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    Märchenhafte Dramatik

    Märchenhafte Dramatik

    ein Trauerspiel in drei Aufzügen

    Lydia : )

    Der Weihnachtsmann, er freut sich sehr,
    wenn du an ihn denkst, im Sommer.
    Doch eines gibt's, das fällt ihm schwer,
    er ist ja gar ein wirklich Frommer:

    "Wieso stellst du mich so böse dar?"
    Das fragt er mich gequält.
    Ich sagte ihm: "Das ist doch klar!"
    und das ihm nur die Einsicht fehlt.

    Der böse Weihnachtsmann ist neu
    und neues kommt doch oft gut an.
    D‘rum sagt' ich ihm: "Jetzt sei nicht scheu
    und mach dich an Schneewittchen ran!"



    Personen



    KÖNIG, Weihnachtsmann
    OBERWICHT, dessen rechte Hand
    UNTERWICHT, dessen linke Hand
    WICHTLING, deren Lehrling

    SCHNEEWITTCHEN, ältere Frau
    DORNRÖSCHEN, junge Frau
    ROTKÄPPCHEN, kleines Mädchen

    BÖSER WOLF, Pelztierchen

    HAUPTMANN der Wachen
    SCHNEIDER
    PRIESTER

    GROSSMUTTER des Rotkäppchens

    Diverse auktoriale Chöre
         RATTEN, MÄUSE, BLUMEN, STERNE,
         LANGOHR, REHKITZ, ROTFUCHS,
         FEUER, PORZELLANPUPPEN
    Diverse Arbeiter
         SÄGEN, HÄMMER, FEILEN, PINSEL
    Diverse Blumenwichte
         LILIEN, NELKEN, AZALEEN, TULPEN
    Diverse Zofen
         SCHWARZ, ROT, BRAUN
    Diverse Wachen



    Erster Aufzug

    I

    KÖNIG, OBERWICHT, UNTERWICHT und WICHTLING im königlichen Amtszimmer

    KÖNIG Meine geliebten Wichte, ich habe gar allzu freudige Kunde für euch! Denn, es ist beinahe wieder einmal soweit und so müssen wir nun mit der Herstellung der ach so vielen Spielsachen für die ach so vielen Kinder beginnen, wo doch schon bald Heiligabend vor deren Türen stehen wird!
    OBERWICHT Fürwahr, Eure Hoheit! Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit und wir dürfen nicht in Verzug geraten, denn die lieben Kinder sollen doch nicht warten müssen!
    UNTERWICHT Alles für die lieben Kinder!
    WICHTLING Ach, Jahr auf Jahr gehen wir immer und immer wieder in die Werkstätte der Wichte, zaubern Spielzeug um Spielzeug und noch weiteres Spielzeug, nur um es dann in aller Welt zu verstreuen.
    UNTERWICHT Was möchtest du uns damit sagen?
    WICHTLING Ich erkenne den Sinn darin nicht mehr. Jahr für Jahr plagen und schinden wir uns, ohne auch nur ein einziges lobendes Worte aus dem Munde eines dieser Kinder.
    OBERWICHT Wie kannst du nur derartiges von dir geben?
    WICHTLING Mit Verlaub, Eure Hoheit, aber Euer Schaffen ist doch nicht mehr von Bedeutung, denn gar alle haben genug davon und nicht einmal mehr die Kinder glauben an Euch und wenn dann doch nur wegen der vielen Geschenke, mit denen Ihr sie überschüttet.
    KÖNIG (nach langer Pause) Wie kannst du es wagen, mein Schaffen in Frage zu stellen! Es ist absolut nötig und keineswegs unnötig, denn Kinder sind die gar größten Schätze eines ganzen Lebens und voller lieblicher Unschuld und Freude und nie und nimmer kleine Gierschlünde! Sie verdienen es von mir geliebt und mit Geschenken aller Art überhäuft zu werden!
    OBERWICHT Du solltest dich wahrlich schämen, ihnen diese Freude nehmen zu wollen!
    WICHTLING Aber---
    KÖNIG Kein aber!
    UNTERWICHT Das steht dir nicht zu!
    OBERWICHT Das steht niemandem zu!
    HÄNDE Schon garnicht dir!
    KÖNIG Du, ein kleiner Wicht, ein Nichts, ein Niemand, ein kleines Häufchen Elend, wagt es, mich zu empören und zu bestürzen!
    WICHTLING Ich bin kein Häufchen Elend!
    KÖNIG Gewiss bist du dies und noch vieles, vieles weniger! Jede Ratte und jedes Härchen samt Floh darauf bedeuten mehr als du und nun hinfort mit dir, du widerliches Tier! Hinab mit dir in den Kerker, zu dem anderen Unrat und Ärger!
    WICHTLING Doch nicht in den Kerker!
    OBERWICHT Hinein mit ihm, die Hölle freud sich schon auf ihn!
    UNTERWICHT Ich hoffe, es ist dir schon Angst und Bange. (mit Wichtling ab)
    KÖNIG Wie kann er es nur wagen, mich empören zu wollen!
    OBERWICHT Verzeiht, Eure Majestät.
    KÖNIG Hierfür ist es nun zu spät.
    OBERWICHT Es wird nie und nimmer wieder geschehen.
    KÖNIG Dies möchte ich dir auch raten, denn noch eine Schmach dieser Art und du folgst deinem Lehrlinge nach!

    II

    SCHNEEWITTCHEN und WICHTLING im Verließ

    [RATTEN und MÄUSE huschen umher]

    WICHTLING Ich habe dich hier noch nie zu Gesichte bekommen - darf ich nach deinem Namen fragen?
    SCHNEEWITTCHEN Einst nannte man mich Schneewittchen, doch diese Zeiten sind schon lange vorüber.
    RATTEN [mit tiefen Stimmen]
         Eine Frau mit Haut so blank wie Schnee,
         Haaren so schwarz wie Ebenholze
         und Lippen so rot wie feuriges Blut,
         schon lange in diesem Kerker ruht.
    WICHTLING Wie lange schon?
    SCHNEEWITTCHEN Ach, wenn ich dies doch noch wüsste. Ich habe schon vor Ewigkeiten aufgehört die vielen Tage und Jahre zu zählen. Denn stattdessen werde ich hier in Dunkelheit und Einsamkeit von meinen eigenen Gedanken gemartert und geschunden.
    MÄUSE [mit hohen Stimmen]
         In Dunkelheit und Einsamkeit,
         eingesperrt in Raum und Zeit,
         denn des Königs wirrer Wille hat
         euch dieses Schicksal verschafft
         und nun sitzt ihr hier im Keller
         und die Zeit verging nie schneller,
         denn Tage vergehen wie Sekunden
         und Jahre schwinden wie Stunden.
    SCHNEEWITTCHEN Schon bald wird es dir auch so ergehen. Doch erzähle mir, solange du noch kannst, warum man dich hier einsperren ließ.
    WICHTLING Ich empörte den König - aber wie lautet deine Geschichte?
    SCHNEEWITTCHEN Sie lautet lang.
    WICHTLING Wir haben nun allzu viel Zeit.
    SCHNEEWITTCHEN Nun, ich weiß nicht mehr so recht, wann es war, doch stand Heiligabend kurz bevor, denn es war fürchterlich kalt und man hatte alles geschmückt und allerlei gebacken und auch der Schnee fiel unentwegt und hüllte alles ringsum in einen weissen Schleier. Ich selbst lebte zu dieser Zeit in einem wunderschönen, grünen Wäldchen, zusammen mit sieben kleinen Zwergen. Doch kam eines Nachts ein Mann zu uns und hat behauptet, er sei ein großer König, jedoch war er für mich nur ein einziger Graus. Er betrat mit seinen Helfern unser Haus uns fragte mich in einem schmierigen Tonfalle, ob ich nicht seine Frau werden möchte. Ich lehnte jedoch dankend ab und als ich ihn bat, das Haus zu verlassen, wurde er wütend, wollte mich entführen und mit Gewalt dazu zwingen.
    RATTEN [mit tiefen Stimmen]
         Des Königs Geduld ist klein und zart,
         Widerwillen man sich lieber spart,
         denn, was er will, holt er mit Gewalt,
         sei es auch noch so herzlos und kalt.
    WICHTLING Aber, dies kann doch alles nicht wahr sein, denn ein König würde etwas dergleichen nie und nimmer machen!
    SCHNEEWITTCHEN Dies dachte ich auch, doch wurde ich eines Besseren belehrt, als meine sieben Freunde, als diese mich beschützen wollten, von dessen Helfern abseits jedweder Gnade und Vernunft ermordet und an Ort und Stelle liegengelassen wurden. Der König packte mich unterdessen und zerrte mich in seinen Schlitten hinein, welcher auch sogleich in die Höhe gezogen wurde und als wir gen Norden bogen, flogen wir über mein Häuschen, welches unterdessen von glühenden Flammen verschlungen wurde.
    MÄUSE [mit hohen Stimmen]
         Blutiger Schnee, die Freunde sind tot,
         flammender Schein, das Häuschen ist rot
         und das einstig Paradies auf Erden,
         versinkt unter blühenden Herden
         aus glühend heissen Höllenklingen
         und feuerroten Teufelsschwingen.
    SCHNEEWITTCHEN In seinem Schlosse angekommen wehrte ich mich noch immer dagegen seine Frau zu werden und so ließ er mich kurzerhand hier einsperren, bis ich meine Meinung ändere und ihn doch noch zu meinem Manne nehme.
    RATTEN [mit tiefen Stimmen]
         Herzlos, kalt und ohne Trauer
         liegt der König auf der Lauer,
         und wartet auf die Gelegenheit
         bis sie gekommen ist, seine Zeit.
    SCHNEEWITTCHEN Ich habe alles versucht, das in meiner Macht stand, um all dies zu verhindern, doch war ich noch so klein und jung und allzu schwach! (sie bricht in Tränen aus)
    MÄUSE [mit hohen Stimmen]
         In Dunkelheit und Einsamkeit,
         eingesperrt in Raum und Zeit,
         denn des Königs wirrer Wille hat
         euch dieses Schicksal verschafft
         und nun sitzt ihr hier im Fänger
         auf Ewigkeit und noch viel länger,
         bis dem König die Geduld entfleucht,
         er die Wachen zu euch scheucht,
         damit sie allzu haltlos walten
         und euch die Schädel spalten.

    III

    OBERWICHT und ARBEITER in der großen Werkstatt

    OBERWICHT Der König hat es befohlen, die Produktion kann beginnen und so seid nun voller Stolz und nehmt Werkzeuge und Holz in die Hände und schafft darauf Spielwaren und Allerlei!
    SÄGEN Ach, ist schon wieder ein Jahr vergangen? Wie Tage und Wochen doch verfliegen, sitzt man doch nur ganzjährig hier unten im Keller.
    OBERWICHT Wohlan, es bleibt nicht viel Zeit, darum macht euch nun an die Arbeit.
    HÄMMER Wir könnten arbeiten und Spielzeug bauen, doch wollen wir nicht. Nie und nimmer nicht!
    OBERWICHT Ihr habt nicht zu wollen und auch nicht zu verweigern! Ihr habt lediglich das zu schaffen, was wir von euch verlangen!
    FEILEN Nun, wir könnten arbeiten, doch liegen wir in Ketten.
    OBERWICHT Diese schweren Ketten habt ihr euch selbst zu verdanken. Wart ihr es doch, welche aus diesem Schlosse fliehen wollten.
    PINSEL Doch nur, weil der König nicht mehr wie ein König waltet.
    OBERWICHT Der König geht euch nicht weiter an. Ihr hingegen seid bloß ersetzbare Arbeiter und beginnt nun zu werken oder ihr seid bald leblose Arbeiter!
    ARBEITER (gemeinsam) Wir wollen dennoch nicht arbeiten und auch kein Spielzeug bauen!
    OBERWICHT Dies ist mir herzlichst gleich! Ihr habt keine Wahl und so arbeitet nun unter freiem Willen oder werdet dazu gezwungen!
    ARBEITER (gemeinsam) So zwinge uns doch - wir geben nicht nach!
    OBERWICHT Wie ihr wollt! (er schlägt eine große Glocke, woraufhin diverse Wachen erscheinen)
    WACHEN Ihr habt geläutet?
    OBERWICHT Diese Arbeiter wünschen von euch gezwungen zu werden. Erfüllt ihr Verlangen und bringt sie zum Werken.
    WACHEN Wie ihr verlangt, ehrenwerter Oberwicht.
    OBERWICHT Gehabt euch wohl. (ab, Peitschenschläge und Klagen ertönen und die Wichte beginnen zu arbeiten)

    IV

    DORNRÖSCHEN und UNTERWICHT im Wintergarten

    DORNRÖSCHEN Warum werde ich hier festgehalten?
    UNTERWICHT Du scheinst dem Könige zu gefallen.
    DORNRÖSCHEN Dies gibt ihm nicht das Recht, mich hier so schlecht zu entführen und gefangen zu halten!
    UNTERWICHT Er ist der König und kann tun und lassen, was immer er auch möchte und wonach ihm die Sinne stehen, so fragwürdig und niederträchtig es auch immer sein mag.
    DORNRÖSCHEN So kann er mit mir nicht umgehen! Ich bin eine Prinzessin!

