1. #1
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    der rechte glaube

    Der rechte Glaube

    Welcher ist der rechte Glaube?
    Das quält den Menschen seit er ahnt,
    dass ein himmlisch hohes Wesen
    seine Schicksalswege bahnt.

    Es lebt der Mensch im Ungewissen
    und wird von Zweifeln stets umringt.
    So ist denn auch sein größtes Hoffen,
    dass er dem rechten Gotte dingt.

    Die andern irren sich gewaltig,
    ist jeder für sich überzeugt.
    Groß ist darum das Bemühen,
    dass jeder sich dem seinen beugt.

    Da wird gepriesen und gepredigt
    und alle Fantasie gebraucht,
    mit den allerschönsten Mären,
    der Herr ins hellste Licht getaucht.

    Wehe denen die nicht glauben,
    wovon der Überzeugte spricht!
    Was er mit Worten nicht erreichte,
    er mit dem Schwerte sich erficht.

    Warum darf nicht jeder glauben,
    was jeder für das Rechte hält?
    Wie kommt es, dass ein fremder Glaube,
    dem Anderstdenkenden missfällt?

    Wie friedlich wäre es auf Erden,
    wenn Vernunft in allem Handeln.
    Dann könnt ein jeder so für sich
    in seinem rechten Glauben wandeln.

    2012
    © Ralf Rutz

  2. #2
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    Hallo Ralf,

    wie wahr gesprochen! Dein Gedicht spricht mich inhaltlich und sprachlich sehr an. Anderen zu erzählen, inwieweit einem der eigene Glaube im Leben in verschiedenen Situationen Antworten gibt und Hilfe ist, finde ich legitim und sogar wünschenswert, wenn es passend und echt ist. Ob der Andere daraus etwas für sich entnehmen kann, sollte dann schon ihm selber überlassen bleiben und die Akzeptanz seiner Person nicht beeinflussen.

    Herzliche Grüße

    biwin
    Trau dem Lebendigen - und entdecke deine Handlungsspielräume

  3. #3
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    danke fürs lob
    © Ralf Rutz

  4. #4
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    der rechte glaube

    Hallo Ralfrutz,

    eine Melodie geht mir nicht aus dem Sinn, nachdem ich Gedicht und Kommentare gelesen habe: "Lobet den
    Herren, ihr (mächtigen Völker?) [...]" Leider ist mir der Text entfallen.

    Nun steht das Gedicht aber nicht in der Rubrik "Religiöses", sondern... nachdenklich stimmt mich schon mal
    die Überschrift, ist sie zweideutig gemeint? "glaube" ist ein konjugiertes Verb, oder handelt es sich um "den
    Glauben"? Also: der rechte (der Gerechte? oder der Glaube der Rechte? oder... das ist durch die Kleinschreibung
    nicht klar, wird aber im ersten Vers der ersten Strophe (und im wiederholten, korrigierten? Titel?) in Frage gestellt?


    Zitat Zitat von Ralfrutz Beitrag anzeigen
    Der rechte Glaube

    Welcher ist der rechte Glaube?
    Das quält den Menschen seit er ahnt,
    dass ein himmlisch hohes Wesen
    seine Schicksalswege bahnt.
    Nun, es ist nicht der "linke Glaube". Konfusion in der "Aufklärung"?

    Es lebt der Mensch im Ungewissen
    und wird von Zweifeln stets umringt.
    So ist denn auch sein größtes Hoffen,
    dass er dem rechten Gotte dingt.
    Das "glaube" ich nicht Der Mensch "weiß" sehr wohl, was in der Welt geschieht, er kann "gut" von "böse"
    unterscheiden, sich für die eine oder andere Seite entscheiden, oder, "philosophisch?" ausgedrückt, zwischen
    Leben und Tod wählen, kann man sagen, wie er auch als mündiger Staatsbürger die "rechte" oder die linke
    politische Partei wählen kann?

    Die andern irren sich gewaltig,
    ist jeder für sich überzeugt.
    Groß ist darum das Bemühen,
    dass jeder sich dem seinen beugt.
    Auch das "glaube" ich nicht. Im Augenblick hat die Welt einen gemeinsamen "allmächtigen" Gott: Das Geld
    Wer verbeugt sich nicht davor? Wer ist nicht zum Martyrium für diesen Gott bereit?

