1. #1
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    Ruinen einer Welt

    Hinter mir die Ruinen einer Welt,
    in Trümmern, noch schwelende Feuer,
    heisse Asche, die leis' zur Erde fällt.

    Traurige Geschichten, die dieser Ort erzählt,
    einst herrlich blühende Oase,
    dann zum blut'gen Schlachtfeld erwählt.

    Mein Weg gepflastert von Toten,
    Augen so kalt und so leer,
    anklagender Blick der unheilvollen Boten.

    Sie erzählen von grausamen Taten,
    die gesplitterten, gebrochenen Glieder,
    in grotesker Anmut, vom Leben verraten.

    Blut benetzt die Erde, wo grosse Wunden klaffen,
    Leiber aufgerissen und brutal zerfetzt,
    Unmenschlichkeit von Menschenhand geschaffen.

    Meine nackten Sohlen zerschnitten von Knochen,
    laufe weiter, kann hier nicht verweilen,
    innerlich an den Gräultaten fast zerbrochen.

    Stolpere weiter, durch die todesschwere Zeit,
    suche verzweifelt nach einem Weg,
    hinaus aus dieser irrealen Wirklichkeit.

    Mein Herz von tiefer Trauer ganz erfüllt,
    so wandle ich auf ausgetretnen Pfaden,
    die Ruinen hinter mir, in süss' Vergessen eingehüllt.
    Geändert von Lady Lyric (15.04.2012 um 20:16 Uhr)
    If you live to be a hundred, I want to live to be a hundred minus one day, so I never have to live without you!

  2. #2
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    Hallo Lady Lyric,

    Dein Gedicht hinterlässt bei mir eine tiefe Traurigkeit und Mitgefühl.
    Mit jeder Zeile gräbt sich der Text tiefer ein. Jede ist stark für sich und im Zusammenhang.
    Ich werde an die Hand genommen und bis zum Schluss gehe ich an der Seite mit.
    Ohne dabei den Zeigefinger zu heben oder eine Lösung zu haben...oder ... einfach nur Beschreibung und doch oder gerade deswegen so einnehmend.

    Ein sehr "schönes" Gedicht zu einem so grundlegenden Menschheitsthema.
    Liebe Grüße Irene
    Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
    sondern lehre den Männern die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer
    von Antoine de Saint-Exupéry

  3. #3
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    Hallo Irene,

    ich finde es wäre irgendwie komisch zu sagen, es freut mich dass dir mein Gedicht gefallen hat, da ich finde, dass das Thema dazu einfach zu ernst ist. Aber trotzdem danke für deinen Kommentar.

    Liebe Grüsse

    Lady Lyric
    If you live to be a hundred, I want to live to be a hundred minus one day, so I never have to live without you!

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