Der toten Muse kalter Kuss


Einst schrieb ich weiß auf schwarz die Träume auf.
Des Lebens Klage rief ich weit hinaus
und meinen Schmerz, den nahm ich gern in Kauf.
Ich machte viele dunkle Verse draus.

Nun sitz ich hier nach diesem trüben Jahr
und meine Klage ist schon längst verstummt,
wie die Erinnerung an das was war,
färbt schwarz zu grau und grau zu bunt.

So wird das Leiden wieder weggepackt
und übrig bleibt ein totes, kaltes Nichts.
Die Seele leise stirbt im Mainstreamtakt
verdorrt im Schein des grellen Tageslichts.

Und küsst mich aus dem feuchten Grab heraus
der toten Muse lieblos, kalter Kuss,
so wird kein schwarzer Traum daraus,
Die Kraft zum Sterben fehlt dann doch am Schluss.