1. #1
    Registriert seit
    Feb 2011
    Beiträge
    332

    Tamarit (Spanien)



    Am Strand des Meeres steh ich still und schaue,
    hör Meeresatem in der Brandung rauschen.
    Gewaltig drängt das Wasser hin zum Land.

    Am Felsen gischtet‘s brausend auf aus dunkler Tiefe.
    Die Welle steigt und steht
    und stürzt erneut sich tosend in die Flut.

    Und jede Woge rollt und rührt den Ufergrund,
    Milliarden Steine finden niemals Ruhe.
    Es schleift und schabt und glättet unaufhörlich
    des Wassers Kraft in endlos langer Zeit.
    Geändert von Ingeborg (18.03.2012 um 22:07 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Mar 2012
    Beiträge
    72
    hallo, ingeborg,

    ein feiner rhythmus zieht sich durch deine verse und die bilder malen ein zeitloses bild voller bewegung. die zeilen spiegeln die melodie und den takt der brandung, find ich. metrisch ist es einwandfrei und stimmig mit dem inhalt.

    bloß das großgeschriebene Rauschen in S1 macht mich stutzig. entweder isses eine etwas sperrige genitivkonstruktion, was ich persönlich als stilbruch empfinden würde, oder es is einfach nur ein tippfehler und gehört klein. "hör den Meeresatem .... rauschen" anstatt "das Rauschen der Meeresbrandung".

    besonders gut find ich vom sprachklang her:
    Es schleift und schabt und glättet unaufhörlich
    des Wassers Kraft
    das kann was!


    schön!

    lg

    gossenkind

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2011
    Beiträge
    332
    Hallo gossenkind,
    danke für dein nettes Lob und die Kritik des Rauschens. Ich glaube auch, dass es klein geschrieben besser passt. Danke!
    Liebe Grüße von Ingeborg
    Geändert von Ingeborg (19.03.2012 um 18:42 Uhr)

  4. #4
    Registriert seit
    Jan 2011
    Ort
    schweiz/bw
    Beiträge
    9.233
    hallo ingeborg
    das ist das erste nicht paarreimige stück, das ich von dir lese, und ich finde es rundum gelungen. damit ich nicht spamme, weise ich gerne noch auf die von gossenkind noch nicht erwähnten alliterationen hin.
    lg wilma27
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  5. #5
    Registriert seit
    Feb 2011
    Beiträge
    332
    Hallo, Wilma 27,
    danke für deine positive Beurteilung meines Gedichts. Nur mit den Alliterationen weiß ich nicht recht, was du meinst.
    Einen schönen Abend wünscht dir Ingeborg

  6. #6
    Registriert seit
    Jan 2011
    Ort
    schweiz/bw
    Beiträge
    9.233
    oje, tut mir leid. hoffentlich heisst das wirklich so, und hoffentlich hab ich recht, wenn ich als beipiele aufzähle:
    strand-steh-still
    schaue-tauschen
    gewaltig-wasser
    brandung-brausend
    steigt und steht und stürzt
    felsen-tiefe-flut
    welle-woge
    rollt-rührt
    schleift-schabt
    (ehe ich hier unter die dichter geriet, hielt ich das für stabreime, aber ich glaube, so heisst's auch nicht)
    lg wilma27

  7. #7
    Registriert seit
    Feb 2011
    Beiträge
    332
    Hallo, Wilma27,
    danke für deine Antwort. Jetzt weiß ich, was du meinst. Aber ist das denn ein Fehler? Ich finde gerade, dass das Gedicht dadurch lebendig wird. Ich dichte halt mehr aus Gefühl, als aus wissenschaftlichen Gründen.
    Herzliche Grüße Ingeborg

  8. #8
    Registriert seit
    Jan 2011
    Ort
    schweiz/bw
    Beiträge
    9.233
    um aller himmel willen!
    nein! im gegenteil!
    lg wilma27

  9. #9
    Registriert seit
    Feb 2011
    Ort
    in der Südsteiermark (Österreich)
    Beiträge
    972
    Das erste ungereimte Gedicht von Ingeborg spricht mich auch sehr an. Obwohl deine gereimten auch die
    Creme a la Creme sind meistens. E.Chatterfield

  10. #10
    Registriert seit
    Feb 2011
    Beiträge
    332
    Hallo,Lady Chatterfield und Wima 27,
    alles bestens. Ich danke euch herzlich für das nette Lob.Es stimmt nicht ganz, dass dieses Gedicht das einzige ohne Paarreime ist. Im vergangenen Jahr habe ich schon einige andere ohne Reime veröffentlicht, vielleicht sind sie euch entgangen. Beispiele: 'Am Meer', 'Abend am Meer in Allinge', 'Himmel und Meer', 'Morgen am Rhein', 'Morgen in Kosta', 'Unwetter in Spanien'.
    Liebe Grüße von Ingeborg

  11. #11
    Registriert seit
    May 2010
    Beiträge
    6.190
    Hi, Ingeborg -

    das ist ein Text, der mir vom ersten bis zum letzten Wort ausnehmend gut gefällt.
    Er schwingt und klingt wie Meereswellen, wie Brandung, wie Gischt.
    Für mich, der ich ein paar Male in Spanien war, bringt er Erinnerungsbilder.
    Zum Eintauchen schön.

    LG
    Barbarossa

  12. #12
    Registriert seit
    Feb 2011
    Beiträge
    332
    Hi, Barbarossa,
    danke für deinen netten Kommentar zu meinem Text. Das Meer an Spaniens Küsten hat mich immer inspiriert und begeistert.
    Herzliche Grüße von ingeborg

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Unwetter in Spanien
    Von Ingeborg im Forum Natur und Jahreszeiten
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 18.03.2011, 17:17
  2. In Schottland oder Spanien.
    Von Carl im Forum Minimallyrik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 09.11.2010, 18:57
  3. Spanien
    Von Andreas Rüdig im Forum Diverse
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 19.06.2006, 14:32
  4. Schnee in Spanien
    Von Ingwer im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 22.02.2006, 05:47
  5. Ab nach Spanien
    Von jg im Forum Hoffnung und Fröhliches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 17.11.2005, 10:44

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden