1. #1
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    Gessler's Idee

    Gessler hielt viel von seinem Hut,
    Gessler fand seinen Hut so gut,
    Dass er fand: Man muss ihn grüssen
    Oder dafür schrecklich büssen!

    Tell hielt nichts von Gesslers Hut,
    Und er hatte recht viel Mut.
    Er entschied, ihn nicht zu sehen,
    An Gesslers Hut vorbeizugehen.

    Wie ist das nun mit Gesslers Hut?
    War Gesslers Idee letztendlich gut?
    Sollten Menschen das nun müssen:
    Hüte hoher Leute grüssen?

    Ich persönlich finde: Nein,
    Hohe Leute, lasst das sein!
    Tragt eure Hüte auf dem Haupt,
    Stellt sie bitte nicht zur Schau!

  2. #2
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    Hallo Ali,

    die Idee scheint mir Schillers Wilhelm Tell entnommen. Ich hoffe nur, dass du weißt, dass das nicht Gesslers Idee gewesen sein wirt, sondern ehre allgemeines Getue, dass der "Hut" zu grüßen sei. Ob das dort erwähnt wird, kann ich dir nicht sagen, dazu ist es zu lange her, dass ich es gelesen habe.

    Für ein Gesellschaftsgedicht ist mir das zu komisch, im Sinne von humoristisch. Das kommt durch die einfachen Reime, die dann noch zu schnell aufeinander folgen und sich zu oft wiederholen.

    Das Metrum scheint größtenteils zu passen, aber ein paar Fehler hat es doch noch, wenn man davon ausgeht, dass du nur für Reimverse ein einheitliches Metrum wolltest. Wenn du Interesse hast, dann kann ich dir das auch gerne aufzeigen.

    Grüßen und büßen schreibt man mit "ß" statt mit "ss" das merkt man auch an der Aussprache, was den Reim in der vorletzten Strophe in einen sehr unreinen verwandelt, selbst wenn du Schweizer sein solltest und das "ß" nicht kennst, klingt das nicht gleich.
    Der Letzt Reim ist nicht einmal ein unreiner.

    Dass man die "alte Denke" nicht mehr leben sollte, bei der die "höheren" etwas besseres sind, stimme ich dir zu, das gewählte Bild mit Tell ist nicht wirklich schlecht, da es viele kennen, gefällt mir aber von der Umsetzung nicht wirklich. Zudem wurde mir das Wort/der Name "Hut" und "Gessler" zu oft erwähnt.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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  3. #3
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    Hallo Nachteule

    Danke für den Kommentar!

    Schon möglich, dass das Gedicht nicht historisch einwandfrei ist.

    Dass es metrische Fehler hat, stört mich persönlich nicht. Ich finde nämlich, dass Gedichte, bei denen das Metrum 100%ig passt, teilweise etwas zu ausgeklügelt sind und nicht mehr natürlich wirken. Ebenso ist das mit den Reimen: Ich finde, dass sich ein Gedicht nicht immer reimen muss.

    Gruss
    Ali

  4. #4
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    Hallo Ali,

    klar, ein Gedicht muss nicht gereimt werden, um ein Gedicht zu sein. Das ist nur eines von vielen, vielleicht tausenden Stilmitteln, aber du hast dich allen Anscheins nach für ein gereimtest Gedicht entschieden und dann sollten die Reime auch passen. Ich selbst habe auch schon ungerreimte Gedichte geschrieben, aber dann eben kein Reim, statt einem schlechten.

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  5. #5
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    Hallo Nachteule
    Also ich finde, dass es für ein gereimtes Gedicht genügt, wenn die Vokale sich wiederholen. Schliesslich ist es auch bei vielen Liedertexten so, dass nur die Vokale gereimt werden und etwas einfach gut klingen muss.
    Ich habe selber beim Schreiben schon festgestellt, dass diese Genauigkeit beim Reimen auf Kosten des Inhalts existieren kann. Und dann habe ich lieber ein Gedicht, das einen guten Inhalt hat und einigermassen gut klingt als eines, das gut klingt und der Inhalt flöten geht.
    Für mich stimmt deshalb die letzte Strophe des Gedichts so, wie sie ist!
    Gruss, Ali

  6. #6
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    Hallo Ali,

    das geht jetzt dann schon langsam in Richtung einer Grundsatzdiskussion, aber ich antworte noch einmal.

    Du darfst Liedtexte nicht mit Gedichten gleichsetzen. Ich habe mir auch schon bei dem einen oder anderen Text das Metrum angesehen. Da kann man von Metrum eigentlich nicht reden. Es ist ein Unterschied, ob du etwas schreibst, das zu Musik gut klingen soll und deren Versenden in etwa ähnlich klingen, wobei die Fehler durch das Schlagzeug unkenntlich gemacht werden können.
    Was du mit den Vokalen meinst, ist eine Assonanz, ein unreiner Reim. Aber ehrlich, würdest du Eisen mit steigend gleichsetzen? Das hat keinerlei Gleichklang. Als Assonanz ist es vielleicht Ok, damit kenne ich mich nicht wirklich aus, aber als Reim geht das doch nicht durch.
    Wie gesagt, gehe nicht davon aus, dass ein Liedtext etwas mit Lyrik zu tun hat, nur weil ihre Übersetzung in Deutschland gerne als "Lyriks" bezeichnet wird.

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  7. #7
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    Nun ja, dann kann man meine Gedichte wohl nicht als gereimt bezeichnen. Aber eben: Rein vom Hören her, wenn man ein Gedicht einfach laut liest, würde ich schon sagen, dass "Eisen" und "steigend" gut zusammen klingen, obwohl man sie vielleicht nicht als gereimt bezeichnen kann. Dann sollte ich meine Texte vielleicht in Zukunft unter der Sparte Prosa abspeichern...

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