    KÖNIG tritt auf

    KÖNIG Und schon bald wirst du meine Königin sein. Nun, eigentlich solltest du darüber doch erfreut sein, nicht?
    UNTERWICHT Sehr erfreut, Eure Hoheit.
    DORNRÖSCHEN Ich werde Euch nie und nimmer heiraten! Ihr seid ein gar fürchterlicher Mensch!
    KÖNIG Der Schein trügt, meine Liebe.
    DORNRÖSCHEN Ihr habt meinen Vater und seinen ganzen Hof ermordet! Ihr seid ein widerliches Monster!
    KÖNIG (ohrfeigt sei) Sie wollten dich mir partout nicht überlassen.
    DORNRÖSCHEN (weinend) Ich hasse und verachte Euch mit jedem Teile meiner Seele!
    KÖNIG Schon bald wirst du mich lieben, das hoffe ich, um deiner Willen. Doch bis dorthin: Wicht, führe sie nun in ihre Gemächer und bereite sie auf ihre Vermählung vor. (ab)
    UNTERWICHT Jawohl, Eure Hoheit.
    DORNRÖSCHEN So nenne ihn nicht Hoheit! Er ist ein wahrlich jämmerlicher Haufen, welcher Frauen erst entführen muss, damit diese ihn ehelichen!
    UNTERWICHT Du tätest gut daran, eine von diesen Frauen zu werden, sonst ergeht es dir wie dem letzten Weibe, welches ihn nicht heiraten wollte.
    DORNRÖSCHEN Niemals! Hörst du, Niemals!

    V

    OBERWICHT und BLUMENWICHTE im Ballsaal

    [BLUMEN]

    OBERWICHT Arbeitet schneller, haben wir doch noch viel vor, denn schon bald wird hier im Schloss eine Hochzeit stattfinden und es muss noch viel dafür getan und geschmückt werden!
    LILIEN Wir könnten viel schneller arbeiten, wenn wir nicht in Ketten liegen würden.
    OBERWICHT Würdet ihr Wichte nicht in Ketten liegen, so wäret ihr schon vor langer Zeit aus diesem Schlosse geflohen.
    NELKEN Das wären wir nicht, so glaube uns doch!
    BLUMEN [mit angenehmen Stimmen]
         Hier in des Königs wirrem Spiel
         hilft um Gnade flehen nicht viel,
         denn ihr liegt hier nun in Ketten
         und könnt euch auch nicht retten,
         denn des Königs schlechter Wille
         hält euch fest an Ort und Stelle.
    OBERWICHT Habt ihr nicht schon einmal versucht zu fliehen?
    AZALEEN Wir haben uns geändert.
    OBERWICHT Das habt ihr ganz und garnicht. Ihr seid immer noch dieselben, welche dem Könige nicht dienen wollen.
    TULPEN Das stimmt nicht.
    BLUMENWICHTE (gemeinsam) Wir lieben den König! Ja, wir lieben ihn innig!
    OBERWICHT So belügt mich nicht!
    BLUMENWICHTE (gemeinsam) Das tun wir nicht, wir kennen unsere Pflicht! So befreie uns von den Ketten und wir werden es beweisen.
    OBERWICHT Dies kommt nie und nimmer in Frage! Ihr werdet hier bleiben und weiter arbeiten oder euch im Verließe wiederfinden!
    BLUMENWICHTE (gemeinsam) Nicht das Verließ!
    OBERWICHT Dann seid gute Wichte und macht was man von euch verlangt! (ab)
    BLUMENWICHTE (gemeinsam) Jawohl, sehr wohl!
    LILIEN Wir müssen von hier entkommen.
    NELKEN Das schaffen wir doch nie, liegen wir doch in Ketten und sind stets von Wachen umgeben.
    AZALEEN Das ist alles nur des Königs schuld!
    TULPEN Mit gutem Gewissen können wir nicht zulassen, dass dieser waltet, wie es ihm beliebt!
    BLUMENWICHTE (gemeinsam) Wir müssen ihm Einhalt gebieten!
    BLUMEN [mit angenehmen Stimmen]
         Egal was auch immer ihr versucht,
         nie und nimmer gelingt eine Flucht.
         Ihr könnt es versuchen und versuchen
         und immer mehr und mehr versuchen,
         doch zerstört euch das Leben immer
         wieder jeden Hoffnungsschimmer.

    VI

    DORNRÖSCHEN und SCHNEIDER in Dornröschens Gemach

    DORNRÖSCHEN Ich werde kein Kleid benötigen und auch keinen Könige heiraten und nie und nimmer diesen Wicht!
    SCHNEIDER Ich bin lediglich hier um deine Maße zu nehmen, nicht um deinen Worten zu lauschen.
    DORNRÖSCHEN Doch musst du etwas machen können, oder soll ich gar in diesem Schlosse und in seinem Bette rotten?
    SCHNEIDER Ach, so höre mich an: ich bin einer der Vielen, welcher nicht möchte, dass dies hier geschieht, doch möchte dich der König nun einmal zu seiner Gattin nehmen und daran kann niemand etwas ändern und wenn ich eines während meiner Zeit hier bei Hofe gelernt habe, so ist es die Gewissheit, dass was auch immer der König auch möchte, dieser es auch bekommt. Sei es auch auf dem allzu höchsten Berge oder im allzu tiefsten Graben und wer nicht spurt, wird gerichtet oder verschwindet auf Ewig im Verließe.
    DORNRÖSCHEN Dann ziehe ich das Verließ dem Bette vor.
    SCHNEIDER So glaube mir, wenn ich dir vergewissere, dass du lieber im Bette schlafen möchtest, als in diesem Orte. Doch wärest du nicht die erste, denn vor einigen Jahren weigerte sich auch ein junges Mädchen den Könige zu heiraten und so ließ dieser sie in ebenjenen Kerker werfen und seit diesem Tage hat sie niemand mehr zu Gesichte bekommen.
    DORNRÖSCHEN Warum sperrte er mich nicht auch sogleich in das Verließ?
    SCHNEIDER Nun, vermutlich ist er mit der Zeit die ganze Warterei schon leid.

    VII

    Nacht; KÖNIG vor dem Schlosse; BÖSER WOLF hinzukommend

    [STERNE]

    KÖNIG Wie kannst du es wagen, mich hier zu dieser Zeit und in dieser Kälte warten zu lassen!
    BÖSER WOLF Bitte verzeiht, Eure Hoheit.
    KÖNIG Niemand möchte deine Ausreden hören, weder ich noch meine Ohren.
    BÖSER WOLF Was wünscht Ihr dann, mein edler Mann?
    STERNE [mit hellerhabenen Stimmen]
         Was er möchte, wird er dir sagen,
         doch werden dich die Worte plagen,
         denn egal, was er von dir verlangt,
         gerät sicher ausser Rand und Band.
    KÖNIG Ich hörte von einer jungen Frau, welche nicht unlängst von hier ihr Häuschen haben soll. Vielleicht hast du schon von ihr gehört - sie wird von allen Rotkäppchen genannt.
    BÖSER WOLF Fürwahr, ich habe von ihr gehört, jedoch muss ich eingestehen, dass es sich bei diesemRotkäppchen weniger um eine junge Frau handelt, sondern vielmehr um ein kleines Kind.
    KÖNIG Dies stört mich in keinster Weise.
    BÖSER WOLF Wie es Euch beliebt und wonach Euch auch immer der Sinn stehen mag.
    KÖNIG Ich hörte, sie solle sehr schön sein?
    BÖSER WOLF So schön, wie die aufgehende Sonne über einem tauenden Blumenfelde.
    KÖNIG Ach, ich vermag es kaum zu erwarten.
    STERNE [mit hellerhabenen Stimmen]
         Egal ob Mädchen, jung oder alt,
         vor nichts macht der König halt.
         Sie werden gehortet als Schatz,
         bald auch ohne eigenen Platz.
    BÖSER WOLF Mit Verlaub; Eure Majestät haben mich doch wohl kaum gerufen, um Euch als Herolde zu dienen? Nicht, dass ich mich nun täusche, aber habt Ihr hierfür nicht Eure Wichte?
    KÖNIG Aber nicht doch, denn dies würde deine und deren Fähigkeiten bei Weitem überschreiten. Mein Lieber, du sollst mir jenes Frauenzimmer auf mein Schlosse bringen.
    BÖSER WOLF Doch wozu denn dieses Mädchen?
    KÖNIG Dies hat dich nicht zu kümmern.
    BÖSER WOLF Aber---
    KÖNIG Wage es nicht! Führe nun meinen Befehl aus, oder sterbe als elendiger Verräter!
    BÖSER WOLF Wie Ihr es von mir verlangt. (ab)
    KÖNIG Wundervoll. (ab)
    STERNE [mit hellerhabenen Stimmen]
         Wenn die Glocken hell erklingen,
         werden Frauen Tränen bringen,
         doch nicht aus Freude oder Glück,
         wohl als Prolog zum Trauerstück.

