Thema: Neidisch?

  1. #1
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    Neidisch?

    Hallo liebe User,

    dies ist ein Spiel, das Neidern den Wind aus den Segeln nehmen soll.

    Jeder hat sicher irgendwann mal festgestellt, dass ein besonders ausgearbeitetes, tiefgründiges,
    poetisches, der Seele entsprungenes Gedicht einfach übergangen wurde, die Leser vor Neid
    sprachlos machte?

    Spielregeln: Wir brauchen keine Kommentare von Freunden, wir brauchen keine
    Mehrfachidentitäten, wir sind selbstkritische Künstler, die ihre eigene Kunst erkennen.
    Spielen wir Kritiker, Selbstkritiker.

    Wir Künstler unterscheiden zwischen "echt" und Schund. Jeder Kunstbanause oder Falschspieler
    darf mitspielen, muss sich jedoch darauf gefasst machen, entlarvt und schonungslos kritisiert zu
    werden, auf eigene Verantwortung, das sind die Spielregeln.

    Ich beginne mit meinem Chef-d’œuvre:

    Flupp

    Er rennt, erkennt die Einsamkeit
    Hier irgendwo will Flupp schon leben
    Vergangen bleibt Vergangenheit
    Der Neugeburt getreu ergeben

    Hier irgendwo will Flupp schon leben
    Entfernt von aller Menschenmacht
    Der Neugeburt getreu ergeben
    Weitab von sinnlos fader Pracht

    Entfernt von aller Menschenmacht
    Ermächtigt flieht erkannt die Seele
    Weitab von sinnlos fader Pracht
    Der Atem sitzt in stiller Kehle

    Ermächtigt flieht erkannt die Seele
    Vergangen bleibt Vergangenheit
    Der Atem sitzt in stiller Kehle
    Er rennt, erkennt die Einsamkeit


    *

    Dieses Gedicht reifte aus meiner pubertären Jugendseele zum Pantum.
    Die Autorin beweist in diesem Gedicht nicht nur ihre Sensibilität,
    ihre Maturität, sondern auch ein musikalisches Gehör, das in unserer
    lauten, kreischenden Welt durchaus als Rarität bezeichnet werden kann,
    und somit ist das Gedicht eine seltene Perle.



    Ihr seid dran. Viel Spaß.

    LG Kalinka


    PS: Es ist nicht gegen die Spielregeln, fremde, untergetauchte Gedichte zu loben, aber primär gilt:
    Wenn ich mich nicht selbst lobe, wer dann?

    ***
    Geändert von Farbkreis (03.04.2012 um 11:05 Uhr) Grund: size / Zitat (Flupp)

  2. #2
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    Ist dafür nicht der Faden
    "Ihr vermißt einen Kommentar...." gedacht?

    Ich würde nie eigene Gedichte besprechen. Wozu auch?
    Und wo ist das Spielerische?

  3. #3
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    Neidisch?

    Zitat Zitat von Barbarossa Beitrag anzeigen
    Ist dafür nicht der Faden
    "Ihr vermißt einen Kommentar...." gedacht?

    Ich würde nie eigene Gedichte besprechen. Wozu auch?
    Und wo ist das Spielerische?
    Hi Barbarossa,

    gute Frage und nein, hier vermißt niemand einen Kommentar, denn das Spielerische
    ist das Eigenlob. Der Spieler bespricht nichts, er spielt die Rolle des Kritikers und lobt
    sein Gedicht in höchsten Tönen, als wäre es nicht sein eigenes. Natürlich kann man
    auch diese Lobe kritisieren, deshalb der Titel: Neidisch?

    Alles klar?

    LG Kalinka

  4. #4
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    War klar.
    Find ich aber fade.

