1. #1
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    Lightbulb ein alter mann und seine wahrheit


    ein alter mann wollt sich erdreisten,
    mal eine kleine wahrheit leisten,
    um diese offen zu bekunden
    in einer der jornaillerunden.
    da nickten zwar die allermeisten,
    natürlich auch die braunen dreisten,
    doch den göttern die grad speisten,
    wollt die kröte nicht recht munden -
    ein alter mann verdarb ihr mahl.
    sie grollten hilflos dem ergreisten,
    bestimmt sei er von altem geist, denn
    man hätte einst doch was gefunden ...
    und sie riefen unumwunden:
    "solch dreiste wahrheit sich zu leisten! -
    ach alter mann, das darfst du nicht!" ...
    Geändert von Eremit (16.04.2012 um 20:23 Uhr) Grund: Formfehler ausgebügelt!?
    -------------------------------------------
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    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
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  2. #2
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    ein alter mann und seine wahrheit

    Hallo Eremit,

    ein schönes Gedicht mit gut gereimter interessanter Aussage. Die Rentrements vermisse ich.. Du hast das Reimschema aabba bcbbbad gewählt. Nach meinem Verständnis sollte es das Schema aabbaaabaabba sein. Wenn es auch nicht genau nach der Regel eines Rondeau ist, so ist es doch ein sehr schönes, sinnvolles Gedicht.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hallo Eremit,

    Die Rondellform stimmt nicht ganz, aber das hat Hans ja schon gesagt. "Ein alter Mann" lässt sich ja bei allem irgendwie einfügen..

    in einer, der jornaillerunden
    Stimmt das Komma hier? Ich glaube nicht... Aber es steht so sicher da...

    Die Probleme, denen Grass sich ausgesetzt sieht, hast du schön dargestellt. Egal, ob es seine oder die wirkliche Wahrheit ist, falls es die überhaupt gibt...

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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  4. #4
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    Lieber Eremit .

    Da erdreistest du dich, an meinem Rondell zu mäkeln und machst es auch nicht besser? Na warte .

    Ich mag dein Gedicht, sehr sogar! Auch wenn es etwas () neben der Reimfolge liegt (aabba/aabR/aabbaR) und die Rentrements auch nicht stimmen, so triffst du mit deinem Thema mitten ins Schwarze. Wie wärs, die "Kröte" durch die "Unke" zu ersetzen?

    Sehr aktuell, sehr flüssig, sehr gut formuliert!
    Herzliche Abendgrüße,
    Medusa.


    Geändert von Medusa (15.04.2012 um 22:43 Uhr)

  5. #5
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    Peace, Peace, Peace - weiße Fahne!!!

    Lieber Hans, liebe Nachteule, liebe Medusa,

    ich gestehe:

    Ich habe mich mit der Form nicht eingehend genug beschäftigt, sondern dreist Medusas Reimschema geklaut. Und wie es so mit Unerlaubtem oft geschieht- es geht schief. Hab mich doch glatt verzählt .
    Ich hoffe, Ihr seid mit der Korrektur einverstanden. Das letzte, wie heißt doch nochmal das Dingens - Rentrement - das hätte ich aber doch gern ein klitzekleines bisschen abgewandelt. Kann dies als künstlerische Frechheit noch erduldet werden?

    @Nachteule:
    Das angemerkte Komma sah zwar wirklich sehr sicher aus, hat sich aber dreist hineingeschmuggelt- danke.

    @Medusa:
    Hast Du die Unke aus klanglichen Motiven ins Spiel gebracht? Ich stell mir unter einer Unke ein kleines Fröschlein vor, weniger eine fette Kröte, an der man sich verschlucken kann. Ich hatte an dieser Stelle auch eine Gräte als etwas Piekendes erwogen, aber mich dann doch für die Anspielung auf die allgemein bekannte Redewendung entschieden.

    @ alle:

    Vielen Dank für Eure Kommentare, insbesondere für den Hinweis auf den faustdicken Formfehler.

