Thema: Hunger

  1. #1
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    Hunger

    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie Böses getan noch gedacht.
    Malt nur Schwarz-weiß Kontraste, zwischen Norden und Süden.
    Keinen interessiert meine Geschichte doch recht.
    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    Immerhin fehlt euch der Geist, welchen man “Mitgefühl“ nennt.
    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    Eure Kolonie machte uns hoffnungslos arm.
    Eure so leeren Augen, die immer alle nur starren,
    Machen mir ständig Angst, filmen nur, machen nicht satt,
    Wollen das Leiden zeigen, ganz ohne einem zu helfen.
    Hungern wir noch nicht genug? Jahre voll Dürre im Land.
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    Geändert von Nachteule (13.01.2013 um 23:05 Uhr)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Guten Morgen Nachteule .

    Bis auf diesen Hexameter, bei dem ich keine "richtige" Betonung finden kann, halte ich deine Distichen für durchweg gelungen (wie betonst du?):
    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    XxxxXxXxXxXxXxXx
    XxXxXxXxXxXxXxXx
    Die Sprache überzeugt mich nicht wirklich; sie kommt mir teilweise etwas unbeholfen daher. Ich kennzeichne blau, welche Formulierungen ich meine:
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie Böses getan noch gedacht.
    Malt nur den Schwarz-weiß Kontrast, den zwischen Norden und Süden.
    Keinen interessiert meine Geschichte doch recht.
    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    Immerhin fehlt euch der Geist, welchen man “Mitgefühl“ nennt.
    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    Eure Kolonie machte uns hoffnungslos arm?
    Eure so leeren Augen, die immer alle nur starren,
    Machen mir ständig Angst, filmen nur, machen nicht satt,
    Wollen das Leiden zeigen, ganz ohne einem zu helfen.
    Hungern wir noch nicht genug? Jahre voll Dürre im Land.
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    Doch, noch, auch ..... sind vermeidbare Füllsel.

    Das bewegende Thema könnte gern etwas bissiger formuliert werden.

    Die Wiederholung des ersten Distichon gefällt mir sehr gut !
    Herzliche Grüße,
    Medusa.

  3. #3
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    mit der Wiederholung das letzten Distichon hast du deinen eigenen Stil in diese alterwürdige Art der Dichtung geprägt und ebenso wie Medusa bin ich auch der Meinug, dass dies ein großartiger Einfall war.

    Mir ist das Thema an sich in seiner schweren Bedeutung ein wichtiges Anliegen, doch irgendwie mag er mich nicht so recht bewegen, Das liegt wohl daran, dass er allgemein gehalten (also auch an die Allgemeiheit gerichtet) ist, den Leser direkt anzusprechen würde das Leiden des LI bestimmt näher rücken und das denke ich wäre gelungener. Na ja ist nur so ein Gedanke, wie ich das empfinde. Ich glaube ich kann nicht so richtig verständlich machen was ich meine - nicht die Personalpronomen sind das Problem (also mein Problem), sondern die persönliche Ebene kommt für meine Begriffe zu kurz. Sry, ich habe an deine Texte einen super hohen Anspruch, einen höheren als an meine eigenen - das ist eigentlich doff von mir - SRY

    Liebe Grüße

  4. #4
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    hallo nachtuhl
    deine intention in allen ehren, auch für dein bauchgefühl habe ich verständnis, aber metrisch und stilistisch holpert es mir zu sehr.

    Malt muss hier etwas experimentell“ als „Unterstreicht/Untermalt“ gelesen werden, damit das „nur“ unbetont bleiben darf. bez. Gramm.: Das Subjekt weicht ab vom vorhergehenden Satz.)
    Schwarz-weiß (im Schwarz-Weiss-Kontrast sind beide Farben betont, sonst wäre es ein Stilmittel, um zu zeigen, dass der schwarze Kontinent so viel grösser ist? wieder ziemlich „experimentell“.)
    Kontrast, den (betonte Silbe in Senkung) zwischen Norden und Süden.
    meine ( wessen? die Afrikas? oder die vom Leiden deines Bauches? dein Gedicht kann ich nicht als Geschichte sehen.)
    Afrika ist (unbetonte Silbe auf Hebung) euch zu arm.
    Doch wirklich arm ist (das „doch“ hier ist wohl ein Tippfehler) Europa.
    Immerhin (für dieses Wort fehlt ein Bezug. meinst du „immerzu“ oder „immer noch“?)
    Geist, welchen man “Mitgefühl“ („Mitgefühl“ ein „Geist“? oder eher „der Geist des Mitgefühls“?) nennt.
    Sind wir nicht auch Opfer (Hebungsprall zwischen zwei betonten Silben im Hexameter. das "auch" kann im Satzzusammenhang nicht unbetont sein).
    Eure Kolonie (Ko = unbetonte Silbe auf Hebung)
    hoffnungslos arm? (Als Frage gemeint?)
    machen nicht satt (wie ginge es wohl zu, wenn Augen satt machten?)
    Hungern wir noch nicht genug, Jahre voll Dürre im Land?(so gemeint?)