  5. #5
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    byzantinische ver[r?]ückung
    inspired


    wat dir de himmer übán stadlsmogg braut
    is echtma quirlt / zerr-schmochte wolkenzupp
    al zudat schmiərgel et wat haifizzzchupp
    dat dir in maga et wa looksus shout

    entjandəln wir den fluxus / sehn wies blaut
    verfeinern [...] mit frischem blubb
    aus japan liefert uns ein neff vom krupp
    methan für spitzentan[...] / schmeckts versaut (zeichenfolge-ga?)

    und schmeckts halt nicht / so dass den gästen stress flowt
    we're not amused und weben neuen dresscode
    mit sonnenstrahlbrokat ins cocktailkleid

    der emmerich [...] afft [...] störung
    für 6 [...] ... / du [...] örung ("verschwörung"?]
    ein meinunsrecht: the show must go [...] on [...]







    bei dem trashsonett "byzantische ver[r?]ückung" des kajn kokosknusper handelt es sich um eines der wichtigsten, wenn nicht gar das wichtigste, erhaltengebliebene zeitzeugnis aus dem 55. gates, das uns nach dem großen datenstrom erhalten geblieben ist. über den autor lässt sich nur sehr schwer rekodieren, dass er den datenstrom überlebt hat und in i-atari 4 untergetaucht ist. er hat es nach derzeitigem zeichenstand zu spacezeiten nicht geschafft, dieses trashsonett in seinen zyklus einzudaten. wie grobutec 63 vermutet, hätte es sich um das "trashsonett XXIV riecht" handeln müssen*. wie bereits der titel vermuten lässt, handelte es sich im 55 gates um eine sehr von dekadenz gezeichnete zeit. entsprechend ist meine these, dass es sich beim fehlenden vierten zeichen im zweiten zeichencode nur um das zeichen-r handeln kann, wie bereits grobutec 63 gemutmaßt hat**. dass es sich um die zeichenfolge-sz handeln könnte, wie diddyrus 54 behauptet***, erscheint mir anhand der quelllast sehr unwahrscheinlich. nichtsdestotrotz ist es diddyrus 54 sehr zu verdanken, den quellcode des vorliegenden textes so gut es ihm möglich war, zumindest in ansätzen zu rekodieren. weitere analysen laufen noch. von gesondertem interesse für uns zeichendeuterier ist, was sich hinter der "6" verbirgt, vielleicht ein schlüssel, der das rätsel um die ursachen für den großen datenstrom krekt? sowohl diddyrus 54**** als auch grobutec 63***** glauben das und ich sehe keinen grund, diese koryphäen anzuzweifeln. ein wunder ist, dass dieser text überhaupt so gut rekodiert werden konnte, was vor allem einen zufallsfund im quellcode von http://www.gedichte.com/threads/170779-Neidisch zu verdanken ist, der griga 3 vergangenes jahr gelungen ist, auf den diddyrus 54 in seinen analysen zugreift. wie ein rehistrionikergruppe um varic 12 bereits herausgefunden hat, war roland emmerich an der verschwörung beteiligt, die im 67. gates zum großen datenstrom expandierte******. genau geklärt werden konnte nicht, welche rolle emmerich spielte. anzunehmen ist, dass er ein bedeutender kleriker in den stream wars gewesen ist. schließen lässt sich aus diesen umständen, dass kajn kokosknusper seiner zeit weit vorraus war und die welt mit seinem trashsonett vor dieser verschwörung warnen wollte. seine spätere flucht nach a-itari 4 bezeugt diesen heldenmut. die transscriptio der ersten strophe ist bisher nicht gelungen. die gruppe um varic 12 vermutet eine geheime botschaft an kokosknuspers parteigänger dahinter*******.
    nichtsdestotrotz ist dieses trashsonett natürlich auch lyrik in einer bahnbrechenden sprache, die besonders in der ebenfalls gut recodierten dritten strophe deutlich wird. nicht ohne grund ist schließlich die wendung "wir weben neuen dresscode" in unsere umgangssprache eingestreamt. hier diffundiert eine kapriziöse dialektik mit der semantischen erotierierung des allumfassenden space zu einem fabriziösen stream gegen den vorherrschenden "fin de siècle-kapitalismus" der damaligen epoche. dieses gedicht ist, wie grobutec 63 schreibt, "nicht nur die darstellung, es ist bereits die sprachliche zerschlagung der 'verrückung' im endzeitkapitalismus"********.





