Thema: Phalanx

  1. #1
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    Phalanx

    Wo dein Leben endet,
    hat sich meins gewendet.
    Vergiss nicht, Fehler zu machen
    und über dein Pech zu lachen.

    Gib mir ein Stück Unendlichkeit,
    denn ich bin jetzt dazu bereit.
    Wird die Zeit dich übersehen
    und mir durch die Lappen gehen?

    Dieser Raum,
    ist mein Traum.
    So wird es sein,
    bin tot und rein.

    (C)
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  2. #2
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    Hallo Robert,

    Dein Gedicht ist nicht einfach zu entschlüsseln, trotz mehrmaligem Lesen

    ich lese es, als geht es hier um einen Meister und seinen diabolischen Schüler, der jetzt auf der ganzen Linie sein Erbe antreten möchte mit all der Macht, die er noch nicht besitzt, er denkt, er ist reif dafür, aber ist er das wirklich?

    LG G

  3. #3
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    Hallo

    und vielen Dank. Ein gewisses Zwiegespräch lese ich auch raus und für deine Interpretation gibt es genügend Spielraum,
    wie z. Bsp S2. Auch lässt sich darin das Neue im Alten sublimieren, wenn der Übergang zwischen den Generationen erfolgt.

    LG RS
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  4. #4
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    Hallo Robert,
    Phalanx bedeutet ja eine Schlachtformation einzunehmen.
    Ich lese hier einen Dialog zwischen einem lebenserfahrenen und jungem Menschen über mögliche Schlachtordnungen, um im Kampf des Lebens zu bestehen. Kritisch sehe ich die Schlussstrophe, die dem Kindergebet

    "Ich bin klein
    mein Herz ist rein
    daß niemand drin wohne
    als Jesus allein"

    ähnelt (Absicht?).
    LG
    Perry

  5. #5
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    Hallo Perry.

    Vielen Dank erstmal für die Annahme. Schlachtformationen scheinen etwas zu verlaufsartig, aber warum nicht. Schließlich aendern sich Meinungen über die Zeit, wie du so schön mit deinem Gebetszitat verdeutlicht. Sollte das auch ein kleiner Hinweis sein, das Gedicht mal rückwärts zu lesen?

    LG RS
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  6. #6
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    Grüße Robert,
    in deinem Werk sehe ich den buddhistischen Lebenszyklus, die Phalanx hierbei als Zusammenschluss, Verbindung und Ähnliches in gut gerüsteter Manier.
    Der Initialgedanke der mich zu dieser Annahme bringt ist, dass sich dein Leben "wendet", also Tod sich in Geburt verklärt?
    Deswegen sollte man auch über seine Fehler lachen können, da man noch "ein Stück Unendlichkeit" hat daraus zu lernen.

    L. Evo

    Ich bin der Titel jedes Reimes,
    Ich bin der Trugschluss jeden Scheines,
    Ich bin die Härte jedes Klanges,
    Ich bin die Stimme die besang es!

  7. #7
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    Hallo L. Evo

    und vielen Dank. Auch du hast einen Punkt entdeckt, der sicher nicht falsch ist. Phalanx ist der Schwere der Worte nachempfunden, um den Zeilen ein Zuhause zu geben. Der Tod hat sich eher in Erkenntnis verklärt , dass Fehler dazugehören und der Ewigkeit ihren Stellenwert einräumen

    LG RS
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  8. #8
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    Lieber Lyri,

    Interessantes Wort "Phalanx", das ich hier ganz neu begreife.
    Durch seine Fehler gelernt und einen Reifezustand erreicht, der einem satten
    vollen Seinszustand gleichkommt.
    Da buddhistische Parallelen zu ziehen, wie L. Evo es tat, halte ich durchaus für angebracht.

    Auch schön, diese Erfahrung einem Raum gleichzusetzen.

    LG SoFa
    Glückliche Gedichte glänzen wie Goldschmuck mit göttlicher Gravur

  9. #9
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    Hallo

    Ja und es wird immer weiter durcheinandergewürfelt Der Raum und der Traum steht auch als Kindheitserinnerung,
    Also lag Perry schon mal nicht ganz falsch...

    Vielen Dank + LG RS
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  10. #10
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    Hallo Robert !

    Da hast du aber wieder eine Nuss vorgegeben. Interessant finde ich die Schlichtheit der doch ganz einfachen Worte und Reime. Gleichzeitig stört es mich auch wieder. Bei diesem Thema würde ich eher das Ungereimte vorziehen. Wobei mich das Gedicht an sich schon anspricht. Ich will es mal versuchen.

    Wo dein Leben endet,
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    du gehst
    ich bleibe
    nicht ohne fehl und tadel
    mit heiterkeit

    ein hauch von unendlosigkeit
    willenlos ergeben
    doch unsichtbar
    verloren im kontinuum

    fallen lassen in leere
    versunken in phantasie
    realität kann wirklichkeit
    mit klarheit ohne schmerze
    n
    Geändert von haifisch (26.10.2012 um 01:02 Uhr)
    Poesie ist Musik in Worten.

  11. #11
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    Deine 2.Strophe setzt einen sehr interessanten Rahmen und die Klarheit aus deiner 3.Strophe hat mich in der ersten Strophe am meisten bewegt. Geben Tote einem Unendlichkeit oder ist die Unsichtbarkeit der Maßstab? Das erinnert mich an 2 aktuelle PSB Stücke.

    Vielen Dank + LG RS
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  12. #12
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    Der Tod birgt zwei Sachen in sich. Zum einen verdeutlicht er uns die Endlichkeit des Lebens. Der andere Punkt ist, das der Tod trotz seiner Endgültigkeit auch eine Form der Unendlichkeit vermittelt. Es kommt natürlich auf den persönlichen Standpunkt an und woran ein jeder glaubt. Ich gehe hier von meinem christlichen Glauben an das ewige Leben nach dem Tod aus. Man kann an dem Gedanken an ein endgültiges Ende verzweifeln. Doch danach kommt auch noch etwas. Man muss sich nur darauf einstellen können.

    LG haifisch
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  13. #13
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    Der Titel deutet ja schon darauf hin, was du mit sich darauf einstellen meinst. Ansonsten sollte man eine der größten Überraschungen im Ernstfall auch offen lassen können, wenn man selbst der Tod ist, dem wir ja fast nur hinterherrätseln können.

    LG RS
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