    nichts für ungut
    wilma27
    Geändert von kaspar praetorius (15.03.2012 um 14:56 Uhr)
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  5. #5
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    Hunger

    Liebe Nachteule,

    ein wichtiges und Weltbewegendes Thema hast Du hier gut aufgezeigt. Am Hunger in der Welt wird viel zu oft vorbeigeschaut. Er schleicht sich, zwar bisher nur sehr vereinzelt aber doch stetig in unser Land. Es liegt selten am Mangel sondern daran dass Einzelnen ein Überfluss zugebilligt wird. Auch in den ärmsten Ländern gibt es vereinzelt großen Reichtum und wachsende Armut (relativ) und wachsende Zahl an Geringverdienern gibt es bei uns erst seit die Zahl der Millionäre und Milliardäre wächst.
    Den Betonungsrhythmus konnte ich nur sehr unsicher nachvollziehen und bin deshalb auch unsicher ob die Distichen gut gelungen sind. Die Aussage hat mir gut gefallen.

    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    XxXxXxxXxxXxxXx
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    XxxXxxXXxxX
    Malt nur den Schwarz-weiß Kontrast, den zwischen Norden und Süden.
    XxxXxxXxXxXxxXx
    Keinen interessiert meine Geschichte doch recht.
    XxXxxXXxxXxxX
    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    XxXxXxXxXxXxXxXx
    Immerhin fehlt euch der Geist, welchen man “Mitgefühl“ nennt.
    XxxXxxXXxxXxXX
    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    XxXxXxxXxxXxxXx
    Eure Kolonie machte uns hoffnungslos arm?
    XxXxXXxxXxxX
    Eure so leeren Augen, die immer alle nur starren,
    XxxXxXxxXxXxxXx
    Machen mir ständig Angst, filmen nur, machen nicht satt,
    XxxXxXXxxXxxX
    Wollen das Leiden zeigen, ganz ohne einem zu helfen.
    XxxXxXxxXxXxxXx
    Hungern wir noch nicht genug? Jahre voll Dürre im Land.
    XxxXXxXXxxXxxX
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    XxXxXxxXxxXxxXx
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    XxxXxxXXxxXxxX

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  6. #6
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    Hallo Nachteule,

    Das schwere Schicksal der so genannten dritten Welt! Du hast hier einen Protagonisten beschrieben, der laut anklagt.
    Natürlich ist die sogenannte erste Welt mit Schuld an dem Disaster, aber wohl doch nicht nur.
    Aber davon abgesehen hat der Mensch mit dem dünnen Bauch mein Mitgefühl und ich wünsche mir, dass sich an den schrecklichen Zuständen endlich was ändert. Das wird aber nicht ohne Kampf abgehen. Leider!

    Liebe Grüße,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  7. #7
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    sry ich nochmal, jtzt weiß ich was mich so verwirrt hat, das "Bäuchlein" ist schuld. Mein inneres Auge zeigt mir ein Kind, dessen Bauch aufgeschwollen ist - das ist kein Bäuchlein - das ist eine Verharmlosung des von dir gewählten - nicht auf die leichte Schulter zu nehmenden Missstandes, den du zu recht anprangerst. Das ist was ich oben versucht habe zu beschreiben, also vergiss die obigen Worte einfach - sie sind ohnehin nicht allzu kritisch gemeint.

    Bis bald!

  8. #8
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    Hallo zusammen,

    erste einmal: Danke für eure Kommentar!

    @Medusa
    (wie betonst du?):
    Afrika ist euch zu arm. Doch Wirklich arm ist doch Europa.
    Afrika wird so betont, ist betone ich als Verb eigentlich immer, zu wegen den drei unbetonten, wirklich und Europa wieder wegen der Stammbetonung und ist bleibt ein Verb.

    Die Sprache überzeugt mich nicht wirklich; sie kommt mir teilweise etwas unbeholfen daher. Ich kennzeichne blau, welche Formulierungen ich meine:
    Wie ich mir am "kleinen Bäuchlein" klar zu machen verhoffte, geht es um ein kleines Kind aus Afrika, das wahrscheinlich keine wirkliche Schulbildung genossen hat, da es das einfach in seinem armen, vom Hunger geplagten Dorf, nicht gibt. Es hungert seit es denken kann. Was für Bilder ich beim schreiben im Kopf hatte, erkläre ich unten bei Wilma. Ich will die Leser ja bei der Stange halten.
    Aber genau darum ist das Gedicht auch nicht so bissig. Ein kleines, erschöpftes Kind wird niemals bissig sein. Es hat die Kraft und die rhetorischen Mittel dazu gar nicht. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. (Das kleine "Böses" ist natürlich dennoch falsch... )

    Die Wiederholung des ersten Distichon gefällt mir sehr gut !
    Freut mich! Mir hat mein erster Distichon so gut gefallen und er passte so gut zum Ende, das musste sein!

    @Dolly
    mit der Wiederholung das letzten Distichon hast du deinen eigenen Stil in diese alterwürdige Art der Dichtung geprägt und ebenso wie Medusa bin ich auch der Meinug, dass dies ein großartiger Einfall war.
    Jetzt übertreibst du, aber Danke!

