Thema: Frost

  1. #1
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    Frost

    Frost

    Forsch, die Adleraugen
    Felder streifen
    über all die Wege entlang.

    Die meisten Sterne
    sind bereits erloschen.
    Und in der Ferne, schon -
    erheben sich die Höcker vor'm rot.

    Wohin folgst du mir?
    Wiesen, Wälder und Sträucher -
    »alles voller Morgentau«
    nein! jetzt sehe ich
    Eis den Hügel überkommen.
    Welch' Schauspiel der Natur
    welch' Tragik auf den Feldern.

    O liebster Mai!
    Die ganze Landschaft
    versinkt nun im Schnee.
    Eine Last, das Wandern -
    unbehaglich und schwer.
    Welch' Auswuchs, welch' kläglicher Schmerz!
    Für Mensch und Tier
    ein Stich ins alt verfror’ne Herz.

    Hat uns der Sommer etwa
    schon verlassen?



    Das wollte ich nach meinem kleinen ("Winter"-)Spaziergang heute früh noch da lassen. Die Nächte werden auch im April noch überraschend kalt und man wird morgens angenehm natürlich überrascht.
    Wie bereits angekündigt, werde ich in nächster Zeit nicht mehr sehr häufig vorbeischauen können - also erfreut euch daran, während ich in der Zwischenzeit noch ein wenig an neuem memoriere. Bis dann, Martin
    Geändert von Martin Römer (17.04.2012 um 10:51 Uhr)

  2. #2
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    Forsch, die Adleraugen
    streifen Felder,
    über all die Wege entlang.


    So hätte ich die erste Strophe verfasst:


    Frost eines Frühlingsblickes
    streut sich auf Felder
    und enlang der Wege - überall.

    in der zweiten Strophe .... würde ich diesen Satz so schreiben:

    Die meisten Sterne
    sind bereits erloschen.
    Und in der Ferne, schon -
    erheben sich die Höcker vom rot.

    erheben sich die Hügel vom "R"ot


    Wohin folgst du mir?
    Wiesen, Wälder und Sträucher -
    »alles voller Morgentau«
    nein! jetzt sehe ich
    Eis den Hügel überkommen.
    Welch Schauspiel der Natur
    welch Tragik auf den Feldern.

    hätte ich so geschrieben:

    Wiesen, Wäder, Sträucher -
    alles glitzert im Morgenfrost -
    welch Schauspiel der Natur,
    Diamanten auf den Feldern.


    ich bin mir nicht sicher, ob nach dem Frost am Morgen
    es zu schneien beginnen kann, das ist meistens, wenn mildere Temperaturen sind -
    oder sonst kann es nur ein Schneeregen sein und versinken kann da nicht alles
    und Schmerz und Stiche ins Herz bereiten.

    O liebster Mai!
    Die ganze Landschaft
    versinkt nun im Schnee.
    Eine Last, das Wandern -
    unbehaglich und schwer.
    Welch‘ Auswuchs, welch‘ kläglicher Schmerz!
    Für Mensch und Tier
    ein Stich ins alt verfror’ne Herz.



    Hier:

    Hat uns der Sommer etwa
    schon verlassen?

    Wann ist Sommerbeginn? In der 3. Juniwoche, denke ich.
    Daher ist im Mai noch immer Frühling
    und der Sommer kann uns nicht verlassen.

    Zusammengefasst meine Version:

    Frost

    Frost eines Frühlingsblickes
    streut sich auf Felder
    und enlang der Wege - überall.

    Die meisten Sterne
    sind bereits erloschen.
    Und in der Ferne, schon -
    erheben sich Hügel im Rot.

    Wiesen, Wäder, Sträucher -
    alles glitzert im Morgenfrost -
    welch Schauspiel der Natur,
    Diamanten auf den Feldern.

    O liebster Mai!
    Die ganze Landschaft
    versinkt nun in einer SonnenEiswelt
    Eine Lust, das Wandern -
    Schätze liegen mir zu Füssen -
    mein verfrorenes Herz beginnt zu tauen ....


    und bald, o Freude, Sommer, kann ich begrüssen.