    LG Eremit
    -------------------------------------------
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  6. #6
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    Verehrter Herr Eremit,
    nein, ein Rondeau ist es nicht....!
    Aber ansonsten habe ich Deine Verse sehr grinsend gelesen. Zeitgenössisch sozusagen!
    Passend ist es auch.
    Ich würde es aber eigentlich nicht mehr verändern, obwohl die Wiederholungen einzubauen dürfte nicht zu schwer sein.
    Liebe Sonntagsgrüße sendet,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  7. #7
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    Lieber Eremit .
    Nee, nicht wegen des Klanges habe ich die Unke angeregt. "Unkenrufe" ist eine Erzählung von Grass - kam mir nur wegen deiner Kröte in den Sinn .
    Guts Nächtle,
    Medusa.

  8. #8
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    Liebe Medusa,

    Du hast Recht, an die Erzählung "Unkenrufe" habe ich überhaupt nicht gedacht. Das passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Ich werde Deinen Vorschlag übernehmen- Danke!

    Gute Nacht
    Eremit
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  9. #9
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    Lieber Eremit .

    Jetzt hast du genau an der "Unken"-Stelle Mist gebaut:
    ..... da nickten zwar die allermeisten,
    natürlich auch die braunen dreisten,
    doch den göttern die grad speisten,
    den wollt der unkenruf nicht munden - "den"????? "Wollte" als Auftakt passt nicht. Oder ganz einfach: "Wollt der Unkenruf nicht munden"?
    ein alter mann verdarb das mahl.
    Du kriegst das hin .
    Jetzt aber endgültig: Gute Nacht,
    Medusa.

  10. #10
    Derolli Guest
    Lieber Eremit,

    so schnell so aktuell, das ist prima.

    Die Künstlerfreiheit welche in der Reimform zum Ausdruck kommt, die macht für mich die Würze aus - zumal ich so perfekt gesetzte Waisen (V9)wirklich mag.

    Jedoch ist diese Stelle tatsächlich schwer zu verstehen:
    den wollt der unkenruf nicht munden
    vielleicht als Abkürzung "denen" oder sogar als "denn"?
    "wurd der Unkenruf zu Wunden", wäre eventuell auch ein Ausweg.

    Der arme alte Mann.

    Liebe Grüße

  11. #11
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    Lieber Eremit,
    Du hast mich vergessen, schmoll!
    schluchtz, Klatschmohn
    ©Klatschmohn
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  12. #12
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    Lieber Klatschmohn,

    das ist mir jetzt aber wirklich peinlich . Dein Kommentar ist mir wirklich durch die Lappen gegangen. Jetzt weiß ich auch gar nicht so genau, ob Du ihn vor meinen Änderungen oder danach schriebest. Ich hoffe mal, es war davor, denn nach meinem Dafürhalten müsste jetzt die äußere Form stimmen.

    LG Eremit
    -------------------------------------------
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  13. #13
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    NEE Eremit, der alte Mann - wie du ihn bezeichnest, hätte wohl in seiner konzertierten Führungsstruktur eine systematisierte Fluktations - Konzeption erkennen lassen müssen, obwohl orientierte Übergangsphasen seines Gedichtes - wenn überhaupt man ein solches - durch die synchrone Wachstumspotenz nach außen ambivalenter Interpretations-Prozeduren so zu bezeichnen, wohl aber die Aussage zu seiner permanenten Identifikations - Ebene durchaus eine qualifizierte Interpretations Prozedur vorhanden war. Es sei denn, dass bei einer integrierten Flexibilität seiner permanenten Interpretation die Ursache seiner ureigensten Behauptung alle bisherigen Führungsstrukturen von ihm selbst hätten beseitigt werden müssen, um ihnen durch eine
    permanente Übergangsproblematik mehr Beachtung zu verleihen.


    al
    Lieber ein eckiges Etwas,
    als ein rundes Nichts.

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