    Sry, ich habe an deine Texte einen super hohen Anspruch, einen höheren als an meine eigenen - das ist eigentlich doff von mir -
    Hohe Ansprüche sind doch nicht doof. Das du an meine Texte einen besonder Hohen hast ist eher ein Kompliment, das ich zwar abwehre, aber mich innerlich freut. Ich erwarte, wenn ich ehrlich bin, von dem einen oder anderen auch mehr, als ich leisten kann.

    also vergiss die obigen Worte einfach
    Mit dem negativen passiert.

    Mit dem Rest deines zweiten Beitrages hast du mich nur noch mehr verwirrt. Dachtest du "oben" an jemanden, der fettleibig ist? Oder konntest/dachtest du nicht zu können das auszudrücken????

    @Wilma
    Das ist viel... Mal sehen, was ich entkräftigen kann und wo ich mein Haupt beschämt senken muss...
    Malt muss hier etwas experimentell“ als „Unterstreicht/Untermalt“ gelesen werden, damit das „nur“ unbetont bleiben darf. bez. Gramm.: Das Subjekt weicht ab vom vorhergehenden Satz.)
    Fängt gleich mit einem gesenkten Eulenkopf an... Da habe ich etwas in der Reihenfolge der Verse gearbeitet und das nicht beachtet. Das Subjekt sollte eigentlich "ihr" sein.

    Schwarz-weiß (im Schwarz-Weiss-Kontrast sind beide Farben betont, sonst wäre es ein Stilmittel, um zu zeigen, dass der schwarze Kontinent so viel grösser ist? wieder ziemlich „experimentell“.)
    Kontrast, den (betonte Silbe in Senkung) zwischen Norden und Süden.
    Laut Duden liegt die Betonung auf "weiß". Allerdings ist meine dann auch falsch. Ich ging von Schwarz aus. Ich mache "Malt nur Schwarz-Weiß Kontraste, zwischen Norden und Süden" daraus. Das ist zwar auch nicht perfekt, aber mir fällt auf die Schnelle nichts besseres ein. Dann ist auch das von dir betont gelesene "den" weg.

    meine ( wessen? die Afrikas? oder die vom Leiden deines Bauches? dein Gedicht kann ich nicht als Geschichte sehen.) Afrika ist (unbetonte Silbe auf Hebung) euch zu arm.
    Die das Kindes, dessen kleines Bäuchlein seit Jahren beständig schmerzt. Es geht ja eindeutig um ein LI. Wie oben erwähnt, würde ich das "ist" betont lesen.
    Doch wirklich arm ist (das „doch“ hier ist wohl ein Tippfehler) Europa.
    War hier als Verstärkung der Aussage gedacht. (und ich empfand es als passend für die Sprache eines Kindes)

    Immerhin (für dieses Wort fehlt ein Bezug. meinst du „immerzu“ oder „immer noch“?)
    Der Bezug ist der Satz zuvor. Es beschreibt, warum Europa wirklich arm ist. Der Duden sagt zu immerhin unter anderem:
    Zitat Zitat von Duden.de
    auf einen zu beachtenden [Neben]umstand hinweisend; schließlich, jedenfalls
    Und so meinte ich es.

    Geist, welchen man “Mitgefühl“ („Mitgefühl“ ein „Geist“? oder eher „der Geist des Mitgefühls“?) nennt.
    Mit Geist meinte ich den Spirit und nicht einen "(Metha)physichen Geist. Wieder Duden (u.a.):
    Gesinnung; innere Einstellung, Haltung
    Sind wir nicht auch Opfer (Hebungsprall zwischen zwei betonten Silben im Hexameter. das "auch" kann im Satzzusammenhang nicht unbetont sein).
    Mh... ich lese es so, verstehe aber, was du meinst... Ich versuche, mir etwas einfallen zu lassen. Streichen geht nicht so einfach, da mir dann eine Hebung fehlt.

    Eure Kolonie (Ko = unbetonte Silbe auf Hebung)
    Passiert.
    hoffnungslos arm? (Als Frage gemeint?)
    Nee... eigentlich nicht.. wird geändert!

    machen nicht satt (wie ginge es wohl zu, wenn Augen satt machten?)
    Das soll ja auch heißen, dass es eben nicht genügt, hinzufahren und zu filmen, sondern man statt 200 Kamerateams aus aller Welt (Das sind die "leeren Augen", denn ein Auge filmt ja auch nicht) eines schicken sollte und für die drei Tonnen, die die 199 anderen an Ausrüstung benötigen lieber drei Tonnen Kartoffeln, Brennholz und Wasser schicken sollte, da das beim Sattmachen hilft.

    Hungern wir noch nicht genug, Jahre voll Dürre im Land?(so gemeint?)
    Nein, die Jahre voller Dürre sind keine Frage, sondern eine Feststellung. Hier bekommt Medusa jetzt die Antwort zu meinen Bildern. Vor einem halben Jahr oder so, waren in allen Medien Bilder vom Horn von Afrika zu sehen. Dort war schon mehrere Jahre eine Dürre, ohne Regen und Erfrischung. Die Menschen hungerten schon ewig und in die Presse kam es nur, weil sie nach mehreren Jahren begannen aus ihrer Heimat in andere Länder zu wandern, in der Hoffnung dort zu bekommen, was sie zuhause nicht hatten. Essen, Trinken, Leben. Manche Kinder waren nur noch Haut und Knochen, wogen 1,3 Kilo. Die Jahre voller Dürre waren also nicht irgendwie gefragt, sondern festgestellt.

    nichts für ungut
    Kein Problem. Ich kommentiere ja auch so. Ich hoffe allerdings, ich konnte die Unklarheiten beseitigen!?

    @Hans Plonka
    Ja, da wo Leute haben, muss es fasst auch Leute geben, die nichts haben. Der deutsche Export lässt ja auch die Kunden, die Importeure, verarmen, wenn sie es nicht schaffen, Waren im Gegenwert zu exportieren. Das ist leider Realität, nimmt uns aber nicht die Verantwortung, Überschüsse an die Armen weiter zu reichen.

    @Klatschmohn
    Natürlich ist die sogenannte erste Welt mit Schuld an dem Disaster, aber wohl doch nicht nur.
    Da gebe ich dir recht. Aber hat die Kolonisierung mit ihren Plantagen nicht maßgeblich dazu beigetragen, dass die afrikanische Erde ausgedorrt ist? Dass die Sahara schneller wächst? Hat die Industrialisierung mit der damit zusammenhängeden nicht die Temperaturen in Afrika ebenso steigen lassen, wie bei uns und somit die Dürren ausgelöst? Klar hatte Afrika nie viel Wasser, aber es reichte zum Leben. In letzter Zeit sieht es so aus, als wäre das (in Teilen) nicht mehr der Fall. Da kann die 1. Welt, allen voran England, Frankreich und die Niederlande, ihre Mitschuld nicht verleugnen.
    ber davon abgesehen hat der Mensch mit dem dünnen Bauch mein Mitgefühl und ich wünsche mir, dass sich an den schrecklichen Zuständen endlich was ändert. Das wird aber nicht ohne Kampf abgehen. Leider!
    Ich werde es ihm weiter leiten!
    Ja, kämpfen muss man. Das Gedicht ist mein bescheidener Beitrag.

    Vielen Dank für eure Gedanken, Vorschläge, Kritiken!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    PS: Da es zu spät ist, um das alles nochmal durchzulesen, kann die Antwort Fehler enthalten..
    Geändert von Nachteule (18.03.2012 um 02:15 Uhr)
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  9. #9
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    hallo nachtuhl
    "immerhin" scheint mein "rotstift" keinen schaden angerichtet zu haben.
    wenn da, wie ich nicht erraten hätte, ein hungergeplagtes afrikanerkind spricht, sind stilistische fragen doppelt wichtig. womit ich nicht sagen will, ich wüsste den richtigen stil für so was.
    na dann, auf zum nächsten
    lg wilma27

  10. #10
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    Hallo Nachteule,

    ich beginne mal mit der Metrik:

    Zitat Zitat von Nachteule

    Hunger

    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie Böses getan noch gedacht.
    Malt nur Schwarz-weiß Kontraste, zwischen Norden und Süden.
    Keinen interessiert meine Geschichte doch recht.
    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    Immerhin fehlt euch der Geist, welchen man “Mitgefühl“ nennt.
    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    Eure Kolonie machte uns hoffnungslos arm.
    Eure so leeren Augen, die immer alle nur starren,
    Machen mir ständig Angst, filmen nur, machen nicht satt,
    Wollen das Leiden zeigen, ganz ohne einem zu helfen.
    Hungern wir noch nicht genug? Jahre voll Dürre im Land.
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.



    XxXxXxxXx/xXxxXx
    XxxXxxXXxxXXxX
    XxxXxXx/XxXxxXx
    XxXxxXXxxXxxX
    XxXxXxXxXxXxXxXx
    x
    xXxXxXXxxXxxX
    XxXxXx/xXxxXxxXx
    XxXxXXxxXxxX
    XxxXxXx/xXxXxxXx
    XxxXxXXxxXxxX
    XxxXxXx/xXxXxxXx
    XxxXxxXXxxXxxX
    XxXxXxxXx/xXxxXx
    XxxXxxXXxxXXxX
    In der zweiten Zeile, die sich als letzte Zeile wiederholt, zieht das Wörtchen „noch“ in diesem Kontext die Betonung auf sich. Das würde ich auf alle Fälle ändern, zumal diese Zeile durch die Wiederholung besonders in den Focus rückt.
    Die fünfte Zeile geht m.E.n. als Hexameterzeile voll in die Hose. Sie kommt für mich als klassisscher achthebiger Trochäus daher, wobei ich das nicht als unangenehm empfinde, sondern eher als einen interessanten Bruch. Allerdings hängt dadurch das drauffolgende Pentameter (unsauber, „immerhin“ lese ich als klassischen Anapäst) in der Luft. Das müsste dann auch in einen Trochäus verzaubert werden oder einfach nur gecancelt. Inhaltlich ist diese Zeile entbehrlich, da Du mit ihr nur verrätst, was Du doch eigentlich recht gut emotional herüberbringst.

