1. #1
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    schlag mein banges herz

    wo in dieser zeit
    wird noch graupensuppe gekocht
    mit brotstückchen aufgetunkt

    wo in diesem land
    quillt haferbrei aus den löchern
    die ich in die luft starre

    es sind diese trauerlieder
    die den teller der tage füllen
    basstrommel in mir schlagen
    Geändert von Perry (11.03.2012 um 12:25 Uhr)

  2. #2
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    Wieder deine Altersstimmung etwas aufgemotzt Weiss mich aber anzusprechen, weil ne Basstrommel wohl hinreichend für die Tiefe der Gefühle sein sollte, wenn man es mal musisch betrachtet und sich nicht von der Ironie verführen lässt

    LG RS
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    so alt fühl ich mich nun auch noch nicht.
    Spaß beiseite, wenn die Lebensnahrung nur noch aus "Graupelsuppe und Haferbrei" besteht, dann werden die Trommel (Hez)schläge immer dumpfer und die Lieder immer trauriger. Die Ironie mag vielleicht darin liegen, dass in Kindertagen diese Speisen einmal lebensspendend waren.
    LG
    Perry

  4. #4
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    na ja perr. das sind fast makabere gefängnisstimmungen, die du hier aufkommen lässt. bitter und schleimig.



  5. #5
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    Hallo Ralf,
    ja das LI ist in seiner Einsamkeit gefangen (starrt Löcher in die Leere).
    Verbitterung ist eine Stimmung, die mit der Kargheit der Graupensuppe korrespondiert, aber
    schleimig hatte ich nicht im Sinn. Der Haferbrei, oft mit Marmelade versüßt, ist die schöne Erinnerung an die Kindheit.
    Danke für deinen Eindruck und LG
    Perry

  6. #6
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    Hi, Perry -

    schon der Titel ärgert mich.
    Selbst wenn halbwegs verständlich dort stünde

    Schlag, mein banges Herz!

    wäre es noch doppeldeutig.
    Soll das Herz jemanden schlagen oder wird es aufgefordert, selbst zu schlagen?

    Übrigens wird bei mir noch oft Graupensuppe gekocht (hier nennt man diese Form der Graupen "Kälberzähne"),
    ebenso Linsen- und Grießsuppe.
    In meinen Augen taugt die Metapher nicht, aber das ist ja mein Problem.


    LG
    Barbarossa

  7. #7
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    Hallo Barbarossa,
    bei deiner anscheinend niedrigen Toleranzgrenze was freie Lyrik anbelangt, wundert es mich nicht, dass du Graupensuppe magst.
    Von einem aufgeschlossenen Leser erwarte ich, dass er sich Satzzeichen, soweit er sie für die Interpretation braucht, in Gedanken selber setzt. Außerdem, hast du schon mal ein um sich schlagendes Herz gesehen.
    Welche Metapher taugt nicht und wozu. Selbst wenn es dein Problem ist, stellt sich die Frage, was soll ich mit einem solchen Komm anfangen.
    Ich koche mir jetzt einen Hirsebrei, der schmeckt mit Marmelade hervorragend und stellt somit einen Gegensatz zur doch eher etwas rustikalen Graupensuppe dar.
    LG
    Perry

  8. #8
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    Hallo Perry,
    Mir gefällt diese Nostalgie in Verbindung mit Eßbarem, für mich hatten und haben Gedichte immer auch eine sinnliche Note, die bei mir auch oft mit "geschmacklichen" Nuancen einhergehen .Ich habe das kleine Werk genossen...
    LG
    macin

  9. #9
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    Hi, Perry -

    da haben wir verschiedene Ansichten.
    Ich habe es in meinem langen Leben nur ein einziges Mal geschafft, ein Buch ohne Interpunktion zu lesen, und das auch nur, weil der Stoff so hochinteressant war.
    Es war auch ausgesprochen Absicht des Verfassers, ohne Satzzeichen auszukommen, um eine gewisse Atemlosigkeit zu demonstrieren. Allerdings war der gesamte Satzaufbau unmißverständlich.
    Ansonsten bin ich nicht bereit, mir die Interpunktion dazuzudenken. Das hat mit Bequemlichkeit nichts zu tun, sondern mit einem Gefühl für Aesthetik.
    Sie (die Interpunktion) gehört nicht umsonst zur Schriftsprache.

    Aber jeder, wie er es mag.

    LG
    Barbarossa
    Geändert von Cyparissos (14.03.2012 um 10:29 Uhr)

  10. #10
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    hallo perry
    an die "basstrommel" muss ich mich erst noch gewöhnen.

    Hallo, Barbarossa!
    Meinst du das ernst? Dann gehörten ja zur Sprache auch zwingend Buchstaben? Und zur Mathematik Ziffern? Und zum Jahr Kalenderblätter?

    lg wilma27

  11. #11
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    Ich habe geringfügig modifiziert.
    Du hast aber auch eine Art, Dich gewollt begriffsstutzig zu stellen....
    Naja, steht Dir wohl zu, wilma.

    B.

  12. #12
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    Hallo macin,
    ja der Geschmack spielt eine wichtige Rolle und ein wenig auch die Klänge.
    Freut mich, dass dich die Bilder ansprechen konnten.
    LG
    Perry

    Hallo Barbarossa,
    ich denke, da scherst du zuviel über einen Kamm, freie Lyrik verzichtet z.T. bewusst auf Satzzeichen, um mehrdeutiges Lesen zu ermöglichen.
    LG
    Perry

    Hallo Wilma,
    ja die "basstrommeln" sind musikalisch etwas vorbelastet, aber bisher ist mir keine Alternative eingefallen, außerdem liebe ich es, wenn Bilder ein wenig kanten.
    Danke für dein Interesse und LG
    Perry

  13. #13
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    Hi, Perry -

    nicht über einen Kamm, sondern zugegebenermaßen über m e i n e n Kamm.
    Das bringt das Alter so mit sich, der aufnahmebereite Geist kommt mit manchen Puzzles nicht zurecht.
    Daß ich so an der Interpunktion festhalte und Wert auf sie lege, hat seine berechtigten Gründe.

    Es gibt hier gar nicht so wenige interessante Texte, die für mich des Lesens wert wären.
    Sehe ich dann die unter den fadenscheinigsten Gründen vernachlässigte Sprache, wende ich mich ab.

    LG
    Barbarossa

  14. #14
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    Hallo Barbarossa,
    ob das nun berechtigt ist oder Altersstarrsinn magst du für dich selbst entscheiden. Ich wäre dir aber dankbar, wenn du solche Grundsatzdiskussionen nicht unter meinen Texten austragen würdest.
    Danke für dein Verständnis und LG
    Perry
    PS: Mir geht es bei Reimtexten ähnlich, aber ich toleriere sie trotzdem.

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