1. #1
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    In Den Lüften Ein Duft

    Diese Augen blicken bleiern auf den Boden
    Ergeben in den Tag der auf den Tag folgt der auf den Tag folgt
    Grau leuchten vergangene Makel auf den Wolken
    Den Wolken auf denen frei und unbeschwert

    Der Fluss mündet ins Meer und es verschwinden
    Vielzählige Quellen werden eins - salzig
    Nun kommen sie herzu gelaufen und schau wie
    Dein Gesicht in meinem wird - salzig

    Denn die Leichen wachsen in den Vorgärten
    Tragen bunte Blüten und süße Früchte heute
    Fahles Sonnenlicht verspricht der Osten -
    Dort, wo man nicht mehr zu sprechen hat

    Ergeben in den Tag der auf den Tag folgt der auf den Tag folgt
    Glück denen die frei und unbeschwert in den Lüften
    Auf grau-aschfahlen Wolken leuchten ich sehe sie genau
    Es ergießen sich Flüsse in Meere unaufhörlich:

    Doch deine Augen starr und leer
    Dein Gewicht unendlich schwer.

  2. #2
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    was mir aus deinem text spricht, ist celans todesfuge und da hier auch vom fahlen sonnenlicht aus dem osten die rede ist, deute ich den text als einen, der sich mit der gegenwart israels auseinandersetzt oder besser dem nahost-konflikt. das sonnenlicht deute ich als die hoffnung der europäischen juden nach dem holocaust endlich einen eigenen staat zu haben, indem sie frei und ohne pogrome leben können, das "fahle" deutet die damit verbundenen, neuen konflikte an. aus dem "Grab in den Lüften" bei celan, das auf die toten in auschwitz bezogen ist, wird hier "Glück denen die frei und unbeschwert in den Lüften". das wäre eine ziemlich krasse aussage. aber vielleicht liege ich mit meinen assoziationen auch ganz falsch?
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  3. #3
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    Richtig, ich nehme Bezug auf Celans Todesfuge. Des Weiteren paraphrasiere ich in der 3. Strophe aus T. S. Eliot "The Waste Land" folgendes:
    "That corpse you planted last year in your garden,
    Has it begun to sprout? Will it bloom this year?".

    Ich interepretiere nie was ich schreibe. Möge jeder selbst einen Kontext finden.

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