    Zwischenspiel

    I

    ROTKÄPPCHEN durch ein Wäldchen flanierend; BÖSER WOLF im Verborgenen lauernd

    [LANGOHR, REHKITZ, ROTFUCHS]

    LANGOHR [mit niedlicher Stimme]
         Ein kleines Mädchen, klein und fein,
         wandert durch den dunklen Hain
         und ganz alleine geht das Kind,
         derweil der Wolf im Walde spinnt.
    ROTKÄPPCHEN Schon bald werde ich am Ziele sein.
    BÖSER WOLF (zu sich) Welch armes, kleines Mädchen und doch so lieblich, unbeschwert und glücklich.
    REHKITZ [mit niedlicher Stimme]
         Das lieblich kleine Mädchen
         steht auf Schicksals wildem Rädchen,
         doch wird es ihm gelingen,
         am rechten Punkte abzuspringen?
    BÖSER WOLF (zu sich) Ach, wenn es wüsste, was noch alles auf es zukommt, wäre es längst nicht mehr so unbeschwert. (er springt aus seinem Verstecke hervor und überrascht Rotkäppchen) Sei gegrüßt, kleines Rotkäppchen.
    ROTKÄPPCHEN Woher kennst du meinen Namen?
    BÖSER WOLF Nun, deine Mutter verriet ihn mir, als sie mir einst voller Stolz von dir erzählte.
    ROTKÄPPCHEN Das kann doch garnicht sein, denn meine Mutter ist schon seit langer Zeit fort.
    BÖSER WOLF Nun, es ist auch schon eine lange Zeit vergangen, seit ich sie das letzte Mal sah.
    ROTFUCHS [mit niedlicher Stimme]
         Jedes Wort kommt einer Lüge gleich
         und an diesen ist der Wolfe allzu reich
         und posaunt sie laut mit Leidenschaft
         und schert sich nicht, was diese schafft.
    ROTKÄPPCHEN Ach, sie fehlt mir allzu sehr und nun, wo auch mein Vater fort ist, habe ich nur noch einen einzigen Ort an welchen ich gehen kann.
    BÖSER WOLF Und wer wohnt an diesem Orte?
    ROTKÄPPCHEN Meine ach so liebe Großmutter, welche mich schon sehnlichst in ihrem Häuschen erwartet.
    BÖSER WOLF Und weißt du auch wo dieses Häuschen liegt?
    ROTKÄPPCHEN Nicht weit von hier, am Waldesrand.
    BÖSER WOLF Dann bist du mit Sicherheit bald dort.
    ROTKÄPPCHEN Gewiss.
    BÖSER WOLF Nun, wie wäre es dann, wenn du dir noch etwas Zeit nimmst, um deinem Großmütterchen ein paar schöne Blumen zu pflücken, an welchen sie sich ganz gewiss erfreuen wird?
    ROTKÄPPCHEN Welch wundervoller Einfall! Meine Großmutter liebt Blumen aller Art!
    BÖSER WOLF So lasse doch keine weitere Zeit mehr verstreichen und beginne sogleich mit dem Pflücken.
    ROTKÄPPCHEN Jawohl! (ab)
    BÖSER WOLF Wohlan, ich muss mich wohl zu aller Erst um das Großmütterlein sorgen, denn wenn das Kind nicht zu ihr kommt, wird man nach ihm fahnden und dessen Spur zu mir zurückverfolgen. (ab)

    II

    GROSSMUTTER in ihrem Häuschen; dann BÖSER WOLF

    [FEUER im Kamin]

    GROSSMUTTER Ich frage mich, wann mein kleines Rotkäppchen endlich kommt, sollte sie doch schon seit langer Zeit hier sein. Ach, ich hoffe nur, ihr ist kein Unheil zugestoßen. (es klopft an der Türe) Nun ist sie doch noch endlich angekommen. Was mag sie wohl so lange aufgehalten haben?
    FEUER [mit knisternder Stimme]
         Ein Untier trachtet nach deinem Blut,
         d’rum altes Fräulein, sei auf der Hut,
         es will dich jagen, will dich schänden,
         du sollst in seinem Magen enden.
    (Großmutter öffnet die Türe und Böser Wolf stürmt herein und schließt ebenjene Türe hinter sich)
    BÖSER WOLF Sei gegrüßt, liebes Großmütterchen.
    GROSSMUTTER Du bist nicht mein Rotkäppchen!
    BÖSER WOLF Wie schnell du dies doch bemerkt hast.
    GROSSMUTTER Du bist der Böse Wolf, dieses Biest!
    BÖSER WOLF Wie recht du doch hast, doch nenne mich bitte nicht Biest.
    GROSSMUTTER Warum bist du hier? Was willst du von mir?
    BÖSER WOLF Ich könnte es dir sagen, doch möchte ich nicht, dass du dich mit diesem Gedanken allzu lange quälst.
    GROSSMUTTER Was soll das bedeuten? Was machst du hier, du widerliches Tier? Was willst du nur von mir? Du sollst verschwinden! Verschwinde endlich von hier!
    BÖSER WOLF So lebe wohl, Großmütterchen. (verschlingt sie) Nun sollte ich mich sputen, wo doch Rotkäppchen bald hier sein wird. Jedoch sollte ich mich zuvor noch etwas zurechtmachen, denn, wenn sie mich allzu früh als Wolf erkennt, wird sie flüchten und in diesem Walde werde ich sie niemals wieder finden. (er geht zum Kleiderschrank der Großmutter und kleidet sich mit Nachthemd, Brille, Häubchen, legt sich in ihr Bett und verhält sich großmütterlich) Es kann nicht mehr allzu lange dauern.
    FEUER [mit knisternder Stimme]
         Das arme, kleine Rotkäppchen
         ist gebannt an Schicksals Rädchen
         und kommt es ach so bald hier an,
         dann ist es auch schon leidig dran,
         denn es wird sogleich entführt
         und vom alten Greis verführt.
    ROTKÄPPCHEN (an die Türe klopfend) Großmutter, hier bin ich nun und habe noch ein Geschenk für dich!
    BÖSER WOLF So komme doch nur herein, mein Kindchen, die Türe ist nicht verschlossen.
    FEUER [mit knisternder Stimme]
         Ach, wie schnell die Zeit verfliegt
         und bald der Wolf die Beute kriegt,
         denn das kleine Mädchen, unwissend,
         steht nun vor dem Höllenschlund
         und der Wolf im Nachthemd d’rin,
         hat nur böses Zeugs im Sinn.
    ROTKÄPPCHEN (eintretend) Es tut mir schrecklich leid, dass ich erst jetzt hier ankomme, doch verzeihst du mir sicherlich, wenn ich dein Häuschen mit diesen wunderschönen Blumen schmücke.
    BÖSER WOLF Ach, wie schön sie doch sind. Sei doch ein nettes Kind und stecke sie in eine Vase.
    ROTKÄPPCHEN (macht dies und wendet sich wieder der Großmutter zu) Sag, Großmütterchen, warum hast du so große Öhrchen?
    BÖSER WOLF Ach, damit ich dich mit ihnen besser hören kann.
    ROTKÄPPCHEN Sag, Großmütterchen, warum hast du so große Äugchen?
    BÖSER WOLF Ach, damit ich dich mit ihnen besser sehen kann.
    ROTKÄPPCHEN Sag, Großmütterchen, warum hast du ein so großes Näschen?
    BÖSER WOLF Ach, damit ich dich mit ihm besser riechen kann.
    ROTKÄPPCHEN Sag, Großmütterchen, warum hast du so große Händchen?
    BÖSER WOLF Ach, damit ich dich mit ihnen besser fangen kann.
    ROTKÄPPCHEN Was sagtest du eben, ich habe mich wohl verhört? (Böser Wolf packt Rotkäppchen) Großmutter! (sie wirbelt herum und schlägt dem Wolfe die Brille und das Häubchen herunter, erkennt den Bösen Wolf und fällt sogleich in Ohnmacht, dieser nimmt unterdessen wieder seine Wolfsgestalt an und macht sich mit Rotkäppchen auf den Wege zum König)
    FEUER [mit knisternder Stimme]
         Nun ist die Zeit gekommen,
         sich dem Abschiede zu frommen,
         denn die Großmutter ist tot
         und Rotkäppchen ist fort in Not
         und ich kann nichts mehr wärmen
         und darf sogleich entschwärmen. (erlischt)

    Zweiter Aufzug

    I

    Morgen; KÖNIG im königlichen Gemach

    KÖNIG Welch ein wunderschöner Morgen! Die gelbe Sonne erhebt sich aus ihrem nächtlichen Schlafe, steigt im dunklen Horizont hinauf und ihre glühenden Strahlen setzen den Himmel in lichterlohe Flammen und der kristallene Reif auf den blanken Weiten wandelt sich in glänzenden Tau und Eisblumen erstrahlen wie wunderschöne Edelsteine und die eisige Pracht der Kälte verwandelt sich unter dem Lichte ebenjener Sonne in ein Meer aus göttlichem Schimmer! Ach, ein Sonnenaufgang eines Königs würdig! Nein, ein Sonnenaufgang eines Gottes würdig! (es klopft an der Türe) Wer stört mich zu solch früher Stunde?
    OBERWICHT (vor der Türe) Eure Hoheit, der ach so böse Wolf ist eingetroffen und trägt ein kleines Kind bei sich.
    KÖNIG Sage ihm, er solle im Spielzimmer auf mich warten und sich dort die Zeit vertreiben.
    OBERWICHT (vor der Türe) Jawohl, Eure Majestät, wie Ihr wünscht. (ab)
    KÖNIG Welch ein wundervoller Tag! (er legt seine königlichen Kleider an und geht ab)

    II

    UNTERWICHT, BLUMENWICHTE und ARBEITER im Schlafsaal der niederen Wichte

    UNTERWICHT Es kann so nicht mehr weitergehen!
    LILIEN Hier muss ich dir zustimmen!
    SÄGEN Es gerät alles ausser Rand und Band!
    UNTERWICHT Er wird von Tag zu Tage verrückter!
    NELKEN Er wird uns noch alle töten!
    HÄMMER So weit dürfen wir es nicht kommen lassen!
    UNTERWICHT Wir werden ihn aufhalten!
    AZALEEN Aber wie nur?
    FEILEN Er ist immer noch der König!
    UNTERWICHT Das ist nicht von Belang!
    TULPEN Er hat schließlich Macht und Einfluss!
    PINSEL Wir machen trotzdem mit ihm Schluss!
    UNTERWICHT Jedoch bedenkt zuvor eines; jede seiner Wachen ist ein Untier und stärker und besser bewaffnet als wir!
    LILIEN Du trägst doch ein Schwert!
    SÄGEN Ein Schwert ist nicht genug!
    UNTERWICHT Wie recht ihr doch habt!
    NELKEN Wir benötigen mehr als eine Waffe!
    HÄMMER Doch wo nehmen wir diese her?
    UNTERWICHT So rauben wir doch die Wachen aus!
    AZALEEN Wir überwältigen sie still und klamm!
    FEILEN Dann können wir sie mit ihren eigenen Waffen schlagen!
    UNTERWICHT Nun, ich alleine schaffe dies nicht!
    TULPEN Wir werden dir helfen, also verzage nicht!
    PINSEL Wollt ihr die Wachen denn mit euren Blumen erschlagen oder sie durch Schnupfen zu Tode niesen?
    UNTERWICHT Nun, wir können doch euer Werkzeug nehmen, denn Sägen, Hämmer und Feilen haben wir zuhauf!
    LILIEN Doch können wir dies alles schaffen?
    SÄGEN Wir müssen dies alles schaffen, sonst sind wir alle verloren!
    UNTERWICHT So sei es! Im Angesicht des Hochzeitstages überwältigen wir die Wachen!
    NELKEN Eignen uns deren Waffen an!
    HÄMMER Stürmen die Zeremonie!
    UNTERWICHT Und stürzen den König!
    AZALEEN Doch was ist mit seiner rechten Hand?
    FEILEN Niemand führt das Schwert gar besser!
    UNTERWICHT Wenn wir ihm zu vielen gegenüberstehen wird ihm sein Schwerte nicht mehr allzu sehr von nützen sein!
    TULPEN Wir können es schaffen!
    PINSEL Wir werden es schaffen!
    UNTERWICHT Mit vereinter Kraft und stolzen Mutes, ohne Angst und im Kampf für Gutes, werden wir in diese Schlacht einziehen, um unsere Freiheit kämpfen und die Herrschaft der Tyrannei beenden, damit Frieden und Weisheit wieder regieren!
    WICHTE (gemeinsam) Es sterbe der König und lebe die Freiheit!

    III

    OBERWICHT, BÖSER WOLF und ROTKÄPPCHEN im Spielzimmer; Rotkäppchen schlafend

    [PORZELLANPUPPEN liegen umher]

    OBERWICHT (bei Rotkäppchen sitzend und ihre Wange streichelnd) Sie ist so wunderschön.
    BÖSER WOLF So wage es nicht sie anzufassen.
    OBERWICHT Ich habe sie doch garnicht angefasst.
    PORZELLANPUPPEN [mit hellen Stimmen]
         Ein Kind mit Haut so blank wie Schnee
         und Haaren so hell wie die Sonne,
         schläft hier seelenruhig in einer Liege,
         wie die Nachtigall im gold‘nen Käfige.
    BÖSER WOLF Wirst du zu weit gehen, so werde ich dich bei lebendigem Leibe ausweiden!
    OBERWICHT Nun, ich kann allem widerstehen, nur nicht der Versuchung.
    PORZELLANPUPPEN [mit hellen Stimmen]
         Das Kind ist zu einem Leben verdammt,
         als Frau eines alten Mannes mit samt
         dem Prunk und Glanz in diesem Schlosse,
         bis das der Tod sie scheiden lasse.
    (Oberwicht streicht Rotkäppchen sanft durch das Haar, woraufhin der Böser Wolf ihn am Halse packt und vor sich in der Luft hält)
    OBERWICHT (nach Luft hechelnd) Wie kannst du…
    BÖSER WOLF Ich hatte dich gewarnt! (er packt fester zu und verletzt ihn)
    OBERWICHT (keuchend) Lass mich los!
    BÖSER WOLF Niemals!

