Verwoben hinter Tüchern
gemacht aus Dunkelheit,
davor stehend Bücher,
in Reih und Glied bereit.

Im tristen Kerzenlichte,
stand ein steinern Schrein,
verziert mit allerlei Gesichte,
erbaut mit Schmerz und Pein.

Ein Auge lag auf dem Altar,
listig funkelnd, Wirbel wehen,
in der Iris, nur im dunklen Jahr,
lässt sich darin Zukunft sehen.

Nur der Seher, der erkoren,
vom Aug, vom ewig Hüter,
aus Finsternis geboren,
grimm, mit frostigem Gemüt.

Stand auf in mondloser Nacht,
wankte durch sein Gemach,
das zerschunden und zerkracht,
hob die Stimme und sprach:

Es ist der Götter Wille,
das wir alle sind nur Sklaven,
im illusionistisch Idyll,
in kargen, engen Enklaven.

Doch niemals nie erkennt,
jemand die Tyrannei,
Gottvertrauen, allbekannt,
der Menschen Narretei.

All die Jahr nur einer, allein,
bereit, sich abzukehren,
vom schönen Schein,
sich der Willkür zu erwehren.

Die Erleuchtung gab Macht,
die Stimme wurd wohlklingend,
es trieb ihn durch die Nacht,
den Göttern Spottlieder singend.

Er rief sich zum Vergelter aus,
wollte Rechnungen begleichen,
zog in den Krieg hinaus,
sich mit Göttern zu vergleichen.

Das Licht im Dunkel zog hinaus,
ohne Rücksicht, verwegen,
schritt gegens göttlich Graus,
und schrie ihnen entgegen.

Meine Erkenntnis ist mein Schutz,
der Welten Wohl und Wehe,
in meiner Hand, der Götter Trutz,
mein Reich entstehe, mein Wille geschehe.

Doch ist der Lauf der Gezeiten
starr, unumkehrbar, am Schicksal
kann keiner rütteln, ob Gottheiten
oder Völker, es gibt keine Wahl.

Der Rächer ward verschlungen,
von der Zeit, den Elementen,
Torheit wars, niemals ists gelungen,
zu stürzen des Schicksals Monumente.

So sprach der alte Mann im Zelt,
schimmert hell und löst sich auf,
schwindet hin zur Sternenwelt,
wacht über den ewigen Kreislauf.