Thema: Stadtgang

  1. #1
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    Stadtgang

    Ein kleiner Gang
    in der Stadt
    die nie steht.
    Ratternd am Zahnrad dreht
    Jeder Muskel knackt,
    Jedes Glied zerhackt,
    Jede Stufe um ein Haar,
    tiefer sackt.
    Die ganze Schaar
    sich knatternd bewegt.

    Du fragst,
    nach der Möglichkeit
    dieser Einheit
    die nie steht.
    Wenn jedes
    schillernde Leuchten
    -unerkannt-
    vorüberweht.

  2. #2
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    hallo k.pingo

    willkommen auf dem gedichtemarktplatz

    sehr schönes, lockeres reimschema, teilweise zusätzlich variiert durch alliteration.
    was mich stört:
    - bei "zerhackt" lese ich parallel zu den zeilen oben- und untendran das "jedes Glied" als subjekt. und das klingt irgendwie nicht so gewollt.
    - der nicht ganz reine satzbau bei "jede stufe sackt um ein haar tiefer"
    - ebenso bei "die ganze Schar bewegt sich knatternd"

    falls es dich interessiert, könnte ich zu rechtschreibung und zeichensetzung vorschläge machen.

    lg wilma27
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  3. #3
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    hallo wilma27

    vielen Dank fuer deine Anmerkung- ich bin immer fuer Vorschlaege offen-
    Meine Gedichte und Wortspiele sind grundsaetzlich in keinster Weise konstruiert. Sie entstehen immer in fuer mich persoenlich emotionalen Momenten. Dass heisst dieses Gedicht ist wirklich bei einem Stadtgang enstanden, bei dem ich mich ueber die Schnelligkeit, Kaelte und Blindheit der Menschen wunderte- deshalb faellt es mir oft schwer, das Gedicht hinterher umzuformulieren-
    Wie gesagt ich bin fuer alles offen- vielen Dank
    lg. K.Pingo

  4. #4
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    o.k. hier ist die rechtschreibung und zeichensetzung so berücksichtigt, wie ich es für richtig halte.
    (wobei in der zeichensetzung einfach die starren regeln eingehalten wurden, die zu missachten der schreibende auch mal frei ist.)

    Ein kleiner Gang
    in der Stadt,
    die nie steht,
    ratternd am Zahnrad dreht.
    Jeder Muskel knackt.
    Jedes Glied zerhackt.
    Jede Stufe um ein Haar
    tiefer sackt.
    Die ganze Schar
    sich knatternd bewegt.

    Du fragst
    nach der Möglichkeit
    dieser Einheit,
    die nie steht.
    Wenn jedes
    schillernde Leuchten
    - unerkannt -
    vorüberweht.
    Geändert von kaspar praetorius (21.03.2012 um 00:02 Uhr)

  5. #5
    Anjuleanga Guest
    Lieber/e Pingo,

    ein genauer Beobachter, der/die die Stufen um ein Haar tiefer sacken sieht.
    Menschen sind nicht erkennbar, wohl aber das Knacken ihrer Muskeln, und .das Zerhacken ihrer Glieder.
    Als Zahnräder einer Maschine sind sie auszumachen, aber nicht als Menschen.
    Keiner ist greifbar, jeder bleibt unerkannt wie ein vorüberwehendes Leuchten ( vermutlich ihrer Autos ). .
    Mit nahezu autistischer Betrachtungsweise zeichnest du ein Bild, welche Einzelheiten erkennt, aber den Zusammenhang nicht herzustellen vermag, schon gar nicht zu Menschen.
    Und du fragst dich, wie solch eine Einheit wie Stadt überhaupt existieren kann, wenn alles so flüchtig ist.
    als ,,Gelegenheitsstädter" sind deine Gedankenbilder für mich gut nachvollziehbar.
    die Inversion : die ganze Schar sich knatternd bewegt gefällt mir nicht so gut: besser: dei ganze Schar, knatternd bewegt. viel Spass weiterhin, L.G.A.

  6. #6
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    164
    Hallo, K.pingo.

    Ich finde es ein nicht uninteressantes Gedicht zum Autoverkehr in der Großstadt mit ein paar lobenswerten, nicht allzusehr unverbrauchten Bildern. Den Titel "Stadtgang" halte ich aber, da es sich um reinen Autoverkehr handelt, nicht für zutreffend. Zu den Bildern wäre zu sagen, dass sich mir die Verszeilen "Jede Stufe/um ein Haar tiefer sackt" beim besten Willen nicht erschließen, sie stehen wohl nur da, damit der Endreim zu "Jedes Glied zerhackt" passt. Die Verszeilen "Die ganze Schar/sich knatternd bewegt" halte ich nicht für geglückt, da es sich hier um eine Inversion handelt, die in dieser Form keine Grundlage hat. Zum Reimen wäre zu sagen, dass ich hier auf eine metrische Wüste gestoßen bin, und von daher wäre es besser gewesen, du hättest im freien Vers geschrieben, da hat man ein paar mehr Freiheiten. Insgesamt halte ich das Gedicht für einen nicht ganz geglückten Versuch, einen Teil des Großstadtlebens zu bedichten. Für das Gedicht spricht - bei allen Einwendungen -, dass das, was man "Flow" nennt, in Ansätzen durchaus vorhanden ist. Und unterm Strich habe ich es gern gelesen, auch in der Hoffnung, ich konnte dir ein paar brauchbare Hinweise geben.

    Grüße, Smarty
    Geändert von Smarty (21.03.2012 um 12:01 Uhr)

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