1. #1
    Registriert seit
    Jul 2007
    Beiträge
    1.366

    Lightbulb Elegische Gedanken

    Abgeschminkt (Überarbeitet)

    Bühne des menschlichen Seins ist Theater, ein Leben mit Masken.
    Führst du es? Spürst du es auch? Lebst so wie ich mit der Schau?
    Irgendwie friert es mich körperlich, seelisch will es mich bedrücken.
    Spüre ich Eigenes, so schieb ich es weit von mir weg.
    Spüre ich Fremdes, so weiß ich es nicht und ich will es nicht wissen.
    Spiel wird nun Ernst und aus Ernst wächst ein ganz neues Spiel.
    Beifall der freundlich und freudig vergeht, der ändert nicht meinen
    Zweifel, der nun an mir nagt, flüsternd und quälend mich plagt.
    Spielen wir Eigenes, spielen wir Fremdes in diesen Geschichten
    die wir erzählen und tun? Will ich es wissen was heilt?
    Eigenes, Fremdes vermischt und verdrillt sich wie strähnige, lockende
    Haarpracht geflochten von Hand. Flechtwerk so kunstvoll gemacht





    1. Version
    Abgeschminkt

    Bühne des menschlichen Seins ist Theater, ein Leben mit Masken.
    Führst du es? Spürst du es auch? Lebst mit der Schau?

    Irgendwie frierts mich nun körperlich, seelisch wills deutlich bedrücken.
    Spüre ich Eigenes, glaub ichs fast gar nicht.

    Spüre ich Fremdes, so weiß ich es nicht und ich mags auch nicht wissen.
    Spiel wird nun Ernst und der Ernst wird zum Spiel.

    Beifall der freundlich und freudig vergeht, der ändert nicht meinen
    Zweifel, der nun an mir nagt, flüsternd mich plagt.

    Spielen wir Eigenes, spielen wir Fremdes in diesen Geschichten,
    die wir erzählen und tun? Wer weiß es bloß?

    Eignes und Fremdes vermischt und verdrillt sich wie strähnige, lockende
    Haarpracht geflochten von Hand. Flechtwerk so kunstvoll gemacht.
    Geändert von Klatschmohn (10.04.2012 um 21:47 Uhr)
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  2. #2
    Registriert seit
    Nov 2008
    Beiträge
    11.077

    Elegische Gedanken

    Liebe Klatschmohn,

    eine tiefgründige Aussage mit dem Vergleicht des Lebens mit einer Bühne auf der geschauspielt wird.
    Es sind aussagestarke Bilder die uns das Schauspiel vielfältig erscheinen lassen. Eine bildhafte Darstellung die mir sehr gut gefällt. Von der Technik hab ich nicht viel Ahnung, habe es aber geixt.
    Der Pentameter scheint mir (subj.) ein wenig kurz.

    Bühne des menschlichen Seins ist Theater, ein Leben mit Masken.
    XxxXxxXxxXxxXxxXx
    Führst du es? Spürst du es auch? Lebst mit der Schau?
    XxxXxxXXxxX

    Irgendwie frierts mich nun körperlich, seelisch wills deutlich bedrücken.
    XxxXxxXxxXxxXxxXx
    Spüre ich Eigenes, glaub ichs fast gar nicht.
    XxxXxxXxxX

    Spüre ich Fremdes, so weiß ich es nicht und ich mags auch nicht wissen.
    XxxXxxXxxXxxXxxXx
    Spiel wird nun Ernst und der Ernst wird zum Spiel.
    XxxXxXxxX

    Beifall der freundlich und freudig vergeht, der ändert nicht meinen
    XxxXxxXxxXxXxxXx
    Zweifel, der nun an mir nagt, flüsternd mich plagt.
    XxxXxxXXxxX

    Spielen wir Eigenes, spielen wir Fremdes in diesen Geschichten,
    XxxXxxXxxXxxXxxXx
    die wir erzählen und tun? Wer weiß es bloß?
    xXxXxxXXxxX

    Eignes und Fremdes vermischt und verdrillt sich wie strähnige, lockende
    XxxXxxXxxXxxXxxXxx
    Haarpracht geflochten von Hand. Flechtwerk so kunstvoll gemacht.
    XxxXxxXXxxXxxX

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2007
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    3.980
    Guten Morgen Klatschmohn .

    Während ich mich mit deiner Elegie beschäftigte, hat Hans kommentiert. Darum kann ich mich kurz fassen, denn ich schließe mich seiner Einschätzung an:
    Der Inhalt ist sehr gut formuliert, die Bilder sind deutlich. Die Pentameter sind, bis auf den letzten, nicht gelungen.
    Die stumpfen Kadenzen sind gut, die Hebungen nicht. Wie der Hexameter hat auch der Pentameter sechs Hebungen; in V6 fehlt sogar die Diärese.

    So gelesen hast du es dir ziemlich leicht gemacht; denn gerade die Wechsel sind eine Herausforderung.

