Thema: Ostermarsch

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    Ostermarsch

    Ostermarsch

    Da gehen sie, mit Fahnen, bunt, Plakaten,
    durch stille Straßen, die im Schlaf noch liegen,
    das Häuflein Mensch, das ernste Weltgewissen.

    Sie haben viel zu lange schon geschwiegen.
    Ein Dichter, wohlgesetzt und hingerissen,
    erweckte sie mit vollem, heißem Herzen.

    Am Straßenrand inzwischen stehn zerrissen
    Passanten, viele schweigen, manche scherzen.
    Und manche wollen gar nichts davon wissen.

    Im Nahen Osten droht ein neuer Krieg.
    Die alten Mächte haben sich verschworen,
    nach ihrer Lesart reimt sich Krieg auf Sieg.

    Und wieder gehen sie mit List und Waffen
    daran, den Völkerfrieden zu zerstören.
    Man sagt, man wolle endlich Frieden schaffen.

    Der Länder Namen sind so weltbekannt,
    jetzt liegen sie erschöpft am Wüstenboden,
    ihr Öl befindet sich in fremder Hand.

    Die Leute wissen jetzt den ganzen Grund,
    und mancher schließt sich dem Proteste an.
    Doch „Nieder!“ ruft ein mieser Schweinehund.

    Der Zug entfernt sich um die nächste Ecke.
    Man hört ein Raunen, Rufen, Liedersingen.
    Und noch liegt vor ihm eine lange Strecke.


    Anmerkung:
    Der Ostermarsch 2012 hat sich ausdrücklich
    auf das Gedicht von Günter Grass
    "Was man sagen muss" berufen.
    Geändert von Smarty (10.04.2012 um 13:49 Uhr)

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