    Da wird gepriesen und gepredigt
    und alle Fantasie gebraucht,
    mit den allerschönsten Mären,
    der Herr ins hellste Licht getaucht.
    Idole? Slogans, wie "Yes, we can?" oder "Die Wirtschaft ankurbeln?", oder "Schulden, Schulden, Schulden"....?
    Wir stehen in seiner Schuld? Doch wer druckt das Geld?, den absoluten Herrscher. Das übersteigt meine Fantasie.

    Wehe denen die nicht glauben,
    wovon der Überzeugte spricht!
    Was er mit Worten nicht erreichte,
    er mit dem Schwerte sich erficht.
    Genau. Enteignung, Vertreibung, Beschimpfung: "Penner" etc. War es nicht schon immer so?

    Warum darf nicht jeder glauben,
    was jeder für das Rechte hält?
    Wie kommt es, dass ein fremder Glaube,
    dem Anderstdenkenden missfällt?
    Weil, und das ist meine persönliche Meinung, "das Rechte" eben kein Glaube ist, sondern eine Erkenntnis, zu
    der jeder Mensch fähig ist, die aber vom Gott "Geld" bekämpft wird, da sonst die Welt nicht weitergeht? Wie
    ein alter Slogan schon sagte: "Der Glaube ist Opium für das Volk."

    Wie friedlich wäre es auf Erden,
    wenn Vernunft in allem Handeln.
    Dann könnt ein jeder so für sich
    in seinem rechten Glauben wandeln.
    Es ist friedlich auf Erden. Überall dort, wo die Menschen nicht glauben, sondern die Erkenntnis suchen, das Rechte.

    LG Kalinka

  5. #5
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    Hallo kalinka!
    Jeder hegt schonmal zweifel ob er denn auch das richtige glaubt.
    Und glaubenzwiste gibt es jeden tag überall in der welt. Sicher wird das ganze von machthunrigen möchtegernweltmachtherschern angestachelt, wofür sie ihren glauben als grund missbrauchen um dummgeschwatze zu verleiten. Wenn jeder so tolerant undinteligent wäre den anderen nach seinen idealen leben zu lassen (natürlich getreu nach dem grundsatz die freiheit ist auch die freiheit der anderen) hätten scrupelose anstifter keine möglichkeit mehr aufzuwiegeln und anzustiften. Doch leider denken viele nicht soweit sondern schließen sich einer gruppe an die sie für die gute gruppe halten, ohne die sichtweise dieser gruppe zu hinterfragen. Denn gut und böse liegt immer an dem blickwinkel drs betrachters. Der fuchs hält sich für gut weil er ja nur hunger hat, der hase sieht das anders. So dachten auch die menschen unter hitler sie wären das gute volk. Heute sieht man das anders

    Wer letztlich den rechten glauben hat, wird dir wohl nie jemand beantworten können. Aber gegenseitige toleranz würde schon sehr viel mehr frieden in die welt bringen. Davon bin ich überzeugt.

    Bis denne erstma
    © Ralf Rutz

  6. #6
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    Mal wieder ein falsch zitierter Marx: Es heißt Religion ist das Opium DES Volkes, nicht FÜR DAS VOlk.

    Das macht einen enormen UNterschied.

    Pfiffig und wortgewandt ist das Gedicht für mich- bis zur letzten Strophe- hier wird versucht zu resümmieren, allerdings mit für mich ein wenig platten Begriffen von "Vernunft" und Frieden.

    Besonderes Higlght: Gleich die erste Stroßhe. "DER rechte Weg" entstammt des gleichen Gedankenguts wie "DER richtige Gott".

    Der GRÖßEN WAHN der Religionen an Prunk uind Protz ist auch so zu verstehen, dass der eigene Gott möglichst in mächtigsten und stärksten Licht erscheint.


    Fazit: Leben und leben lassen- ganz nett abgerundet. Jedem Menschen seinen Glauben. Für eine Welt vieler Welten. So könnte man das ganze noch weiterführen...

    Sehr gerne gelesen. Danke. Gruß, BB.
    Nichts ist alles. Alles ist nichts.

  7. #7
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    Hallo bb

    Vielen dank für die beschäftigung mit meinem text.
    "eine welt vieler welten" gefällt mir.....
    © Ralf Rutz

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