    KÖNIG tritt auf

    KÖNIG Was geht hier vor sich?
    OBERWICHT Eure Hoheit, so helft mir doch!
    KÖNIG Ach, so lass ihn hinunter, Wolf.
    BÖSER WOLF Er hat den Tod verdient!
    KÖNIG Ich befehle es dir. (nichts geschieht) Auf der Stelle! (nicht geschieht) Oder du wirst den Rest deiner Tage in einem modrigen Verließe verbringen! (Böser Wolf lässt Oberwicht los, dieser fällt zu Boden)
    BÖSER WOLF Wie Ihr wünscht, Eure Majestät!
    OBERWICHT (keuchend) Vielen Dank, Eure Hoheit.
    KÖNIG Verschwinde.
    OBERWICHT Jawohl, Eure Hoheit. (ab)
    KÖNIG (sich Rotkäppchen nähernd) Selbst im Schlafe ist sie noch so wunderschön und anmutig.
    PORZELLANPUPPEN [mit hellen Stimmen]
         Ein Freier wurde abgewehrt,
         doch kommt ein neuer angeschert
         und dieser lässt das kleine Mädchen
         nicht mehr fort, von ihrem Rädchen.
    BÖSER WOLF Was gedenken Eure Majestät nun mit ihr anzustellen?
    KÖNIG Ich werde sie zu meiner Gattin nehmen.
    BÖSER WOLF Mit Verlaub, Eure Majestät, doch ist dieses Mädchen nicht gar allzu jung, um schon geehelicht zu werden?
    KÖNIG Sie ist gerade recht.
    PORZELLANPUPPEN [mit hellen Stimmen]
         Egal ob Mädchen, jung oder alt,
         vor nichts macht der König halt.
         Sie werden gehortet als Schatz,
         bald auch ohne eigenen Platz.
    BÖSER WOLF Aber---
    KÖNIG Kein aber! Ich bin der König und mein Wille geschehe!
    BÖSER WOLF Bitte verzeiht mir meine Dreistigkeit, Eure Majestät.
    KÖNIG Sie sei dir verzeihen, doch dies wird zum letzten Male geschehen und nun komme mit, ich habe eine weitere Aufgabe für dich. (beide ab)

    IV

    KÖNIG und BÖSER WOLF einen arkadenen Laubengang entlanggehend

    KÖNIG Nun höre mir gut zu: gar weit von hier entfernt lebt ein Mütterchen mit ihren zwei Töchtern Schneeweißchen und Rosenroth.
    BÖSER WOLF Eure Majestät?
    KÖNIG Ich möchte nun, dass du zu ihnen gehst und sie gar schnell zu mir in mein Schlosse bringst.
    BÖSER WOLF Aber, Eure Hoheit, habt Ihr denn noch nicht genug Frauen um Euch versammelt?
    KÖNIG Aber doch mit Nichten, denn ein Mann kann nie und nimmer genug Frauen haben und darüber hinaus werden diese mir doch nur dazu dienen, endlich einen männlichen Erben zu finden und je mehr Frauen ich habe, desto eher wird dies von statten gehen.
    BÖSER WOLF Eure Hoheit, ich möchte keinesfalls unverschämt erscheinen, jedoch finde ich Eure Sicht den Frauen gegenüber gar äußerst fragwürdig und überaus unverschämt.
    KÖNIG Deine Meinung interessiert mich nicht im Geringsten und zu finden ist auch nicht deine Pflicht, denn diese ist es, alle meine Befehle zu befolgen und mir untertänig zu sein.
    BÖSER WOLF Nun, ich fürchte, dies kann ich nicht mehr.
    KÖNIG Ach?
    BÖSER WOLF Ich erklärte mich unter größten Schuldgefühlen dazu bereit, Euch Rotkäppchen darzubringen, doch kann ich nun, da ich Euer wahres Wesen kenne, nicht mehr länger Eure Befehle entgegennehmen, geschweige denn, Euch untertänig sein.
    KÖNIG Nun, so denkst du also über meine Wenigkeit.
    BÖSER WOLF Eure Majestät werden doch nicht allzu enttäuscht sein?
    KÖNIG Mit Nichten.
    BÖSER WOLF Ihr seid zu gütig und wahrlich ein guter König.
    KÖNIG Aber natürlich - Wachen, ergreift diesen Verräter! (Wachen stürmen herbei und umzingeln den Bösen Wolf)
    BÖSER WOLF Eure Majestät! (der König wendet sich indessen ab und die Wachen zücken ihre Schwerter) Niemals werdet ihr mich bekommen! (er versucht zu entkommen, scheitert jedoch)
    KÖNIG Du kannst meinen Wachen nicht entkommen.
    BÖSER WOLF Niemals! Hört ihr, niemals! (die Wachen stürzen sich auf ihn, reissen ihn zu Boden, schlagen ihn bewusstlos, legen ihn in Ketten und bringen ihn fort)
    KÖNIG (zu einer Wache) Bringt ihn in das Verließ und schickt auch sogleich die Zofen los, sie sollen sich um Rotkäppchen kümmern und auch gleich einen Blick in den höchsten Turm des Schlosses werfen und zu guter Letzt soll noch meine linke Hand Schneewittchen aus dem Verließe entlassen und in ihr Gemach geleiten, hat sie doch in ebendiesem schon allzu lange verharrt.
    WACHE Jawohl, Eure Hoheit, was immer Ihr auch befehlt. (ab)

    V

    SCHNEEWITTCHEN, WICHTLING und BÖSER WOLF im Verließ; Böser Wolf bewusstlos inmitten des Raumes

    [RATTEN und MÄUSE huschen umher]

    SCHNEEWITTCHEN (zu Wichtling) Warum versteckst du dich in dieser Ecke dort?
    WICHTLING Siehst du denn nicht dieses ungestüme Ungetüm? Was, wenn es aufwacht? Was, wenn es hungrig ist? Was, wenn es uns tötet und frisst?
    SCHNEEWITTCHEN Du musst dich doch nicht sorgen, denn er wird dir kein Leid zufügen und ein Ungetüm ist er auch keineswegs.
    WICHTLING Weißt du auch, was er ist, wenn er kein Ungetüm ist?
    SCHNEEWITTCHEN Nun, er ist doch nur der Wolf.
    WICHTLING Nur der Wolf?
    SCHNEEWITTCHEN Wie ich schon sagte ist dies kein Grund zur Sorge, denn ich kenne ihn schon seit ach so vielen Jahren. Damals lebte er bei uns am Hofe, doch mussten wir uns trennen, als meine Stiefmutter mich und seiner überdrüssig wurde und uns von ihrem Hofe verschwinden ließ.
    WICHTLING So wird er mich nicht fressen?
    SCHNEEWITTCHEN Mit Nichten. (sie nimmt neben dem Bösen Wolf Platz und streicht ihm durch sein Fell)
    MÄUSE [mit hohen Stimmen]
         Eine Hochzeit hat einst stattgefunden,
         Freunde sind dann bald verschwunden,
         in zwei wahrlich finst‘re Weiten
         und allzu gleichsam finst’re Zeiten,
         denn das Kindlein kam in eine Welt
         mit ‘nem allzu harten Himmelszelt
         und der Wolf, der einst ein Guter war,
         wurde Diener einer großen Schar,
         welche allzu böse Wünsche hatten
         und den Wolf um Reg‘lung baten.
    SCHNEEWITTCHEN Wie sehr ich ihn doch vermisst habe. (sie schmiegt sich an ihn)
    BÖSER WOLF (erwachend) Welch liebliche Stimme und wie lange ich sie nicht mehr vernommen habe. (er öffnet die Augen und erblickt Schneewittchen) Um Himmels Willen!
    SCHNEEWITTCHEN Mein geliebter Freund! (sie fallen einander in die Arme)
    BÖSER WOLF Ich dachte, ich sähe dich niemals wieder!
    SCHNEEWITTCHEN Sprich, was hast du nur verbrochen, um hier in diesem Kerker zu landen?
    BÖSER WOLF Wahrlich schreckliche Dinge.
    RATTEN [mit tiefen Stimmen]
         In Dunkelheit und Einsamkeit,
         eingesperrt in Raum und Zeit,
         werden hier in diesen Mauern,
         Frauen lagern, um zu trauern
         und dies bis in alle Ewigkeiten
         und an das Ende aller Zeiten.

    VI

    SCHWARZ und ROTKÄPPCHEN im Spielzimmer; Rotkäppchen noch immer schlafend

    [PORZELLANPUPPEN liegen umher]

    SCHWARZ (bei Rotkäppchen sitzend) Armes, kleines Rotkäppchen, du bist doch noch so jung und ohne Sünden und dennoch schon verdammt zu einem Leben in Trauer, Einsamkeit und ohne Frieden.
    PORZELLANPUPPEN [mit hellen Stimmen]
         Ein Kind mit Haut so blank wie Schnee
         und Haaren so hell wie die Sonne,
         schläft hier seelenruhig in einer Liege,
         wie die Nachtigall im gold‘nen Käfige.
    SCHWARZ (ihr über das Haar streichend) Welch ein schreckliches Schicksal.
    ROTKÄPPCHEN (erwachend) Wo bin ich hier?
    SCHWARZ Ach, mein liebes Kindchen, dies willst du garnicht wissen, denn dieser große, kalte Hort ist ein gar fürchterlicher Ort.
    ROTKÄPPCHEN Was hat dies zu bedeuten und warum bin ich dann hier?
    SCHWARZ Nun, ein gar widerliches Tier gedenkt dich zu seiner Gattin zu nehmen.
    ROTKÄPPCHEN Was habe ich bei dessen Gattin denn zu schaffen?
    SCHWARZ Ach, mein einfach Kind, du sollst ebenjene Gattin werden.
    ROTKÄPPCHEN Ach nein! Warum denn nur? Das geht doch nicht? Das kann es doch nicht?
    SCHWARZ Ich wünschte, dem wäre so, doch hat der König sein eigenes Verständnis von Moral und macht, was immer ihm gefällt.
    PORZELLANPUPPEN [mit hellen Stimmen]
         Egal ob Mädchen, jung oder alt,
         vor nichts macht der König halt
         und hat er noch so viele Frauen,
         sucht er immer noch nach neuen,
         um sich nach dem Glockentönen
         seinem Nachwuchse zu frönen.
    ROTKÄPPCHEN Aber, ich kann doch niemanden heiraten! Ich möchte noch ein Kind sein und bin doch noch viel zu klein, um schon verheiratet zu sein!
    SCHWARZ Ach, wenn dem doch nur so wäre, doch ist dies nicht deine größte Sorge, denn der König beabsichtigt auch noch, dass du ihm einen Thronerben schenkst und dies so schnell wie nur möglich und solltest du versagen, so wirst du dich mit Sicherheit im Kerker wiederfinden. (Rotkäppchen bricht in Tränen aus und die Zofe nimmt sie in den Arm) Welch ein gräuliches Verbrechen, etwas in dieser Art einem kleinen Mädchen zufügen zu wollen. Aber so mache dir doch keine Sorgen, Kind, denn wir werden dies alles nie und nimmer geschehen lassen.