    * allerdings deutet grobutec 63 dies in seinem epochalen werk ccc.grobutec63.sa/kajn-kokosknusper/die-byzantinische-verschwörung-vor-dem-großen-datenstrom selbst als mutmaßung
    ** ebd.
    *** diddyrus 54. in: ccc.diddy.sa/kajn-kokosknusper/warum-grobutec63-irrt
    **** ebd.
    ***** grobutec 63. in: ccc.grobutec63.sa/kajn-kokosknusper/die-byzantinische-verschwörung-vor-dem-großen-datenstrom
    ****** varic 12(hrsg.). in: ccc.rehistrio-channel.fd/news-vom-datenstrom
    ******* varic 12(hrsg.). in: ccc.rehistrio-channel.fd/news-vom-datenstrom
    ******** diesen begriff prägte grobutec 63 ebenso in seinem werk ccc.grobutec63.sa/kajn-kokosknusper/die-byzantinische-verschwörung-vor-dem-großen-datenstrom



    hiermit bestätige ich, nur saubere internetquellen benutzt zu haben und das sämtliche zeichen und quellcodes von mir verwendet worden sind.

    aegonius 7, am 2. kate moss im jahre des 157. gates
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  6. #6
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    cui bono?

    Andersrum:
    Wem schadet es?

    Find ich lahm.
    Außerdem ist diese Idee "steinalt".

  7. #7
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    cui bono?

    Andersrum:
    Wem schadet es?
    du verstehst nicht, was die idee ist und bezeichnest diese dann als "steinalt"?
    find ich lahm.
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  8. #8
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    Neidisch?

    Hi, jetzt sind wir schon drei.

    Nun, was ist "lahm"? Was ist "fade"? Aus Scham nichts zu tun, finde ich schade.

    Nun zu meiner Perle N° zwei:

    Mein Schritt

    Mein Schritt betritt dich ohne Spur
    Empfindungslos vergeht die Zeit
    Sie schritt dahin, durch Ewigkeit
    Zertrat verfrüht dein Spätfutur

    So schreitet jede Kreatur
    Verkommt erneut allzeit bereit
    Mein Schritt betritt dich ohne Spur
    Empfindungslos vergeht die Zeit

    Vergänglich wissend gibt sich nur
    Gescheiter Fortschritt über Leid
    Der Frohnatur Ergebenheit
    Dein Lauf erscheint auf ihrer Tour
    Mein Schritt betritt dich ohne Spur


    Man erkennt schnell, es ist ein Rondell. So eine Frechheit!
    Das ist gegen unsere Zeit! Das ist unverschämt! Lahm gelähmt!
    Aber es ist nicht fade, wär gerade als Hit der neuen Hitparade
    revolutionär!

    Ohne Gewähr.

  9. #9
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    Wie man sieht, scheint das Interesse nicht sehr groß zu sein.
    Aber für anamolie wäre das ein saftiges Fressen, garantiert.
    Hat sie das übersehen?

    Na, eventuell mach ich später doch mal mit.
    Falls ich mich damit nicht blamiere.

    Trotzdem:
    Viel Spaß bei diesem literarischen Spiel!

    Barbarossa
    Geändert von Cyparissos (22.04.2012 um 10:06 Uhr) Grund: Tippfehler

  10. #10
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    Mein Werk: >:|, ;-D O_o


    , ?
    .
    - ,
    .

    !
    , ,
    ,
    !


    Es ist ein zweistrophiges Gedicht mit einem durchweg sauberen Endreim und einem verkürzten 8. Vers, der die Authenzität des Werks m.M.n. steigert (nebenbei bin ich damit im Rahmen der maximal möglichen Smileys geblieben).
    Die Intention hinter dem Werk lag natürlich, im Rahmen eines Erlebnisgedichtes im Stil eines Goethe, im Erlebten, das ich lyrisch umzusetzen wusste. Nicht zuletzt die Autorin dieses Fadens tat diese Perle ohnegleichen als Spam ab, sozusagen aus Neid? War auch das einer der vielen Gründe für die Eröffnung dieses Fadens? Mir bleibt zu spekulieren...

    mfG

  11. #11
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    Zitat Zitat von Taras Bulba Beitrag anzeigen
    Nicht zuletzt die Autorin dieses Fadens tat diese Perle ohnegleichen als Spam ab, sozusagen aus Neid? War auch das einer der vielen Gründe für die Eröffnung dieses Fadens? Mir bleibt zu spekulieren...
    Tara... endlich kommt Farbe in die Bude, rote Perlen hab ich gern, gelbe noch viel lieber... ja,
    da ergrünt man doch glatt, bei so viel Genialität, vor allem der Blauperlenkopf kommt durch
    den roten über ihn besonders stimmig zur Geltung. Und der hier > ! < sollte schon an Goethe
    erinnern?

    Fabulös! Genial! Gratulation, 1:0 für dich

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