Thema: Einsam

  1. #1
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    Einsam

    Einsam sind sie, diese Menschen,
    die tief im Herzen schon abgeschlossen haben,
    abgeschlossen mit der Hoffnung,
    der Liebe, ihren Gefühlen,
    einsam sind sie, diese Menschen.

    Dabei ist es so einfach,
    sie müssten ihr Herz nur wieder öffnen,
    die Fensterflügel ganz weit auf
    und all das Licht und all die Wärme hineinlassen,
    dann wären sie nicht mehr einsam.

    Die Sonne würde sie streifen,
    die Bäume und Felder sie in allen Farben anlächeln,
    die Wiesen und Seen wogend dahinfließen,
    im Wind der Gefühle
    und sie selber wieder Leben finden.

    Und ab diesem Moment
    wäre alles anders.

    Doch sie wollen einsam sein,
    weil sie draußen die dunklen Wolken sehen,
    wie sie sich zusammenbrauen,
    weil sie Angst haben,
    mit all dem Schönen könnte auch das Hässliche kommen.

    Und sie haben recht,
    ist das Fenster erst einmal geöffnet,
    sind sie auch vor diesem nicht gefeit.
    Doch wenn sie nie, nie zulassen,
    werden sie einsam und allein in ihrem schwarzen Turm verkümmern.

    Und ihr Herz, das so verschlossen ist,
    wird nie die Sonne sehen.

  2. #2
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Beiträge
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    Hallo Joneda.

    Ein wunderschönes Gedicht über die Einsamkeit. Ich habe es gerne gelesen, da es so authentisch und nachdenklich ist. Die meisten Menschen sind wohl einsam, weil sie Angst davor haben glücklich zu sein und dieses Glück auf harte Weise wieder zu verlieren. Deine Wortwahl gefällt mir sehr gut und du hast alles sehr schön bildlich verpackt. Man kann sich gut in den Text hineinversetzen und ich könnte ihn tausendmal lesen und würde trotzdem immer wieder bei jedem Vers zustimmend nicken.


    Die Sonne würde sie streifen,
    die Bäume und Felder sie in allen Farben anlächeln,
    die Wiesen und Seen wogend dahinfließen,
    im Wind der Gefühle
    und sie selber wieder Leben finden.

    Das ist eine besonders schöne Strophe, wobei ich nicht sagen kann, was die anderen schlechter macht.
    Mir gefällt außerdem die Ambivalenz zwischen dem was ist und dem was sein könnte. Also rundherum ein schöner Text.

    Ganz Liebe Grüße. Sydney.

    Quare suo iure noster ille Ennius sanctos appellat poetas, quod quasi deorum aliquo dono videantur.
    Cicero

    .___.
    {o,o}
    /)__) <3 Be good, I'm watching you.
    -"-"-

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