    VII

    WACHE im höchsten Turm des Schlosses; ROT hinzukommend

    WACHE (vor einer Tür stehend) Sei gegrüßt, meine liebe Magd.
    ROT (erschöpft) Dieser Turm hat gar zu viele Stufen, um nur ein einziges Zimmer zu beherbergen.
    WACHE Der König ließ ihn erbauen, so beschwere dich doch bei ihm.
    ROT Dafür bin ich nicht hier - ich wurde geschickt, um nach Rapunzel zu sehen.
    WACHE Nun, sie verhält sich recht, denn ich habe schon seit Tagen keinen Laut mehr von ihr vernommen.
    ROT Ich möchte dennoch meinen eigenen Blick auf sie werfen.
    WACHE Wie du es wünschst, daran hindern werde ich dich nicht. (die Wache holt einen großen Schlüssel hervor und entriegelt die Tür)
    ROT (eintretend) Ich danke dir.
    WACHE Aber gerne d---.
    ROT (schreit vor Entsetzen)
    WACHE (in das Zimmer stürmend) Was geht hier vor sich?
    ROT (schreit noch immer vor Entsetzen)
    WACHE Um Himmels willen! (inmitten des Raumes hängt von einem Querbalken der leblose Körper Rapunzels herab)
    ROT (in Ohnmacht fallend) Sie hat sich an ihren Haaren erhängt!

    VIII

    SCHNEEWITTCHEN, BÖSER WOLF und WICHTLING im Verließ; Wichtling schläft

    [RATTEN und MÄUSE huschen umher]

    BÖSER WOLF Wie lange weilst du schon hier in diesem Kerker?
    SCHNEEWITTCHEN Gar allzu lange, als dass ich mich erinnern könnte.
    MÄUSE [mit hohen Stimmen]
         In Dunkelheit und Einsamkeit,
         eingesperrt in Raum und Zeit,
         denn des Königs wirrer Wille hat
         euch dieses Schicksal verschafft
         und nun sitzt ihr hier im Keller
         und die Zeit verging nie schneller,
         denn Tage vergehen wie Sekunden
         und Jahre schwinden wie Stunden.
    BÖSER WOLF Ich verspreche dir hoch und heilig, dass ich dich aus diesem Verließe befreien werde, denn sonst werde ich nie und nimmer ruhen und auch meines Friedens niemals selig sein. (die Türe des Verließes öffnet sich, Unterwicht tritt ein und hinter ihm schließt sich ebenjene Türe wieder)
    UNTERWICHT (zu Schneewittchen) Der König schickt mich, dich zu holen.
    SCHNEEWITTCHEN Niemals werde ich diesen Wicht zu meinem Manne nehmen, auch nicht nach all diesen Jahren, denn zuvor sterbe ich lieber den Gnadentod!
    UNTERWICHT Du musst keines von diesen Beiden machen.
    BÖSER WOLF Was soll dies bedeuten?
    UNTERWICHT Nun, niemand wird am kommenden Tage heiraten, nicht, wenn wir es verhindern können und wir werden es verhindern.
    SCHNEEWITTCHEN Wir?
    UNTERWICHT Beinahe alle Wichte und ich, denn allein seine rechte Hand und Wachen sind dem Könige noch treu ergeben.
    BÖSER WOLF Dies wundert mich in keinster Weise, Ganz und garnicht. Denn er und dessen König besitzen den gar selben schlechten Geist.
    UNTERWICHT So mache einfach nur, was von dir verlangt wird und spiele deine Rolle, um alles andere wird sich schon gekümmert.
    SCHNEEWITTCHEN Wohlan, so muss ich euch wohl mein Leben anvertrauen. (Unterwicht klopft an die Türe und diese öffnet sich)
    BÖSER WOLF Wir werden uns wieder sehen.
    SCHNEEWITTCHEN Wir werden uns wieder sehen. (mit Unterwicht ab)
    RATTEN [mit tiefen Stimmen]
         Eine Revolte ist hier nun im Gange
         und diese macht gar jedem bange.
         Denn, wird sie alles zum Gut wenden,
         oder werden sie am Galgen enden?

    IX

    OBERWICHT im geschmückten Ballsaal; KÖNIG hinzukommend

    [BLUMEN]

    KÖNIG Wundervoll!
    OBERWICHT Es erfreut mich, dass es Eurer Hoheit zusagt. Die Wichte haben vortreffliche Arbeit geleistet - vielleicht sollte man sie in irgendeiner Weise dafür belohnen? Sie könnten doch in Ketten gelegt der Hochzeit beiwohnen. Denn, was wäre schon ein solches Spektakel, wenn diesem niemand beiwohnen würde, um Euch anzuhimmeln und Euch zuzujubeln?
    KÖNIG Ach, ist es nicht Belohnung genug, mir dienen zu dürfen?
    OBERWICHT Wie Ihr es wünscht - und nun steht Eurer Vermählung nichts mehr im Wege, denn alle Räumlichkeiten wurden geschmückt, der Priester hat seine Rede verfasst, die Kleider Eurer Frauen wurden geschneidert und nach der Zeremonie wird hier im Saale getanzt und sobald all dies vorüber ist, könnt Ihr Euch in aller Ruhe Eurem Nachwuchse frönen.
    KÖNIG Es wird ein freudiger Tag werden.
    OBERWICHT Allerdings…
    KÖNIG Allerdings?
    OBERWICHT Allerdings hat es den Anschein, dass Ihr Rapunzel gar allzu lange warten ließet, denn ebenjene nahm sich gar selbst ihr Leben.
    BLUMEN [mit angenehmen Stimmen]
         Rapunzel hat sich’s Leid genommen
         und ist dem Schicksal doch entkommen,
         denn Trauer hat ihr Sein verschlungen
         und Haare ihren Hals umschlungen.
    KÖNIG Ach, von diesem kleinen Kram lasse ich mir meine schöne Zeit doch nicht verderben.
    OBERWICHT Was gedenken Eure Majestät diesbezüglich denn anzustellen?
    KÖNIG Nun, so mauert diese doch in ihrem Turme ein, denn dort wollte sie doch immerhin die Ewigkeit verbringen.
    OBERWICHT Wie Ihr wünscht. (ab)
    KÖNIG (zu sich) Fürwahr, eine tote Frau kann mir keine Kinder mehr gebären und wozu sollte diese dann ein Grab gebrauchen?
    OBERWICHT (zurückkommend) Verzeiht, dass ich wieder störe, doch habe ich noch eine letzte Frage: Heiligabend steht nun kurz bevor und die vielen Spielzeuge für die vielen Kinder sind schon alle angefertigt - wann gedenken Eure Majestät diese zu verteilen?
    KÖNIG Mein Lieber, ich heirate am kommenden Tage und so ist mir alles andere einerlei, doch können diese Kinder sich doch selbst beschenken.
    OBERWICHT Und die vielen Geschenke?
    KÖNIG So mache mit ihnen, was auch immer du für nötig hälst, doch schaffe sie mir aus meinem Schlosse.
    OBERWICHT Wie Ihr wünscht, Eure Majestät. (ab)
    KÖNIG Sobald ich Vater werde, sind nur noch meine vielen Kinder von Bedeutung.
    BLUMEN [mit angenehmen Stimmen]
         Ach, die and’ren Kinderlein
         sind doch allzu klein und fein
         und werden alle freudig warten,
         immer mehr und weiter warten,
         doch der liebe Weihnachtsmann
         kommt niemals wieder an.

    Zwischenspiel

    I

    OBERWICHT und HAUPTMANN in einer Gartenlaube im Atrium

    OBERWICHT Nun, mein Lieber, man munkelt, es gäbe eine nicht geringe Anzahl an Wichten, welche es sich zum Ziele gesetzt haben, die Hochzeit des Königs zu verhindern - was haltet Ihr von diesen Gerüchten, mein lieber Hauptmann?
    HAUPTMANN Darf ich offen sprechen?
    OBERWICHT Wenn es Euch hilft.
    HAUPTMANN Fürwahr, wir leben in einem königlichen Lande, welches von einem Tyrannen regiert wird und folglich ist es durchaus vorstellbare Wirklichkeit, dass die Wichte ebenjenen Landes an solche Dinge denken und auch zu verwirklichen versuchen.
    OBERWICHT Also haltet Ihr diese Gerüchte für wahr?
    HAUPTMANN Mitnichten - meine Männer sind dem Könige treu ergeben und werden nie und nimmer zulassen, dass sich jemand gegen ihn wenden wird.
    OBERWICHT Und wie steht es um Euch?
    HAUPTMANN Um mich?
    OBERWICHT Seid Ihr dem Könige auch so treu ergeben, wie Ihr es von Euren Männern glaubt?
    HAUPTMANN Wie könnt Ihr es wagen, derartiges von mir zu behaupten? Niemals würde ich den König hintergehen - ich würde für ihn mein eigen Leben lassen!
    OBERWICHT So wollen wir hoffen, dass dem auch so bleiben wird, sonst würde es für Euch und Eure Männer nicht erfreulich enden. (ab)
    HAUPTMANN Ach, was bin ich doch nur für ein allzu guter Flunkerer. Denn, meine Männer mögen dem Könige allzu sehr ergeben sein, doch bin ich der Soldat, um welchen Ihr Euch sorgen solltet. Nun, mein lieber Oberwichte, du kannst es dir nicht denken, wie sehr ich dich doch hasse! (ab)

    II

    SCHNEIDER auf einer Bank im Atrium sitzend; UNTERWICHT hinzukommend

    SCHNEIDER Was willst du nun wieder von mir? Sagte ich nicht bereits, dass ich dir nicht helfen werde? Wie oft muss ich dies denn wiederholen, bis du es endlich verstehen wirst?
    UNTERWICHT Ich wollte nur ein letztes Mal mein Glück versuchen.
    SCHNEIDER Dann solltest du nun gehen.
    UNTERWICHT (will abgehen, doch dreht um und kehrt zurück) Möchtest du denn nicht in Freiheit leben?
    SCHNEIDER Nicht, wenn ich dafür mein Leben lassen muss.
    UNTERWICHT Aber, wenn wir es vollbringen, werden wir dann endlich wieder frei von allem sein - so bedenke dies doch noch einmal!
    SCHNEIDER Ach, ich habe meinen Traum von Freiheit schon vor langer, langer Zeit versterben sehen und nun versuche ich nur noch, dem Könige keinen Grund zu geben, mich dem Erdboden gleich zu machen oder gar in das Verließ zu werfen und du, mein Lieber, solltest mich zum Beispiele nehmen.
    UNTERWICHT Aber---
    SCHNEIDER Kein aber! Sei still! So sei doch endlich still! Du kannst uns nicht erretten! Keinen einzigen! Niemals!
    UNTERWICHT (seufzt und geht ab)

    III

    ZOFEN unter einer Trauerweide im Atrium sitzend

    SCHWARZ Das arme, kleine Rotkäppchen ist nur noch fest am weinen.
    ROT Wie kann der König einem so lieblichen Kinde nur so etwas Schreckliches antun?
    BRAUN Er wird das arme Kindchen in sein Verderben stürzen und noch vieles, vieles mehr.
    ROT Fürwahr, ich habe das Schicksal seiner Frauen gesehen - in Einsamkeit und Trauer, erhängt im steinernen Gemäuer.
    BRAUN Dies können wir nicht zulassen.
    ROT Dies werden wir nicht zulassen.
    SCHWARZ Nie und nimmer nicht.
    ZOFEN (gemeinsam flüsternd) Es sterbe der König und lebe die Freiheit. (alle in verschiedenen Richtungen ab)

    Dritter Aufzug

    I

    DORNRÖSCHEN und ROT in Dornröschens Gemach das Hochzeitskleid anlegend

    DORNRÖSCHEN Hatte ich schon erwähnt, dass ich um nichts in dieser Welt diesen König heiraten werde?
    ROT Schon viele tausende Male, aber wie ich dir auch schon viele tausende Male zuvor sagte, musst du den König auch nicht heiraten.
    DORNRÖSCHEN Ach, ihr habt doch noch einen gar überaus wunderbar sicheren Plan.
    ROT So spare dir doch diesen Ton und erfülle lieber deinen Teil dieses Planes. (sie holt einen Dolch hervor) Hier, verstecke diesen Dolch an deinem Kleide und wenn der Aufstand beginnt, stürze dich mit den anderen auf den König und seinen obersten Wicht.
    DORNRÖSCHEN Wie wundervoll, wo ich doch noch nie zuvor eine Klinge in meinen Händen hielt.
    ROT Die Not wird dich die Führung schon noch lehren.
    DORNRÖSCHEN Ach, sei es wie es wolle.
    ROT Und in diesem Sinne…
    BEIDE Es sterbe der König und lebe die Freiheit!