    Inhaltlich sehe ich es so, dass Du die Gedanken des Lesers, und sicherlich auch Deine, in ein hungerndes afrikanisches Kind implizieren wolltest. Schade, dass Du diese Idee nicht konsequenter verfolgt hast durch noch mehr kindlich-naive (unbefangenere) Formulierungen. Einige „dochs“ scheinen mir auch noch entbehrlich. Ist in der siebenten Zeile die Satzstellung etwas verunglückt?

    Zitat Zitat von Nachteule
    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    --> Sind wir nicht auch Opfer Europas, ganz kleine, geworden?
    oder
    --> Sind wir nicht auch ganz kleine Opfer Europas geworden?

    Vielleicht legst Du ja dieses Projekt noch nicht so schnell beiseite. Es könnte sich lohnen.

    LG Eremit
    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  11. #11
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    Hallo zusammen,

    @Wilma
    Keine Angst, Schaden hast du keinen angerichtet. Der eine oder andere Hinweis war ja wichtig und die anderen Sachen hoffe ich, dir näher gebracht zu haben. Du weißt doch, dass das Schöne an einem Forum ist, dass man aufeinander zugehen kann. Der Leser kann sich erklären lassen, was der Autor meint und der Autor erfährt, wo er sich so ausgedrückt hat, dass der Leser es versteht oder eben nicht, wo er also das nächste Mal vielleicht deutlicher werden muss.

    Das du nicht erkennst, wer hier spricht wundert mich, da ich es extra auf diesen Aspekt hin probelesen lies und eine positive Rückmeldung bekam, dass es in V3, spätestens aber V5 erkannt werden würde...

    @Eremit
    Zum Metrum muss ich sagen, bei V2/Vn (bin zu faul zum Zählen) hatte ich das nicht beachtet. Da der Vers mir eigentlich gefällt, werde ich mal überlegen, wie ich ihn überarbeiten kann, ohne ihm zu schaden.
    Wieso ich V5 betont habe, hatte ich schon oben erklärt. Aber ich glaube, da muss ich wirklich noch mal ran, wenn ich das jetzt schon zweimal höre...
    V6 ist lt Duden von mir richtig betont. Er sieht für "immerhin" vor, dass die erste und letzte Strophe eine Betonung erfährt. Ich gehe davon aus, dass man dann beide Silben betont oder unbetont lesen kann.
    Dass du das Gedicht so einschätzt, dass es auch ohne diesen Vers gut rüberkommt, freut mich, aber eigentlich möchte ich ihn schon beibehalten, um es zu verdeutlichen, weil z.B. Wilma trotz des Verses Probleme hatte, es zu erkennen.

    Was ich ausdrücken wollte, hast du gut erkannt. Wie ich noch mehr Naivität einbringen kann, weiß ich noch nicht, werde mir aber Gedanken machen. (wie auch zu den anderen Problemen)
    Der komische Satzbau war der Zäsur geschuldet. Da ging dann irgendwann die Zeit aus, um das auszubügeln. Kommt aber hoffentlich auch noch. Mal sehen, was meine Zeit dazu sagt.

    Vielen Dank für eure Kommentare!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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  12. #12
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    Hunger

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie Böses getan noch gedacht.
    Malt nur Schwarz-weiß Kontraste, zwischen Norden und Süden.
    Keinen interessiert meine Geschichte doch recht.
    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    Immerhin fehlt euch der Geist, welchen man “Mitgefühl“ nennt.
    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    Eure Kolonie machte uns hoffnungslos arm.
    Eure so leeren Augen, die immer alle nur starren,
    Machen mir ständig Angst, filmen nur, machen nicht satt,
    Wollen das Leiden zeigen, ganz ohne einem zu helfen.
    Hungern wir noch nicht genug? Jahre voll Dürre im Land.
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    Hallo allerseits,

    ich komme noch einmal auf den Inhalt zurück, Hexameter hin und her, die Metrik macht noch
    kein Gedicht, ich denke auch nicht, daß die Bezeichnung Hexameter ein stilles Kritikverbot
    bedeutet.

    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie Böses getan noch gedacht.
    Die ersten beiden Verse haben einen ironischen Klang. Da das Gedicht in der Rubrik Gesellschaft
    steht, denke ich beim Lesen an die eßkranke Konsumgesellschaft, in der Magerkeit ein
    Schönheitssymbol ist, Anorexie und Bulimie anerkannte Krankheiten, während in jedem Moment
    Kinder verhungern.

    Malt nur Schwarz-weiß Kontraste, zwischen Norden und Süden.
    Keinen interessiert meine Geschichte doch recht.
    Beim dritten Vers, ich sagte in meinem ersten Kommentar, das Gedicht nicht verstanden zu
    haben, und zwar im Ganzen, erkenne ich die Beziehung nicht. Wer oder was Malt nur? Ist
    es das Bäuchlein? Oder ein Imperativ? Das LI hat eine Geschichte, die niemand hören möchte?