    Abgesehen von den vermeidbaren Fehlern gefällt mir dein Gedicht gut und ich habe es gerne gelesen.
    Herzliche Grüße,
    Medusa.

  4. #4
    Registriert seit
    Jul 2007
    Beiträge
    1.366
    Lieber Hans,
    nach einem Theaterspiel, das mich ziemlich belastet hat, habe ich meine Gefühle ert einmal irgendwie zu Papier, bzw. zu meinem PC bringen müssen.
    Vielen Dank für Dein Durchixen. Da ich die Verse schon vor 2 oder 3 Wochen geschrieben habe, hatte ich mittlerweile die Tücken des Pentameters erst noch einmal ausgraben müssen.
    Ein paar der Pentameterzeilen hätte ich für mich, anders geixt. Ich zeig mal welche:


    Spüre ich Eigenes, glaub ichs fast gar nicht.
    XxxXxxXxxX
    XxxXxxXXxxX aber das ist sicher Interpretationssache. Ich seh, die Passage ist schwierig.
    Vielleicht kann man schreiben:
    Spüre ich Eigenes, glaub ich es nicht ganz.
    XxxXxxXXxxX


    Spiel wird nun Ernst und der Ernst wird zum Spiel.
    XxxXxxXxxX
    Hier fehlt noch was, es hieße dann:
    Spiel wird nun ernst und der Ernst wird dann zum Spiel
    XxxXxxXXxxX, aber das ist sicher auch wieder eine Frage der Betonung, bzw. des Bedeutungsgehaltes.


    die wir erzählen und tun? Wer weiß es bloß?
    xXxXxxXXxxX
    hier würde ich auch anders betonen:
    XxxXxxXXxxX,

    aber wie gesagt, dass sind individuelle Lesearten.
    Jedenfalls bedanke ich mich ganz besonders für die Mühe, die Du Dir gemacht hast und mich dadurch noch mal zum Nachdenken angeregt hast.

    Liebe Grüße,
    Klatschmohn


    Liebe Medusa,

    auweia, 6 Hebungen im Pentameter? Da habe ich gravierende Fehler gemacht. Ich setz mich mal dran und versuche eine neue VAriante. Jedenfalls vielen Dank für Deine Adleraugen. Aber irgendwo habe ich etwas gelesen von einem fünfhebigen Jambus im Pentameter. Ich bin etwas verwirrt. Wie geht es denn nun wirklich?
    Bis dann, und liebe Grüße sendet Dir,

    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  5. #5
    Derolli Guest
    Liebe Klatschmohn,

    also Wiki sagt treffend:

    "Pentámeter ist ein Fachbegriff der Metrik für einen sechshebigen Vers aus Daktylen, wobei nach der dritten und sechsten Hebung keine Senkungen folgen. Der Name „Pentameter“ (von griechisch pente „fünf“ und metron „Maß“) ist also, bei wörtlicher Übersetzung, irreführend. Der Pentameter wurde seit der Antike besonders im Strophenmaß des Distichons in Kombination mit dem Hexameter verwendet."

    Wenn ich fragen darf:
    Hast du selbst bei dem Stück mitgespielt, oder hat dich der Inhalt, oder die Ausführung so aufgewühlt?

    Liebe Grüße

  6. #6
    Registriert seit
    Feb 2007
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    3.980
    Liebe Klatschmohn .

    Hoyoko hatte bei seiner Aufgabenstellung dieses Beispiel gegeben:
    X x (x) / X x (x) / X x (x) / X x (x) / X x x / X x
    X x (x) / X x (x)/ X // X x x / X x x / X
    Mehr weiß ich auch nicht, aber es ist eine gute "Richtschnur".

    Frohes Schaffen .
    Herzlich,
    Medusa.

  7. #7
    Registriert seit
    Jul 2007
    Beiträge
    1.366
    Hallo Hans,
    siehste, jetzt weiß ich, woher ich das habe. Pentameter: deshalb hatte ich die 5 Hebungen wohl im Kopf.
    Ja, ich habe mitgespielt in einem Amateurtheater. Ein politisches Stück und ich war total depremiert, aber mitgefangen, mitgehangen.

    Liebe Grüße,
    Klatschmohn


    Liebe Medusa,
    ich versuch mal aus den fünfen, sechs Hebungen zu machen und melde mich dann zurück.
    Bis dann,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  8. #8
    Derolli Guest
    Liebe Klatschmohn,

    dann passt das Gedicht, so wie es ist eigentlich ganz gut, denn ob Pentameter oder nicht, es spiegelt deine Erfahrung wieder und diese lässt sich nicht gere in eine Form zwängen.