    II

    SCHNEEWITTCHEN und BRAUN in Schneewittchens Gemach das Hochzeitskleid anlegend

    SCHNEEWITTCHEN Ob dieses Vorhaben wohl Früchte tragen wird?
    BRAUN Es muss Früchte tragen.
    SCHNEEWITTCHEN Fürwahr, ich habe allzu lange auf diesen Tag gewartet, um nicht zu siegen und meine Vergeltung vergehen zu lassen.
    BRAUN Sofern jedermann seine Aufgabe erfüllt, werden wir siegreich von Dannen ziehen und alle werden ihre Vergeltung bekommen. (sie holt einen Dolch hervor) Hier, verstecke diesen Dolch an deinem Kleide und wenn der Aufstand beginnt, stürze dich mit den anderen auf den König und seinen obersten Wicht.
    SCHNEEWITTCHEN Ich werde nicht versagen.
    BEIDE Es sterbe der König und lebe die Freiheit!

    III

    ROTKÄPPCHEN und SCHWARZ in Rotkäppchens Gemach das Hochzeitskleid anlegend

    ROTKÄPPCHEN Nun denn, heute ist wohl der Tag meiner Trauung.
    SCHWARZ Nicht solange ich noch bin.
    ROTKÄPPCHEN Und welche Aufgabe soll ich übernehmen?
    SCHWARZ Ach, mein liebes Kind, dies ist nichts für dein Gemüt, denn du hast doch schon zu viel damit zu schaffen gehabt - du solltest alles lieber uns anvertrauen, dich nur um deiner selbst sorgen und dich verstecken, sobald dies alles seinen Anfang nimmt.
    ROTKÄPPCHEN (Schwarz in die Arme nehmend) Ich werde nicht versagen.

    IV

    KÖNIG und SCHNEIDER im königlichen Gemach die königlichen Kleider anlegend

    KÖNIG Mein Schneiderlein, warum legst du nur ein so trübes Gesicht an den Tag? So freue dich doch, denn dies wird ein gar allzu schöner Tag.
    SCHNEIDER Mit Verlaub, Eure Majestät, doch hat dieser Tag noch nicht einmal recht begonnen und wer weiß, was alles noch passieren könnte.
    KÖNIG Möchtest du mir damit etwas sagen?
    SCHNEIDER Dies würde ich doch niemals wagen - Ihr seid doch mein ein und alles und ohne Euch wäre ich doch gar ein Nichts.
    KÖNIG Dies will ich dir auch raten und nun reiche mir die Krone.
    SCHNEIDER (geht zu einem großen Schrank, öffnet dessen große Türen und holt eine mit Prunk überladene Krone hervor) Eure Majestät.
    KÖNIG (die Krone anlegend) Wie wundervoll ich doch erscheine! Meinst du nicht auch?
    SCHNEIDER Mein König, ich beneide Euch.

    V

    BÖSER WOLF und WICHTLING im Verließ

    [stumme RATTEN und MÄUSE huschen umher]

    BÖSER WOLF Ach, was Schneewittchen wohl gerade erleben muss, geschweige denn Rotkäppchen? So hätte ich dem König doch zuvor den Dienst verweigert, so wäre dies alles ganz und gar anders gekommen! Doch ist es nun gar allzu spät!
    WICHTLING Es ist nie und nimmer zu spät, denn noch können wir das Unheil von uns wenden!
    BÖSER WOLF Du hast leicht reden, denn was kannst du denn schon bewirken? Ich hingegen habe sie alle in ihr Verderben geschickt und du bist doch nur ein jämmerlicher Wicht!
    WICHTLING Und du ein allzu dämlich dreckiges Tier!
    BÖSER WOLF Wie kannst du es wagen!
    WICHTLING Nein, wie kannst du es wagen!
    BÖSER WOLF Ich wage, was immer ich auch wage!
    WICHTLING Und ich wage noch vieles mehr!
    WACHE (vor der Türe) So seid doch endlich still dort drinnen, denn anstatt euch lauthals zu bekriegen und zu zanken, könntet ihr euch doch jeweils töten! - so hätte ich dann meinen Spaß und währe euch auf alle Zeiten los!
    BÖSER WOLF Nun, er hat wohl recht.
    WICHTLING Wohlan, so lasse mich dich töten!
    BÖSER WOLF Es wird niemandem helfen, wenn wir uns hier nur streiten, denn nur wenn wir zusammenhalten, können wir sie alle retten.
    WICHTLING Nun gut - doch sollten wir zuvor von hier entkommen.
    BÖSER WOLF Es gibt nur einen Weg aus diesem Kerker und dieser führt durch diese Türe. Nun, ich werde sie aufbrechen und alsbald dies geschehen ist, strecke ich die Wache nieder und du eignest dir deren Waffe an und dann stürmen wir das Schloss und schließen uns den anderen an. Jedoch müssen wir uns sputen, denn sollte man einer zuvor von mir belauschten Wache glauben, wird die Trauung jeden Augenblick beginnen.
    WICHTLING Es ist einen Versuch allemal wert.
    BÖSER WOLF Wohlan, so lasse uns nun von hier entkommen. (er bricht die Türe des Verließes auf und überwältigt die Wachen dahinter) Dies lief bei Weitem leichter als ich dachte.
    WICHTLING (ein Schwert ergreifend) Ich habe nicht sonderlich viel Übung im Schwertkampf, bin ich doch eher den Degen gewöhnt.
    BÖSER WOLF Welch ein verwöhnter, kleiner Bengel. (beide ab)

    VI

    KÖNIG, OBERWICHT, BRÄUTE und PRIESTER in der Kathedrale, Bräute auf den Altar zuschreitend

    OBERWICHT (leise zum König) Eure Majestät haben eine überaus gute Wahl getroffen. (die Bräute erreichen den Altar und die Orgel verstummt)
    KÖNIG (leise zum Oberwicht) Fürwahr, dies habe ich.
    PRIESTER Meine Lieben, wir haben uns hier und heute unter diesem Kathedralenzelt versammelt, um diese sich Liebenden im heiligen Bunde der Ehe zu vereinen und ebenjene Ehe ist ein frommes Sakrileg und sollte von allen geliebt und geehrt werden, denn Mann und Frau geben einander ein Versprechen, welches sie auf ewig binden wird und in diesem Sinne frage ich nun: (zu Schneewittchen) Meine Liebe, möchtest du den hier Anwesenden zu deinem, vor Gottes Augen rechtlich angetrauten Ehemanne nehmen und ihn lieben und ehren, in guten, wie in schlechten Tagen, bis dass der Tod euch scheidet und im Himmel wieder eint?
    SCHNEEWITTCHEN (gleichgültig) Ja, ich will.
    PRIESTER (zu Dornröschen) Meine Liebe, möchtest du den hier Anwesenden zu deinem, vor Gottes Augen rechtlich angetrauten Ehemanne nehmen und ihn lieben und ehren, in guten, wie in schlechten Tagen, bis dass der Tod euch scheidet und im Himmel wieder eint?
    DORNRÖSCHEN (hasserfüllt) Ja, ich will.
    PRIESTER (zu Rotkäppchen) Meine Liebe, möchtest du den hier Anwesenden zu deinem, vor Gottes Augen rechtlich angetrauten Ehemanne nehmen und ihn lieben und ehren, in guten, wie in schlechten Tagen, bis dass der Tod euch scheidet und im Himmel wieder eint?
    ROTKÄPPCHEN (traurig) Ja, ich will.
    PRIESTER (zum König) Eure Majestät, nehmt Ihr diese hier Anwesenden zu Euren rechtlich angetrauten Frauen?
    KÖNIG (stolz) Ja, ich nehme.
    PRIESTER Sollte hier nun jemand unter uns weilen, welcher Gründe vorzubringen hat, weshalb diese Trauung nicht zu Stande kommen sollte, so möge er nun seine Stimme erheben oder für immer schweigen.
    SCHNEEWITTCHEN (nach kurzer Stille) Da wohl niemand anders sprechen möchte…
    DORNRÖSCHEN …melde ich mich nun zu Wort!
    KÖNIG Was hat dies zu bedeuten? Jemand soll es mir erklären!
    DORNRÖSCHEN Ach, mein lieber König, seid Ihr gar allzu verwirrt?
    SCHNEEWITTCHEN Nun, vielleicht sollten wir Euch entwirren, da Ihr Euch sonst selbst verletzten könnt.
    OBERWICHT Wie könnt ihr es wagen, so mit dem Könige zu sprechen!
    ROTKÄPPCHEN Nun, sie sprechen so, wie es dieser Wicht verdient! (der König will Rotkäppchen ohrfeigen, doch noch im selben Moment hat Schneewittchen ihren Dolch gezogen und ihn an der erhobenen Hand verletzt)
    KÖNIG (schreiend seine Hand haltend) Gottverdammtes Weibsbild - du bist verrückt geworden!
    SCHNEEWITTCHEN Wenn überhaupt, so habt Ihr mich gar verrückt gemacht. Jedoch, wer weiß dies noch nach so vielen, vielen Jahren in einem dunklen Verließe voller Ungeziefer! (Oberwicht möchte zum Schlag ausholen, doch Dornröschen bedroht ihn mit ihrem Doch)
    DORNRÖSCHEN Aber nicht doch.
    OBERWICHT Dies wird dich noch reuen! (er will zu seinem Schwerte greifen, als das große Tor zur Kathedrale aufgebrochen wird und Böser Wolf, Unterwicht und Wichtling mit vielen anderen Wichten hineinstürmen, woraufhin Rotkäppchen sogleich geplanter weise abläuft und sich versteckt)
    BÖSER WOLF Eure Hoheit!
    UNTERWICHT Hiermit erklären wir Euch für null und nichtig!
    WICHTLING Und schenken Euch ein Stelldichein mit dem Gevatter Tod! (sie stürmen auf den Altar zu)
    KÖNIG So weit werde ich es nie und nimmer kommen lassen! (flüchtet)
    OBERWICHT Ich sollte mir ein Beispiel nehmen und meinem Herren folgen! (flüchtet ebenfalls)

    BÖSER WOLF, WICHTLING, SCHNEEWITTCHEN und UNTERWICHT folgen ihnen

    DORNRÖSCHEN (zum Priester) Nun denn, mir scheint, als wären nur wir noch hier, wo doch mein Bräutigam nun flieht, mein lieber, ehrenwerter Wicht.
    PRIESTER Was wollt Ihr damit sagen?
    DORNRÖSCHEN Fort mit ihm! (dutzende Wichte stürzen sich auf ihn)

    VII

    OBERWICHT in einer kleinen Halle

    OBERWICHT (an einer verschlossenen Türe rüttelnd) Das darf doch nie und nimmer wahr sein! Ich bin verflucht worden! Wenn sie mich erwischen, werden sie mich töten! Doch soweit werde ich es nie und nimmer kommen lassen!

    UNTERWICHT tritt auf

    UNTERWICHT Nun, es hat den Anschein, als hätten dich dein König und dein Glück verlassen, doch dafür ist es mir gegeben.
    OBERWICHT (sein Schwert ziehend) Kampflos werde ich nicht untergehen!
    UNTERWICHT (ebenfalls sein Schwert ziehend) Du kannst dich wehren und deine Spielchen spielen, doch nützen werden sie dir nicht. Du hast den Tod verdient, denn, auch wenn es nicht so scheinen mag, bist du dennoch ein wahrlich fürchterlicher Wicht und auf gleicher Höhe mit dem König.
    OBERWICHT Beginnen wir nun?
    UNTERWICHT Du wirst mit deinem König untergehen! (sie kämpfen und Oberwicht verletzt Unterwicht)
    OBERWICHT Welch armes, kleines Händchen. (sie kämpfen weiter und dieses Mal wird Oberwicht von Unterwicht verletzt) Du vermaledeiter Wicht! (er tobt umher und verletzt Unterwicht schwer)
    UNTERWICHT (zu Bode fallend) Dafür wirst du schon noch büßen!
    OBERWICHT Du wolltest doch nicht hören!
    UNTERWICHT (versucht aufzustehen, doch Oberwicht rammt ihm sein Schwert hinein…) Nun denn, wenn ich dich nicht töten kann, so nimmt sich deiner jemand anders an! (…und so stirbt er)
    OBERWICHT (bricht unterdessen die verschlossene Türe auf, hinter welcher ihn der Hauptmann der Wachen schon erwartet) Ich habe mich doch schon gewundert, weshalb ich dein Gesicht nicht in der Kathedrale sah, denn du wusstest von dem Aufstande, hast mich gar belogen und hier und jetzt auf mich gewartet!
    HAUPTMANN Ach, was bin ich doch nur für ein allzu guter Flunkerer.
    OBERWICHT Sei es wie es wolle - ich konnte meinen Händchenfreund aus dem Wege schaffen, so werde ich mit dir auch noch fertig.
    HAUPTMANN Du allzu widerlicher, kleiner Wicht! Es genügt dir wohl nicht, die Wichte zu schinden und bis in die Verzweiflung zu quälen, nun musst du sie auch noch töten! Du bist nicht mehr recht bei Sinnen! Aber warte, dies warst du doch noch nie!
    OBERWICHT Endigst du nun oder darf ich mir noch mehr anhören?
    HAUPTMANN Wohlan, deine Zeit ist nun gekommen, denn das Reich ist seinen König los und nun werde ich es noch von dir befreien! (sie stürmen auf einander zu und attackieren einander mit schnellen, gekonnten Schwerthieben, jedoch landet keiner von ihnen einen Treffer)
    OBERWICHT Ich habe dich noch nie zuvor derart kämpfen sehen.
    HAUPTMANN Du würdet gut daran tun, weniger zu sprechen und dafür mehr zu sterben! (er verletzt Oberwicht)
    OBERWICHT Dies wirst du noch bereuen!
    HAUPTMANN Du kannst es liebend gerne versuchen, wenn wir uns im Jenseits wiedersehen. (er attackiert ihn ein weiteres Male, schlägt ihm das Schwert aus der Hand und verwundet ihn tödlich)
    OBERWICHT (fällt zu Boden, verblutet, stirbt)

    VIII

    KÖNIG im Thronsaal auf seinem Throne sitzend

    KÖNIG Womit habe ich dies alles nur verdient? War ich denn nicht stets ein guter König? Stets gütig und barmherzig? Warum stellten sich bloß alle gegen mich? - Auf seinem Totenbette hatte mir mein Vater dieses Reich vermacht. „Mein Sohn, wenn ich sterbe, wirst du der neue König sein, jedoch musst du zuvor noch vieles lernen. Denn, behandle deine Untertanen allzeit gut und liebevoll und benutze gar niemals Gewalt. Denn, ein guter König schlichtet Streit mit Worten, nicht mit blinder Wut.“ - Was habe ich nur falsch gemacht? Habe ich mich doch an seine Weisheiten gehalten, oder doch nicht? Nein! Das darf nicht sein! Ich bin der König und bleibe auch der König! Niemand kann mich stürzen! Niemand wird mich stürzen! (er versucht aufzustehen, ist jedoch zu schwach dafür und versinkt wieder in seinem Thron) Ach, dies ist doch alles Schall und Rauch und alle wissen dies nur allzu gut. Ich werde nie und nimmer mehr siegen und auch nicht König bleiben.

    BÖSER WOLF, WICHTLING und SCHNEEWITTCHEN treten auf

    BÖSER WOLF Seht doch nur, wer auf des Königs goldenem Throne sitzt.
    WICHTLING Ist es ein König? Ist es ein Wicht?
    SCHNEEWITTCHEN Weder noch, es ist ein Nichts.
    KÖNIG Ich dachte mir, dass es euch erfreuen würde, mich auf diese Art zu sehen. (er rappelt sich hoch) Ihr seid wohl hier, um mich zu töten?
    BÖSER WOLF Fürwahr, denn einst warst du ein König, doch nun ist nichts mehr davon übrig.
    WICHTLING Denn deine Macht hat allzu Vielen das Leben fortgeraubt.
    SCHNEEWITTCHEN Diese sind mir herzlichst gleich, ich bin es, um welche es mir geht! Ich bin es, welcher du viele, viele Jahre ihres Lebens geraubt und in einem dunklen Kerker leiden gelassen hast! So ist es mir wahrlich gleich, auf welche Art du stirbst, solange es allzu qualvoll ist!
    BÖSER WOLF Ich versichere dir, dass er sterben wird, sei es durch die Klinge oder gar den Galgen.
    SCHNEEWITTCHEN Nein! Diese reichen mir bei weitem nicht! Er soll leiden! Er soll Höllenqualen leiden! Ihn sollen doch die Ratten im Verließe fressen!
    KÖNIG (geht auf sie zu…) Nun denn, die letzten Worte sind gesprochen und nun ist es Zeit für mich zu scheiden. (…und fällt vor ihnen auf die Knie)
    SCHNEEWITTCHEN Nein! Nicht hier! Nicht jetzt! Nicht auf diese lächerlich weiche Art und Weise!
    WICHTLING (sein Schwert ziehend) So bringen wir es zu Ende.
    SCHNEEWITTCHEN Nein! (sie stürzt sich auf den König und prügelt auf ihn ein)
    BÖSER WOLF (sie fortziehend und festhaltend)
    WICHTLING Lebt wohl, Eure Hoheit. (beseitigt ihn)
    SCHNEEWITTCHEN (in Tränen ausbrechend)
    BÖSER WOLF Es ist zu ende.

    Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.
    Geändert von Leopold Lilienfeld (21.12.2012 um 18:23 Uhr) Grund: Eines nachts kam eine Eule angeflogen...
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  2. #2
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    Hallo Marcel,

    Sooo, hast du es endlich geschafft den Text hier reinzustellen?
    Hmmm, der Anfang war schön vorsichtig, alles anonym und dann steht mein Name trotzdem über dem Gedicht. monoman. Aber was solls, lass alles ruhig da stehen. Vielleicht überarbeite ich den Text ja irgendwann mal anständig, damit man es auch Gedicht nennen kann.
    Du weißt ja, ich weiß nicht sonderlich viel über Prosa oder Dramas aber mir gefällt dieses Werk schon. Ich habe noch nie so etwas gelesen und der Weihnachtsmann als der böse in der Geschichte... finde ich lustig. Lies es aber bloß keinen Kindern vor die noch an den Weihnachtsmann glauben!!
    Ich hab ein paar Rs gesehen aber natürlich finde ich sie jetzt da ich den ganzen Text gelesen hab nicht mehr alle. Hier mal die die ich noch finde:
    4 Aufzug, 3 Auftritt: zu anstatt du
    5 Aufzug, 3 Auftritt: wir dich holen kommen
    6 Aufzug, 1 Auftritt: Rotkäppchen tanzt
    Und ein paar Mal hast du 'gar nicht' aneinander geschrieben.

    Liebe Grüße,
    Lydia
    Bote des Boten des Bösen. ;)
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  3. #3
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    Hey^^

    Ja, sry, ich dachte, es macht dir nichts aus..... Aber, mir gefällt das vorwortbildende "Gedicht" ^.^

    Freud, mich, dass es dir gefällt^^ Ich wollte mit dem bösen Rotmantel mal was anderes/neues ausprobieren. & anscheinend hat es funktioniert^^ **frohlockender-Ausdruck** Jeiii^^ xD

    Thx, für die Rechtschreibfehler^^ (bevor, ich das ganze ausgedruckt habe) Immer wieder gemein, wenn MS Word einfach die Fehler übersieht........

    Lg. Marcel
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  4. #4
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    Hallo Hollopainen,

    Allgemein finde ich die Geschichte lustig erzählt. Aber ich habe noch ein paar Härchen in der Suppe gesehen...

    Die Auftritte sind teilweise extrem kurz. Das ist irgendwie schade. Gerade im sechsten Aufzug könnte man alle Auftritte zusammenfassen, indem man das anwendet, was ich liebevoll "Theatereffekt" nenne (es kann sein, dass es einen Namen hat, aber ich nenne es so). Ich meine damit, dass alle in einem Raum sind, aber nichts voneinander hören. Alle sind auf dem Fest, aber unterhalten sich in ihrer Gruppe, nacheinander.
    Vielleicht liest du dir da noch ein paar Dramen durch. Ich liebe sie... Ich glaube, ich bin einer von wenigen (jungen) Menschen, die den Faust freiwillig lasen...
    Allgemein die Länge passt. Ist für ein Forum zwar lang, aber für ein Theaterstück dann wieder etwas kurz. Der Mittelweg eben.

    Die Gedichtchen/Reime, die nur der Zuschauer hört finde ich prinzipiell nicht schlecht. Sie erinnern mich an Brecht. Aber teilweise finde ich sie nicht gelungen. Man erkennt sie nicht wirklich. An dramatische Gedichte, also die in Dramen, habe ich keine hohen Ansprüche. Die in Brechts Galilei fand ich größtenteils grottig, aber etwas Mühe, dass die Reime sich reimen erwarte ich schon.

    Die Regieanweiseungen werden häufig in Kursiv dargestellt. Das würde ich dir auch raten....
    Ein zwei Sprecher sind nicht in Fett angezeigt.

    Mit den Tippfehlern, die Lydia:) schon nannte, wars das glaube ich schon mit der Form. Ich habe noch zwei kleine Grenzgänger und werde mich dann mal kurz dem Inhalt widmen...
    Wenn du die inflationäre Zahl an Nebendarstellern loswerden willst, empfehle ich dir Vögelchen ihr Lied singen zu lassen, um die epische Lyrik einzubauen.
    Zweitens: Heißen die Spreche die Werkzeuge oder die Handwerker? Entweder ist alles "falsch" außer dem Maler oder der Maler müsste Pinsel heißen...

    Jetzt also zum Inhalt:
    Wo ist die Oma? Sie wird auch verschluckt, aber nicht wieder ausgespuckt...
    Lustiger (und realistischer) fände ich es, wenn im letzten Aufzug jede Gruppe ein anderes der drei Mädchen zur Königin haben wollte. Das hätte irgendwie was... Und im waren Leben wollen auch nie zwei Gruppen den gleichen Chef. Das sieht man auch schön in "Asterix bei den Goten", auch wenn dort das alles unter Mithilfe der Gallier war....
    Ein Zitat: (Ok, mir fällt gerade auf, dass Dornröschen tot ist... Aber eine Gruppe kann sich auch den Hauptmann wünschen)
    DORNRÖSCHEN (will ihn attackieren, verfehlt aber nur knapp seinen Kopf)
    UNTERWICHT (nutzt dessen Unachtsamkeit und verletzt ihn an der Seite)
    OBERWICHT Du vermaledeiter Wicht! (er täuscht einen Angriff auf Dornröschen vor und als Unterwicht sie beschützen führt er einen gezielten Hieb aus und rammt ihm sein Schwert in den Rücken)
    UNTERWICHT (fällt zu Boden) Dafür wirst du noch büßen!
    OBERWICHT Du wolltest doch nicht hören!
    UNTERWICHT (versucht aufzustehen, doch Oberwicht rammt ihm sein Schwert ein weiteres Male in den Rücken) Widerliches… (stirbt)
    DORNRÖSCHEN Wie kannst du nur, du widerlich grauenhaftes Tier! Wie konntest du ihn nur töten!
    OBERWICHT So lass es mir dir doch zeigen! (er attackiert, überwältigt sie und rammt ihr sein Schwert in die Brust)
    DORNRÖSCHEN (fällt kreischend zu Boden und hält sich die Wunde) Widerliches, dreckiges Aas! Es bereitet dir wohl auch noch Freude! Nun denn, wenn ich dich nicht töten kann, so nimmt sich deiner jemand anders an!
    Soll heißen: D. Wirft dem Oberwicht vor, jemanden töten zu wollen, nachdem es selbst versucht hat, eben jene Person zu töten... is kla... Du merkst schon, da passt was nicht...
    Irgendwo war noch ein Logikfehler... Aber ich finde ihn auf die Schnelle nicht mehr...

    Wenn du noch mal so einen Text hast, einfach die Datei als HTML speichern, mit dem Editor öffnen und den Text hier einstellen. Dann müsste er eigentlich formatiert ankommen... Glaube ich... Mit Word geht es auch, aber ich empfehle hierfür OpenOffice. Falls du das nicht hast, einfach kostenlos downloaden...

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  5. #5
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    Hey Nachteule^^



    Naja, die Auftritte sind deshalb kurz, weil nicht viel darin passiert und ich wollte sie nicht unnötig ausschmücken und überladen und mit Krimskram, Firlefanz und Potpourri vollstopfen^^ xD Naja, aber die Szenen in Büchners "Woyzeck" sind auch nicht viel länger. Obwohl, streng genommen sogar kürzer. Ich weiß, das kann man nicht vergleichen. Büchner war ein begnadeter Geist und Woyzeck ist ein fürchterlich gutes Werk^^ *aber, ich schweife ab*

    Den sechsten Auftritt hab ich mir auch in dieser/deiner Art vorgestellt. Die Bühne (der Saal) - verschiedene Gruppierungen mit verschiedenen Gesprächen..............

    Tja, die Jugend heutzutage.... nur Flausen, Jersey Shore, Justin Bieber und Twilight im Kopf. & Goethe, Hoffmann und die anderen Meister der Literatur verstauben in Archiven und Bibliotheken........ zusammen mit allen Opern.....
    Aber hey, ich habe Faust auch gerne gelesen^^ (+ Faust II & diverse andere Fäuste/Fausts k.A. xD^.^)

    Nunja, die Regieanweisungen sind bei mir auch kursiv, jedoch nur im Word^^ für hier waren mir die zu viel Arbeit...
    Wenn ich schon mal dabei bin; ich hab deinen Vorschlag mit HTML azsprobiert. Funktionert^^ Werde ich auf jeden Fall beim nächsten Mal gleich so machen^^

    Ursprünglich sollten sie sich auch reimem; nur ging das irgendwie verloren...
    Brecht ist nicht so meins; ich verwechsle ihn ständig mit Dürrenmatt >.< (ich weiß, ich sollte mich dafür schämen xD)

    Inflationär...... tolles Wort^^ Ich weiß, ich hab mit den Chören "etwas" übertrieben.... aber ich wollt halt alle möglichen Charaktäre, welche in den meisten Märchen & Co vorkommen einbauen... Aber ich werde mal sehen, was sich alles machen lässt.

    Zum Inhalt;

    Die Großmutter kommt nicht wieder. Ich wollte "Rotkäppchen" nicht 1:1 kopieren und so hab ich sie einfach sterben lassen.

    Natürlich wäre es realistischer, wenn nicht alle Rotkäppchen wollen, aber ich finde, sie hat es irgendwie am Meisten verdient........ immerhin ist sie Waise (wenn man annimmt ihr Vater stirbt im Krieg) und ein morbider König wollte sie schwängern...... Naja, Schneewittchen hat auch Anspruch auf den Thron; immerhin war sie einige Jahre im Verließ... ach, der Hauptmann.... Rotkäppchen ist ein kleines Mädchen und die werden immer bevorzugt.. irgendwie.... keine Ahnung, erhlich gesagt^^^^^ Ich werd mal sehen, was sich machen lässt^^

    Bei Asterix & Co bin ich überfordert. Der hat sich mir mit Erfolg jahrelang entzogen. (& wird es auch weitere Jahre machen)

    Soll heißen: D. Wirft dem Oberwicht vor, jemanden töten zu wollen, nachdem es selbst versucht hat, eben jene Person zu töten... is kla... Du merkst schon, da passt was nicht...
    Naja, es macht einen Unterschied, ob ein "böser" Wicht jemanden tötet, weil er gerne tötet, oder ob eine entführte und beinahe zwangsverheiratete Frau um ihre Freiheit kämpft...... naja, ok, es ist irgendwie zwiespältig^^

    Alles in allem; ich werde bei Gelegenheit noch einmal über das Werk drübergehen und überarbeiten.
    Achja; danke für den Hinweiß: die Maler sollten Pinsel heißen^^

    Lg. Hollopainen
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  6. #6
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    Hallo Hollopainen,

    Den sechsten Auftritt hab ich mir auch in dieser/deiner Art vorgestellt. Die Bühne (der Saal) - verschiedene Gruppierungen mit verschiedenen Gesprächen..............
    *Hüstel* Aufzug. Nenne die Dinger doch einfach Szene und Akt, dann passiert sowas nicht.
    Dann fasse sie doch einfach zusammen. Es spricht ja nichts dagegen, einszenen Akte zu schreiben. Oder fasse die beiden letzten Akte zusammen.

    Aber hey, ich habe Faust auch gerne gelesen^^ (+ Faust II & diverse andere Fäuste/Fausts k.A. xD^.^)
    Gerne oder freiwillig? Mich hat keine Schule dazu "gezwungen"...

    Funktionert^^ Werde ich auf jeden Fall beim nächsten Mal gleich so machen^^
    Siehst. Nicht verzagen, Eule fragen.

    Ursprünglich sollten sie sich auch reimem; nur ging das irgendwie verloren...
    Das ist natürlich doof... Also ich würde da die Zeit noch investieren und das nachholen. Das Drama würde dabei unheimlich gewinnen. Der Reim ist ja sozusagen das Zeichen dafür, dass die Bühne den Chor nicht mitbekommt.

    Brecht ist nicht so meins; ich verwechsle ihn ständig mit Dürrenmatt >.< (ich weiß, ich sollte mich dafür schämen xD)
    Äh... ja. XD Also Dürrenmatts Fan bin ich auch. Seine Physiker, sein Besuch der alten Dame... Gesellschaftskritik vom Feinsten!
    Brecht mit ihm zu verwechseln habe ich jetzt noch gar nicht probiert....

    Inflationär...... tolles Wort^^
    Sorry, BWLer...

    Ich weiß, ich hab mit den Chören "etwas" übertrieben.... aber ich wollt halt alle möglichen Charaktäre, welche in den meisten Märchen & Co vorkommen einbauen... Aber ich werde mal sehen, was sich alles machen lässt.
    Wenn dir nur ein Vögelein zu langweilig ist, könnte ich noch vorschlagen, das in einer Art Schneewittchen zu machen. Also ein Hase, Reh, Vögel,... Aber halt nicht sooo viel.

    Die Großmutter kommt nicht wieder. Ich wollte "Rotkäppchen" nicht 1:1 kopieren und so hab ich sie einfach sterben lassen.
    Natürlich wäre es realistischer, wenn nicht alle Rotkäppchen wollen, aber ich finde, sie hat es irgendwie am Meisten verdient........ immerhin ist sie Waise (wenn man annimmt ihr Vater stirbt im Krieg) und ein morbider König wollte sie schwängern...... Naja, Schneewittchen hat auch Anspruch auf den Thron; immerhin war sie einige Jahre im Verließ... ach, der Hauptmann.... Rotkäppchen ist ein kleines Mädchen und die werden immer bevorzugt.. irgendwie.... keine Ahnung, erhlich gesagt^^^^^ Ich werd mal sehen, was sich machen lässt^^
    Das sagt ja nichts über Führungspersönlichkeit aus... das ist kein Verdienst, sondern nur ein Schicksal. Ein Schicksal, das viele erleiden.
    Musst du auch nicht einbauen, war nur eine Idee...

    Bei Asterix & Co bin ich überfordert. Der hat sich mir mit Erfolg jahrelang entzogen. (& wird es auch weitere Jahre machen)
    Das ist Kulturgut! Einer der wenigen Comics, die man gelesen haben muss.

    Naja, es macht einen Unterschied, ob ein "böser" Wicht jemanden tötet, weil er gerne tötet, oder ob eine entführte und beinahe zwangsverheiratete Frau um ihre Freiheit kämpft...... naja, ok, es ist irgendwie zwiespältig^^
    Ich habe von keinem Mord des OW gelesen. Er wird in dieser Szene von zwei Bewaffneten angegriffen. Da würde jeder sein Schwert ziehen. Das er vielleicht böse war, ist ja Ok, aber er machte sich nicht des Mordes schuldig.
    Ja, mindestens zwiespältig.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
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  7. #7
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    Hey Nachteule^^

    *Hüstel* Aufzug. Nenne die Dinger doch einfach Szene und Akt, dann passiert sowas nicht.
    Dann fasse sie doch einfach zusammen. Es spricht ja nichts dagegen, einszenen Akte zu schreiben. Oder fasse die beiden letzten Akte zusammen.
    *Räusperchen* Nunja, im Grunde finde ich das Wort Auftritt irgendwie besser als Szene; dennoch; Szenes würde dann doch besser ins Gesamtbild passen...
    Grundsätzlich kann man den 6. und 7. Akt ja weglassen; k.A... die haben sich halt irgendwie ergeben^^

    Gerne oder freiwillig? Mich hat keine Schule dazu "gezwungen"...
    Alles freiwillig^^ Das Puppenspiel / Marlowe / Goethe / Lenau / ; dämnächst sind Vischer und das Faustbuch dran^^

    Wenn dir nur ein Vögelein zu langweilig ist, könnte ich noch vorschlagen, das in einer Art Schneewittchen zu machen. Also ein Hase, Reh, Vögel,... Aber halt nicht sooo viel.
    Um die Chöre werde ich mich auf jeden Fall noch kümmern^^ (Anzahl verringern & und sich reimen ...)

    Äh... ja. XD Also Dürrenmatts Fan bin ich auch. Seine Physiker, sein Besuch der alten Dame... Gesellschaftskritik vom Feinsten!
    Brecht mit ihm zu verwechseln habe ich jetzt noch gar nicht probiert....
    Die Physiker und Besuch der alten Dame hab ich auch gelesen. Ich fand sie gut, bin aber dennoch nicht so wirklich ein Freund von Gesellschaftskritik. Ich bin eher einer, der mit Märchen, Feen, Einhörnern und Engeln, Tod und Verderben um sich wirft^^

    Sorry, BWLer...
    Inflationär im Sinne von "Jeiii, neues Wort gelernt" nicht im Sinne von "omg, Klugscheisser" ^.^

    Ich habe von keinem Mord des OW gelesen. Er wird in dieser Szene von zwei Bewaffneten angegriffen. Da würde jeder sein Schwert ziehen. Das er vielleicht böse war, ist ja Ok, aber er machte sich nicht des Mordes schuldig.
    Ja, mindestens zwiespältig.
    Indirekt - irgendwie indirekt ***aber im Endeffekt läuft es doch darauf hinaus, dass ich eine neue Sezene schreiben "darf", nur damit er jemanden ermorden kann und sein Tod dann "gerechtfertigter" ist ^.^***
    [Der Oberwicht ist grundsätzlich "böse". Nur kommt das irgendwie nicht so recht rüber... ]

    Lg. Hollopainen

    Ps.: ......................................... wer hat bloß das Zitat erfunden & warum muss ich nun dafür büßen?
    Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. - Albert Einstein

    Es ist nur ein schmaler Grat zwischen Narr und Dichter.

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