    Afrika ist euch zu arm. Doch wirklich arm ist doch Europa.
    Immerhin fehlt euch der Geist, welchen man “Mitgefühl“ nennt.
    Wer wird in den folgenden beiden Versen angesprochen? Wem ist Afrika zu arm? Ist das
    LI Afrikaner? Kann man den Geist, hier ist wohl eher der Verstand gemeint?, als Mitgefühl
    bezeichnen? Wer behauptet das?

    Sind wir nicht auch Opfer, ganz kleine, Europas geworden?
    Eure Kolonie machte uns hoffnungslos arm.
    Wer ist “wir“? Das LI redet jetzt im Plural. Die Betitelung “ganz kleine“ finde ich total
    unangebracht, sollte “wir“ für Afrikaner stehen, im Anbetracht der Genozide, Kriege,
    Krankheiten, des historischen Raubbaus, Sklavenhandels, etc. dieses Kontinentes. Welche
    Kolonie ist hier gemeint?

    Eure so leeren Augen, die immer alle nur starren,
    Machen mir ständig Angst, filmen nur, machen nicht satt,
    Bei diesen Versen habe ich den Eindruck, es handle sich um ein Kind, die Publizität eines
    farbigen Kindes in der Wüste erschien vor einigen Jahren, sie hat mich revoltiert, wenn ich
    mich nicht täusche, erzähle ich kurz in meinem Text “La boîte noire“ davon, das ist aber nur
    ein persönliches Bild, an das ich mich beim Lesen erinnere, im Gedicht verstehe ich nicht
    die Folgerung “Eure KolonieEure so leeren Augenfilmen nur -“.

    Wollen das Leiden zeigen, ganz ohne einem zu helfen.
    Hungern wir noch nicht genug? Jahre voll Dürre im Land.
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    Wer ist das LI? Leider habe ich nicht verstanden, wen es repräsentieren soll. Hunger bläht die
    Bäuche auf, zierlich empfinde ich als zynisch, mehrere Jahre Dürre würde wohl die ganze
    Bevölkerung eines Landes ausrotten, wenn man sie daran hindert, in fruchtbare Regionen zu
    wandern. Afrika hat eine reiche Agrikultur, viele Waren findet man täglich bei uns auf dem
    Markt. Der Nil? Und andere Wasserwege wurden umgeleitet, die Wüste schreitet voran,
    Industrie verschmutzt Gewässer, Krankheiten breiten sich aus, Menschen werden enteignet,
    flüchten, ertrinken im Mittelmeer, der Kontinent ist immer noch reich.

    Auch in Europa gibt es sehr große kulturelle Unterschiede, die Länder sind sehr verschieden,
    Nord- und Süd Einteilung ein wenig zu oberflächlich, Beispiel: Monako, Johannesburg. Die
    Aussage des Gedichtes bleibt für mich unverständlich, hoffentlich habe ich dies jetzt minimal
    erklären können? Europa, wo auch Menschen hungern, erfrieren, verarmen, etc. mit Afrika in
    Beziehung zu setzen, ist sicher kein einfaches Thema, hier verstehe ich nicht, was der Verfasser
    aussagen wollte, wenn nicht die Realität zu ironisieren oder zu verniedlichen.

    LG

    ***

    Mein erster Kommentar, der übergangen wurde, bezog sich auf den Titel und darauf, wie ich,
    nachdem ich die Kommentare gelesen hatte, den Inhalt nicht verstand.

    Guten Abend,

    Das Gedicht erinnert mich an so einiges, die Bäuche der hungernden Kinder sind aufgebläht. Der Witz,
    ich habe gerade meinen Schrank geleert, werde gleich noch einen Käsekuchen backen, für einen neuen
    Nachbarn, der nichts zu essen hat, obwohl er arbeitet. Er ist noch sehr jung. Man erfährt so etwas über
    gute Freunde, füllt eine Tüte, und er weiß nicht, woher es kommt, um ihn nicht zu beschämen.

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Viele Jahre schmerzt es beständig, mein zierliches Bäuchlein.
    Habe im Leben doch nie böses getan noch gedacht.
    Das Gedicht verstehe ich nicht. Den Spott finde ich unangebracht.

    LG Kalinka

    ***

    Leider geht der Autor auf keinerlei Kritik ein, sucht Fehler im Kommentar, ich schreibe:

    Zitat Zitat von Kalinka
    Da das Gedicht in der Rubrik Gesellschaft steht, denke ich beim Lesen an die eßkranke Konsumgesellschaft,
    und interpretiert "Metrik" und "Metrum" nach oberflächlichem Wissen.

    Wenn man das Leben nur von Photos und anderer visueller Medienpropaganda kennt, bleibt ein so schweres
    Thema wie "Hunger" eben Ironie einer weltfremden Weltanschauung, in diesem Falle. Traurig, m.M.n. in einem
    Lyrikforum.