    Wenn du erlaubst - meine Gedanken zu dem Gedicht (welches mir im übrigen wirklich die Emotionen, kurz hinter dem Vorhang auf nahegebracht hat - sehr gelungen wie ich finde):

    Bühne des menschlichen Seins ist Theater, ein Leben mit Masken. (ein kurzer aber umsotreffender Prolog - saubere Einführung)
    Führst du es? Spürst du es auch? Lebst mit der Schau? (The Show must go on! Durch die kurz aufeinander folgenden Synonyme fühlen/spüren [hier passendes Silmittel nebenbei] erahnt man die Hektik die Anspannung, aber auch die Tiefe und die nähe zur eigenen Realität, den die Bretter die die Welt bedeuten, sind in dem Moment des Auftritts real)

    Irgendwie frierts mich nun körperlich, seelisch wills deutlich bedrücken. (Gänsehaut beim Erlebnis zur Geschichte tatsächlich dazuzugehören)
    Spüre ich Eigenes, glaub ichs fast gar nicht. (Spüren erneut - naja vielleicht könnte man es durch ein konkreteres Wort ersetzen wie: kratze / lastet auf mir mein Ich / Schnürrt mich mein Selbst)

    Spüre ich Fremdes, so weiß ich es nicht und ich mags auch nicht wissen. (Vielleicht: Rührt mich Fremdes / Leitet / Zwingt)
    Spiel wird nun Ernst und der Ernst wird zum Spiel. (sehr gut, ansprechend und doppeldeutig: Spiel als Gegensatz zu Ernst, aber auch als Kurzform des Wortes Schauspiel - genialer Gedanke)

    Beifall der freundlich und freudig vergeht, der ändert nicht meinen
    Zweifel, der nun an mir nagt, flüsternd mich plagt. (Welch ein Resüme, die Anerkennung durch den Zuschauer, welches ja zu den begehrenswerten Preisen eines Schauspielers zählt [ao sagt man zumindest oft] ist nicht mehr relevant, sie erfüllt nicht, nicht so wie man das eigentlich erwarten würde]

    Spielen wir Eigenes, spielen wir Fremdes in diesen Geschichten,
    die wir erzählen und tun? Wer weiß es bloß?

    Eignes und Fremdes vermischt und verdrillt sich wie strähnige, lockende
    Haarpracht geflochten von Hand. Flechtwerk so kunstvoll gemacht. (Realität, die Bühne wird Realität und verdrillt [ ein klasse Wort] sich mit dem Leben, passender und starker Schluss
    Naja so sehe ich das - nein so bewundere ich dein Schreiben

    Liebe Grüße

  9. #9
    Registriert seit
    Sep 2010
    Ort
    Ostbrandenburg
    Beiträge
    1.214
    Hallo Klatschmohn,

    schade, Du hast noch nicht den Rhythmus der ständig wechselnden Hexa- und Pentameter erfasst – ist auch nicht so einfach. Das beste wäre wahrscheinlich, Du würdest solche Verse einmal hören. Im letzten Zeilenpaar kommst Du dem Rhythmus am nächsten:


    Eignes und Fremdes vermischt und verdrillt sich mal strähnig, mal lockend -
    Haarpracht geflochten von Hand. Flechtwerk so kunstvoll gemacht.


    Dieses Zeilenpaar gefällt mir auch inhaltlich und vom Bild her am besten. Ich glaube, diese Zeilen stehen am besten für sich.

    LG Eremit
    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  10. #10
    Registriert seit
    Nov 2010
    Ort
    Im nächtlichen Wald
    Beiträge
    9.210
    Hallo Klatschmohn,

    Ich mag Theater. Eigentlich liebe ich es sogar. Aber das bei uns in der Stadt ist schlecht... Dann haben sie mal wieder einen guten Intendanten und schon geht er wieder nach einem Jahr... Theater ist die beste Möglichkeit, Leute zu beeinflussen. (Das meine ich positiv!)
    Aber nun zu deinem Gedicht:

    Den ersten Vers kann man als Hexameter gelten lassen, aber den zweiten würde ich nicht als Pentameter durchgehen lassen. Aber das mit den Hebungen wurde ja auch schon des Öfteren angemerkt. Dann lasse ich das mal links liegen. Komme ich schon früher ins Bett.

    Führst du es? Spürst du es auch? Lebst mit der Schau?
    Ich würde hier das "auch" rausnehmen. Dann hast du da eine bessere Wiederholung drin, die auch sprachlich besser hängen bleibt.

    Naja, ich glaube, sonst könnte ich nichts mehr sagen, ohne das selbe zu sagen, wie meine Vorredner.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Gedanken
    Von Kindzkopf im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 28.05.2009, 12:09
  2. Gedanken über Gedanken
    Von Berrie85 im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 15.02.2008, 12:46
  3. Gedanken über ungedachte Gedanken
    Von Woitek im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 21.01.2008, 18:59
  4. Gedanken, die quälen - gedanken an DICH
    Von Zitronenbutter im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 21.06.2005, 21:41
  5. Gedanken
    Von cibermaus im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 07.05.2005, 13:36

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden