1. #1
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    Pfeiff das Lied vom Tod: Auf Ostern

    Hoffnung heißt: Wolken ziehen*),

    Vergiss ein Leben nach dem Tod,
    dann lebst du smart und ohne Not.

    Auferstehung nach jedem Gelage,

    Auferstehung nach durchzechter Nacht,
    Alka Seltzer gibt dir Lebenspracht.

    Ewigleben wird nicht mal der Kosmos,

    Ewigleben, nur mit Fraun‘ der Nacht,
    hat manch Ohnmacht hart zurückgebracht.

    Schreiben ist Magie,


    Schreib nie gegen Wahrheit tief in dir,
    denn du verbleichst dann: jetzt und hier.


    *) der titel eines wunderbaren gemäldes meines leider zu früh verstorbenen freundes SIGMAR POLKE

    wir beide noch in besseren zeiten:


  2. #2
    Anjuleanga Guest
    Lieber Goldart,

    nun, Pölkes Bild versucht die Hoffnung zu entlarven, und gibt ihr den Anstrich einer unrealistischen Utopie. Wolken lassen sich eben nicht ziehen, man muss sie ziehen lassen. Aber auch S. Polke hat im Malen seiner Bilder seiner eigenen Vergänglichkeit entgegengewirkt.
    Interessanter Gedanke, ob das ewige Leben in der Konsequenz eine Horrorvision darstellt, die fast zur harten Ohnmacht führen muss, oder ob sie uns Sterbliche trösten kann. Geht eine Gelassenheit flöten, wenn wir kein ewiges Leben annehmen, und sind wir näher dran an der last chance - Mentalität, mit ihrem Hang zum Konzumzwang und sofortiger Triebbefriedigung, - nach mir die Sinnflut - , oder lebt es sich dann wirklich smarter und ohne Not. Beide Richtungen lassen sich vorstellen.
    Muss das Drama nicht um einiges härter ausfallen, wenn wir unser Mitwirken im Lebenskonzert vergeigen?
    Mag sein, dass das Leben für den einzelnen an Kraft und Energie gewinnt, wenn wir Hoffnung ziehen lassen, Glauben keinen Stellenwert beimessen, und uns dafür ganz der Liebe bzw. Vorliebe verschreiben. Eine Welt, die sich heute sicherlich ganz anders präsentiern würde wenn sie sich wohlmöglich ganz hedonistisch entwickelt hätte. Vielleicht gäb es sie auch schon nicht mehr, dem Todeskampf der Egoisten zum Opfer gefallen... ein interessantes Gedankenspiel.
    Da kitzelst du aber ganz schön an den Grundfesten christlicher Kultur, mein lieber Goldart, L.G.A..
    Geändert von Anjuleanga (31.03.2012 um 03:16 Uhr)

  3. #3
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    der einzige sinn des lebens ist es die unsterblichkeit im rahmen der kosmisch begrenzten dauer zu erreichen. die religionen machen den menschen mit ihren märchen und lügen allerdings seit tausenden jahren hoffnung darauf. der mensch in seinem forschungsdrang wird entweder

    1. den alterungsprozess mehr oder weniger bremsen, oder

    2. in etwa 200 jahren individuelle erinnerung-erfahrung-wissen und idendität in quantenkristall-datenträgern abspeichern und immer wieder neue körperliche hüllen klonieren und neu formatieren oder

    3. die körperlichkeit vom mental völlig lösen, denn das mental altert nur durch den verfallsprozess des gehirns

    hoffnung und glaube an götzen d.h. menschengötter wie den seligen j.c. haben in diesen entwicklungen keinen platz mehr. die zukunft der religionen wird dann in einer verkümmerung zu wirr-lächerliche sekten*) enden, wenn ein wesentlicher teil des erfahrbaren wissens entblättert ist.





    *) wenn man sich den schmonzes der religionen unter die lupe nimmt, bleibt nichts über ausser ein paar märchenbücher mit überalteten lebensratschlägen für den gebrauch im zelt oder der fliesswasser- und toilettenlosen wohnstätte. eines der besten beispiele ist die sinnlosigkeit der kosheren ernährung. das einzig vernünftige ist die beschneidung aus hygienegründen um die venerischen seuchen zu verhindern.





    SIGMAR POLKE
    1992 HOFFEN HEISST WOLKEN ZIEHEN (300x500 cm laqueur on polyester fabric. Owner: NATIONAL GALLERY WASHINGTON)
    Geändert von Goldart (31.03.2012 um 13:52 Uhr)

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