1. #1
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    Leben nach dem Nahetod

    Hab dem Tod in die eisigen Augen geschaut,
    in den Ohren dröhnt donnernd sein Lied.
    Jetzt weis ich solange ein Funke noch glüht,
    erblindet die Seele, glaubt fest nichts geschieht.

    Und doch hat der Tod mir die Kindheit geraubt,
    das wohlige Trugbild unendlich zu sein.
    Er begleitet mich jetzt - auf Schritt und auf Tritt.
    Ins Herz frisst sich Angst, lässt mich nie mehr allein.

    Schickt die Sonne des Frühlings die Leichtigkeit,
    lässt sie Denken und Fühlen die Schwerkraft besiegen,
    zieht doch Nebel empor und bleicht diesen Glanz.
    Kann noch hüpfen. Aber werde ich je wieder fliegen?
    Geändert von Slartibartfass (18.03.2012 um 18:35 Uhr)

  2. #2
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    Leben nach dem Nahtod

    Hallo Slartibartfass,

    Das Thema ist beeindruckend und wird in der Aussagekraft durch die Daktylen verstärkt, was durch den wechselnden Versfüsse und ungleichmäßige Betonungsrhythmus so wie die wenigen Reime wieder abgeschwächt wird.

    X = betonte Silbe x = unbetonte Silbe

    xxXxxXxxXxxX Versfuß: Anapäst
    xxXxxXxxX Versfuß: Anapäst
    xXxxXxxXxxX Versfuß: Daktylus
    xXxxXxxXxxX Versfuß: Daktylus

    xXxxXxxXxxX Versfuß: Daktylus
    xXxxXxxXxxX Versfuß: Daktylus
    xxXxXxxXxxX Versfuß: Unbestimmt
    xXxxXxxXxxX Versfuß: Daktylus

    xxXxxXxxXxx Versfuß: Anapäst
    xxXxxXxxXxxXx Versfuß: Anapäst
    xxXxxXxxXxxx Versfuß: Anapäst
    XxXxXxXxXxXxXxx Versfuß: Trochäus

    Die Aussage trifft das Thema gut und macht es interessant.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hallo Slartibartfass,

    dein Gedicht gefällt mir sehr, ganz besonders der letzte Vers. Den Titel find ich nicht so spannend....irgendwie verrät er mir zuviel.

    in den Ohren dröhnt donnernd sein Lied.

    Hier würd ich viell. in meinen Ohren dröhnt donnernd sein Lied.
    Schreiben (aber ich hab keine Ahnung ob das deine Metrik zermatscht)

    Er begleitet mich jetzt - auf Schritt und auf Tritt.
    Hier „stört“ mich das „auf Schritt und auf Tritt.“ Ein bissel, viell. könnte man da was weniger Ausgeleiertes finden?

    Dennoch für mich ein Gedicht mit viel Tiefe, sehr gern gelesen


    Liebe Grüße Susi
    Susi`s Sammlung

    Wie das Wetter ist mein Leben
    viel Regen, wenig Sonnenschein.
    Und all die ungelebten Träume,
    müssen Regenbogen sein.

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