Thema: Finsternis

  1. #1
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Finsternis

    Finsternis

    Vernichtend schreit in mir der Kummer
    und keine Straße führt heraus.
    Ich prügel gegen schwarze Wände.
    Das ist nicht länger mein Zuhaus.

    Ich höre, wenn die Dielen knarren
    und du die Tür ganz leise schließt.
    Ich stell mir vor, es wäre Frühling
    und dass du mich im Jetzt nicht siehst.

    Wenn Mama dann am nächsten Morgen,
    ganz fröhlich und zufrieden scheint,
    dann bin ich ihr nicht wirklich böse,
    ich weiß, dass ihre Seele weint…


    Edit: Das Gedicht ist Fiktion…
    Geändert von Sydney (30.03.2012 um 19:57 Uhr)

    Quare suo iure noster ille Ennius sanctos appellat poetas, quod quasi deorum aliquo dono videantur.
    Cicero

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  2. #2
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    Hi Sydney,

    wenn dies ein Text über Kindesmissbrauch ist, dann finde ich ihn in seiner Einfachheit schon sehr plastisch. Durch die zum Teil sehr spröden Formulierungen wird das Bild des hilflosen Kindes mit der ohnmächtigen Mutter noch eindringlicher.

    Hier:

    und das du mich im Jetzt nicht siehst.

    bräuchte "das" noch ein zweites "s".

    Lg EvA
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


    Die WÖRTERWUNDERTÜTE ist da!

    Mein Buch Leitersprossen

  3. #3
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Hallo EvA,

    Erst einmal, danke für deinen Kommentar zu diesem traurigen Werk.

    wenn dies ein Text über Kindesmissbrauch ist, dann finde ich ihn in seiner Einfachheit schon sehr plastisch.
    Ja. Der Text handelt tatsächlich über dieses Thema. Ich war mir nicht ganz sicher, ob man das aus den Zeilen herauslesen kann, da ich es doch nur am Rande angedeutet habe. Aber genau so wollte ich es. Es freut mich, dass man es trotzdem erkennen kann.


    Durch die zum Teil sehr spröden Formulierungen wird das Bild des hilflosen Kindes mit der ohnmächtigen Mutter noch eindringlicher.
    Dann bin ich zufrieden. Ich wollte die Situation so formulieren, wie ein Außenstehender sie wahrnimmt. Das Kind, was nichtz gegen die Situation tun kann, sie sich nur wegdenken kann, und die Mutter, die an der Situation nichts ändern will, weil sie sie erfolgreich verdrängt. Du hast die richtigen Worte gefunden, um zu beschreiben, was ich sagen wollte.

    und das du mich im Jetzt nicht siehst.

    bräuchte "das" noch ein zweites "s".
    Ist geändert. Danke.

    Ganz liebe Grüße. Syd.

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  4. #4
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    meine liebe Wortfreundin...

    aus Wortern bilden wir Gebäude, Gärten und Liebliches, aber wir können damit auch Pfeile versenden, Anklagen schreiben, die jeder versteht - Danke, dass Du hier den Stummen, den Wehrlosen eine Stimme verliehen hast und mir die Gedanken dazu, es zu bilden.

    Vieles macht ganz einfach sprachlos,
    wortlos spüre ich den Schmerz,
    wer Gewalt in Seelen sät,
    erntet Stürme, nie ein Herz.

    Finsternis in manchen Menschen,
    schwarze Wörter, stummer Schrei,
    atme Luft in taube Räume,
    mache mich von Ketten frei.

    Frühling suchen wir im Leben,
    Winter friert Bewegung ein,
    höre Stimmen hinter Wänden,
    reiße diese Mauern ein…

    © Maccabros

    Inspiriert von „Finsternis“ von Sydney


    Ganz liebe Grüße

    Maccabros

    Darüber hinaus - ich warte gern, denn ich weiß auf wen und was ...
    Ich schreibe um mir bewusst zu machen, was ich fühle und denke -
    beim Lesen versuche ich das WARUM zu ergründen...


    © Maccabros

  5. #5
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Hai hey,

    aus Wortern bilden wir Gebäude, Gärten und Liebliches, aber wir können damit auch Pfeile versenden, Anklagen schreiben, die jeder versteht - Danke, dass Du hier den Stummen, den Wehrlosen eine Stimme verliehen hast und mir die Gedanken dazu, es zu bilden.
    Danke für deine lieben Worte. Ja, ich finde, dass man viel Schönes schreiben kann, aber ab und an muss man auch mal die harten Seiten der Welt beschreiben. ;D
    Dein Gedicht gefällt mir sehr gut. Vor allem "wer Gewalt in Seelen sät,
    erntet Stürme, nie ein Herz." . Nice, nice.

    Liebe Grüße. Syd.
    Geändert von Sydney (22.04.2012 um 01:01 Uhr)

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