    LG
    Geändert von Farbkreis (18.03.2012 um 17:25 Uhr) Grund: Zusammenfassung

  13. #13
    Registriert seit
    Nov 2010
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    Im nächtlichen Wald
    Beiträge
    9.215
    Hallo Kalinka,

    ch komme noch einmal auf den Inhalt zurück, Hexameter hin und her, die Metrik macht noch
    kein Gedicht, ich denke auch nicht, dass die Bezeichnung Hexameter ein stilles Kritikverbot
    bedeutet.
    Klar macht die Metrik kein Gedicht, da es nur die Lehre der Betonung ist. Wenn das schon ein Gedicht machen würde, wo kämen wir da hin... Höchstens das Metrum kann ein Gedicht machen, aber davon bin ich auch nicht überzeugt. Das da oben sind aber Distichen (Pl von Distichon). Eine Mischung aus Hexametern und Pentametern. In diesem Fall kombiniert zu einem Elegie.
    Und ein Kritikverbot gilt hier nirgends. (Mein Schreibprogramm kennt das Wort nicht einmal)

    Die ersten beiden Verse haben einen ironischen Klang. Da das Gedicht in der Rubrik Gesellschaft
    steht, denke ich beim Lesen an die esskranke Konsumgesellschaft, in der Magerkeit ein
    Schönheitssymbol ist, Anorexie und Bulimie anerkannte Krankheiten, während in jedem Moment
    Kinder verhungern.
    Zum Glück habe ich tags gesetzt, die das ausschließen...
    Es gibt sicherlich viele hungrige Personengruppen, an die man denken kann. Essgestörte/-kranke gehören natürlich dazu. Ironie kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen.

    Beim dritten Vers, ich sagte in meinem ersten Kommentar, das Gedicht nicht verstanden zu
    haben, und zwar im Ganzen, erkenne ich die Beziehung nicht. Wer oder was Malt nur? Ist
    es das Bäuchlein? Oder ein Imperativ? Das LI hat eine Geschichte, die niemand hören möchte?
    Dass der Bezug beim Verschieben einiger Verse durcheinander gebracht habe, hatte ich weiter oben schon eingeräumt. Das ist einer der Gründe, warum man sich den ganzen Faden durchlesen sollte.
    Zum letzten Satz: Ja, das steht da Explizit.
    Wer wird in den folgenden beiden Versen angesprochen? Wem ist Afrika zu arm? Ist das
    LI Afrikaner? Kann man den Geist, hier ist wohl eher der Verstand gemeint?, als Mitgefühl
    bezeichnen? Wer behauptet das?
    Eindeutig das LD, in dem Fall das Kamerateam, das filmt. Auch du wirst darauf kommen, dass es sich um das Kamerateam von Industrienationen handelt.
    Was ich mit dem Geist meine ist auch schon abgehandelt worden. Ich spare mir darum weitere Ausführungen.

    Wer ist “wir“? Das LI redet jetzt im Plural. Die Betitelung “ganz kleine“ finde ich total
    unangebracht, sollte “wir“ für Afrikaner stehen, im Anbetracht der Genozide, Kriege,
    Krankheiten, des historischen Raubbaus, Sklavenhandels, etc. dieses Kontinentes. Welche
    Kolonie ist hier gemeint?
    Wir ist das Volk, dem das LI angehört.
    "ganz kleine" unterstreicht zum einen, dass Europa die Afrikaner und ihre Nöte nicht ganz ernst nimmt und zum anderen, dass nicht nur Europa an der Hungersnot in Afrika schuld ist, sondern auch die Lage des Kontinents, die einen enormen Beitrag dazu leistet, ebenso wie die Bürgerkriege und der Egoismus der Herrschenden. Zudem wird die Bedeutung, die Europa die sogenannte "erste Welt" Afrika zugesteht, verdeutlicht.
    Da keine Explizite Kolonie genannt ist, wird wohl auch keine explizite Kolonie gemeint sein. Oder kennst du eine, die das Volk reich gemacht hat?

    Bei diesen Versen habe ich den Eindruck, es handle sich um ein Kind, die Publizität eines
    farbigen Kindes in der Wüste erschien vor einigen Jahren, sie hat mich revoltiert, wenn ich
    mich nicht täusche, erzähle ich kurz in meinem Text “La boîte noire“ davon, das ist aber nur
    ein persönliches Bild, an das ich mich beim Lesen erinnere, im Gedicht verstehe ich nicht
    die Folgerung “Eure Kolonie – Eure so leeren Augen – filmen nur -“.
    Wow, wir nähern uns an.
    Du kannst davon ausgehen, dass nicht jeder Satz, der auf den anderen folgt auch direkt auf ihn aufbaut. Das LD "Eure" bleibt gleich. Nur einmal ist historische Hintergrund gemeint, beim anderen die direkte Person, die filmt/die Reportage dreht. Nehmen wir einmal England. Im ersten der beiden Verse ist gemeint, dass das britische Empire Kolonien hatte, die das Volk ausbeuteten, im zweiten der Verse ist gemeint, dass das britische Kamerateam nichts tut, als filmen. Was ist da nicht zu verstehen?

    Wer ist das LI? Leider habe ich nicht verstanden, wen es repräsentieren soll. Hunger bläht die
    Bäuche auf, zierlich empfinde ich als zynisch, mehrere Jahre Dürre würde wohl die ganze
    Bevölkerung eines Landes ausrotten, wenn man sie daran hindert, in fruchtbare Regionen zu
    wandern. Afrika hat eine reiche Agrikultur, viele Waren findet man täglich bei uns auf dem
    Markt. Der Nil? Und andere Wasserwege wurden umgeleitet, die Wüste schreitet voran,
    Industrie verschmutzt Gewässer, Krankheiten breiten sich aus, Menschen werden enteignet,
    flüchten, ertrinken im Mittelmeer, der Kontinent ist immer noch reich.
    Wenn du alle deine Interpretationsversuche zusammenklabusters, dann wirst du es schon herausfinden. Du kannst aber auch einfach die Kommentare durchlesen.
    Bei Hunger wird nicht immer und nicht nur der Bauch aufgebläht. Es gibt genug Fotos von Menschen, auch Kindern, bei denen die Haut der Bauchdecke nur von der inneren Organen davon abgehalten wird, an der Haut des Rückens zu kleben. Das ist grausam und ebenfalls eine Folge von Hunger.
    Viele Jahre Dürre muss nicht unbedingt meinen, dass es nur Dürren hatte. Es kann eine Dürre geben, einmal regnen und weiter Dürren. Allerdings dachte ich in der Tat davon gehört zu haben, dass die angesprochenen Dürre (wieder die Kommentare lesen) mehrer Jahre dauerte. Sie zu überleben ist, in der Theorie, ganz einfach: Vorräte anlegen und sich von Hilfsorganisationen helfen lassen. Anders kann ich es mir auch nicht erklären. Es wird aber viele Hunderttausende, wenn nicht sogar Millionen Menschen geben, die dies aus unterschiedlichen Gründen nicht konnten und leider den grausamen Hungertod sterben mussten.
    Der Kontinent ist reich, aber nicht die Bewohner. Oder möchtest du mir erklären, die Bevölkerung von Somalia sei reich??????

    Auch in Europa gibt es sehr große kulturelle Unterschiede, die Länder sind sehr verschieden,
    Nord- und Süd Einteilung ein wenig zu oberflächlich, Beispiel: Monako, Johannesburg. Die
    Aussage des Gedichtes bleibt für mich unverständlich, hoffentlich habe ich dies jetzt minimal
    erklären können? Europa, wo auch Menschen hungern, erfrieren, verarmen, etc. mit Afrika in
    Beziehung zu setzen, ist sicher kein einfaches Thema, hier verstehe ich nicht, was der Verfasser
    aussagen wollte, wenn nicht die Realität zu ironisieren oder zu verniedlichen.
    Bringe deine Schlussfolgerungen in einen Zusammenhang, lies dir alle Beiträge in dem Faden durch, bringe diesen in den gleichen Zusammenhang und schon hast du eine Chance, zu verstehen, was ich sagen wollte.
    (Nord-Süd ist die sogenannte 1. Welt und die 3. Welt. Das wird auch durch "schwarz-weiß" unterstrichen, da dort der Schwarzafrika noch von Europa/Nordamerika getrennt wird.)

    Gruß
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  14. #14
    Registriert seit
    May 2010
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    6.190
    Hi, Nachteule ...

    hier sei es nachgereicht:
    Dein Gedicht hat mich dazu angeregt, dieses Thema in Anlehnung an Deine Zeilen mit eigenen Worten zu gestalten.
    Plagiieren wollte ich es gewiß nicht, das dürfte offensichtlich sein.
    Wenn Du darauf bestehst, erwähne ich nach meinem Text, daß manche Ausdrücke von Dir übernommen wurden.

    LG
    Barbarossa

  15. #15
    Registriert seit
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    Beiträge
    9.215
    Hallo Barbarossa,

    ich verlager das Gespräch mal in deinen Faden, weil es dort begonnen hat und dann in einem Zusammenhang bleibt.

    Gruß
    Nachteule

    @Kalinka
    Leider geht der Autor auf keinerlei Kritik ein, sucht Fehler im Kommentar, ich schreibe:

    Zitat Zitat von Kalinka
    Da das Gedicht in der Rubrik Gesellschaft steht, denke ich beim Lesen an die eßkranke Konsumgesellschaft,
    und interpretiert "Metrik" und "Metrum" nach oberflächlichem Wissen.

    Wenn man das Leben nur von Photos und anderer visueller Medienpropaganda kennt, bleibt ein so schweres
    Thema wie "Hunger" eben Ironie einer weltfremden Weltanschauung, in diesem Falle. Traurig, m.M.n. in einem
    Lyrikforum.
    Denk was du willst. Am Besten liest du das nächste Mal den ganzen Faden, so wie es die Netiquette vorsieht, dann merkst du auch, dass ich auf Kritik eingehe, aber keine Lust habe, alles doppelt und dreifach durchzukauen. Mir ist in letzter Zeit dein großer Mangel mit dem "scharfen ß" aufgefallen, ich dachte, dir einen Gefallen zu tun, wenn ich ihn aufzeige, damit du diesen in nächster Zeit abstellen kannst, du bist aber so uneinsichtig, wie du es mir unterstellst. Ich kann Kommentare in der Gesellschaftrubrik auch nur ironisch verstehen, wenn sie Fehler aufweisen. Tut mir Leid.
    Geändert von Nachteule (19.03.2012 um 01:27 Uhr)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
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