich.

    Die Einsamkeit die mich beschleicht
    und immer mehr an Platz gewinnt,
    wird mir zum Freund seit jener Zeit
    die zäh durch meine Finger rinnt.

    Allein denk ich der hellen Tage
    die wir in Zweisamkeit verbracht,
    den trüben Himmel blau gelacht
    der Vorhang fiel, nun herrscht die Nacht.

    Da ist nur Trauer grau und trüb
    die an Gedanken kleben bleibt,
    das kleinste Glück im Keim erstickt
    mich stetig in den Wahnsinn treibt.

    Die Sehnsucht, Sehnsucht nach der Liebe
    nach deiner Fröhlichkeit, dem Glück,
    zerfetzt zerreißt mich innerlich
    so wünsch ich mir die Zeit zurück.

    Doch ins Erinnern sickert langsam
    gedämpft Vergessen in mich ein,
    mein wundes Herz wird still und milder
    ich kann nun nicht mehr bei dir sein.

    So geh ich zwar noch unsre Wege
    doch seh ich schon am Horizont,
    ein wenig Hoffnung zart und schimmernd
    die bald in meinem Herzen wohnt.
    Geändert von ReMo (04.03.2012 um 21:19 Uhr)

  2. #2
    Derolli Guest
    Hallo ReMo,

    die zweite Strophe kommt mir ein wenig seltsam vor.
    Die Einsamkeit die mich beschleicht
    und immer mehr an Platz gewinnt,
    sie wird zum Freund seit jener Zeit
    die zäh durch meine Finger rinnt.
    Wieso wird die Einsamkeit ein Freund, ist sie nicht vielmehr das Schloss an der Kette der Sehnsucht die in Strophe 5 zur Sprache kommt, oder wenigstens ein ungebetener Gast? Außerdem müsste das Personalpronomen (das sie welches ich mir erlaubt habe zu markieren), wenn du vorher von dem Freund (maskulin) sprichst, doch eigentlich "er" sein. Zwar meinst du die Zeit, aber da du sie personifiziert hast und diese Person als letztes vor dem Personalpronomen erwähnst hört sich das sie einfach seltsam an. Doch ich kann mich da wie so oft irren.

    Liebe Grüße

  3. #3
    Longshanks Guest
    @remo

    Ich seh ein ähnliches Problem wie Derolli, bloß aus andrem Blickwinkel. Sie die Einsamkeit müsste konsequenterweise eine "Freundin" werden ne?

    Da bleibt nur Trauer grau und trüb
    die an Gedanken kleben bleibt,
    das kleinste Glück im Keim erstickt
    mich stetig in den Wahnsinn treibt.
    Hier finde ich die beiden kurz aufeinanderfolgenden "bleibts" zu viel. Vielleicht " da ist nur Trauer..."

    hab mir mein wehes Herz verrenkt
    Die Zeile klingt mir eher slapstickmäßig, vermittelt mir nicht das, was der Text erreichen soll.

    Gruß

    Longshanks

  4. #4
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    @remo



    Zitat:“sie wird zum Freund seit jener Zeit
    die zäh durch meine Finger rinnt.“

    Das „zäh“ irritiert mich. Wenn ein geliebter Mensch gestorben ist, wird wahrscheinlich die Trauer groß sein. Das nachfolgende Leben, eher ruhig unbelebter sei. Daher finde ich „karg“ (dünn) hier weiniger treffend. Eher das „karg“ bezogen auf dünne Ereignisse.

    Zitat:
    „Da bleibt nur Trauer grau und trüb
    die an Gedanken kleben bleibt,
    das kleinste Glück im Keim erstickt
    mich stetig in den Wahnsinn treibt.“

    Hm, könnte man bedenken.

    Vielleicht:
    Da bleibt nur Trauer grau und trüb
    sie färbt Gedanken, brennt sich ein
    das kleinste Glück im Keim erstickt
    und diese Welt, wird still, wird klein.

    Ja, der Rest ok.

    Gut geschrieben.

  5. #5
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    Hallo Derolli

    Ich habe ein bisschen über das "sie" in der zweiten Strophe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen
    es wegzulassen da es keinen Unterschied macht.
    Um genau zu sein müsste man vielleicht wirklich Freundin schreiben aber ich denke da kann man mal ein Auge zudrücken. Ich hoffe es ist nun ein wenig runder und nicht mehr seltsam.
    Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren

    Liebe Grüße
    ReMo



    Hallo Longshanks

    Erst einmal danke fürs Lesen und Kommentieren. Das Problem mit der Freundin ist für mich nicht so gravierend ich denke man kann es so stehen lassen.
    Mit den beiden "bleibts" gebe ich dir Recht, habe ich geändert in "Da ist nur Trauer........
    Das wehe verrenkte Herz ist auch weg ist nun "mein wundes Herz wird still und milder......

    Vielen Dank für die Denkanstöße ich hoffe man kann es nun so stehen lassen.

    Viele Grüße
    ReMo




    Hallo horstgrosse2

    Auch dir erstmal Dankeschön fürs Lesen und Kommentieren.

    "sie wird zum Freund seit jener Zeit
    die zäh durch meine Finger rinnt".

    Die Zeit rinnt zäh weil alles verlangsamt ist, nichts mehr für Beschleunigung, Ablenkung sorgt. Ich habe lange überlegt wie ich es
    anders formulieren könnte, dachte erst daran "leer" einzusetzen aber das zäh finde ich beschreibt die Situation schon
    ziemlich genau.

    Ich hoffe die Bastelei macht es nun runder.

    Viele Grüße

    ReMo

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