    Siehst du Martin Römer, wenn man etwas umschreibt, wird etwas total anderes daraus und darum meinte ich
    bei Dr. Kargs Gedicht Häkeldeckchenzeit: jeder hat einen anderen Schreibstil - und das ist irgendwo gut,
    denn sonst wäre die Schreibkunst uninteressant.

    LG - dein Gedicht gefällt mir auch gut.
    E.Chatterfield

  3. #3
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    Hallo LadyChatterfield,

    vielen Dank für deinen langen Kommentar schon so kurz nach der Veröffentlichung.
    Nun, mal vorweg genommen, das mit dem Schreibstil von dem Herrn Kollegen "Dr. Karg" habe ich gar nicht an die große Glocke gehangen, für die du sie vielleicht hältst. Ich kritisierte lediglich das schier endlose Geschreibsel.. sagen wir es so: er kam nicht auf den Punkt. Das stört nicht nur, sondern macht mich zudem auch unruhig ,

    So auch hier: ich konnte nicht schlafen, bin kurz vor Sonnenaufgang spazieren gegangen, und habe mich gewundert, gefragt: um was in aller Welt hat hier Frost zu suchen?? April?! Es waren -2°C und trotz der Kälte sehr schön.

    Das mit dem Frost hat mich nicht losgelassen, und kurzum, das Gedicht ist in zwei Stunden entstanden. Einige Dinge, von denen du vielleicht glauben magst, ich hätte dies nicht beachtet, kann ich entgegen wirken :

    Hat uns der Sommer etwa
    schon verlassen?

    Wann ist Sommerbeginn? In der 3. Juniwoche, denke ich.
    Daher ist im Mai noch immer Frühling
    und der Sommer kann uns nicht verlassen.
    Im Sinne des Erfinders waren hier nur Sommer und Winter. Ich nahm die Wärme als den Sommer und das andere als Winter. Es wäre noch verwirrender, hätte ich mit den astronomischen Definitionen angefangen, rumzufuchteln. Und da wir eine schöne Frühlingswärme hatten, dachte ich, wäre das mit dem Schlusssatz eine gute Überbrückung.. in dem Gedicht handelt es sowieso mehr von Übertreibungen. (siehe unten - noch deutlicher als Schneeregen wäre nur noch eine Lawine in unserem Dorf gewesen ;=)). Aber das konntest du ja nicht wissen und ist vielleicht auch etw. ungewöhnlich.

    ich bin mir nicht sicher, ob nach dem Frost am Morgen
    es zu schneien beginnen kann, das ist meistens, wenn mildere Temperaturen sind -
    oder sonst kann es nur ein Schneeregen sein und versinken kann da nicht alles
    Diese Zeilen sind eher bildlich gesprochen, die Felder sahen so aus, als würde auf ihnen der Frost wie Schnee liegen. Ich glaube auch nicht, dass im April noch Schneeregen fällt . Und die Landschaft ist auch nicht untergegangen - mein Haus steht noch .

    In diesen Fällen sehe ich mich als einen dramatischen Impressionisten, einen Maler, der sich die Dinge nach seinen eigenen Willen und Wünschen hinmalt. Sicher hat auch Dr. Karg so oder so ähnlich agiert.

    Deine Version geht in eine ganz andere Richtung, wie das Original.
    In meinem "Frost" geht es darum, dass eben durch diesen plötzlichen Kälteeinbruch die Felder zerstört werden und so z.B. Tiere oder Pflanzen Überlebensschwierigkeiten haben. Deswegen schrieb ich auch "O lieber Mai", also in die Zukunft, da der Mai sicherlich schlechte Felder haben wird, wenn da soviel Frost und Kälte drauffällt.

    Bei deiner Version geht es jedoch mehr um das Wohlbefinden des lyrischen Ichs:
    Diamanten auf den Feldern.
    Schätze liegen mir zu Füssen -
    Ich würde sagen, du hast mit deinen versch. Ausdrücken eine Art Liebespoesie erschaffen, während ich mich mehr der dramatischen Form (teils aber auch etwas weinerlich, siehe S4 erste drei Verse) zugewandt habe. Mir gefällt auch deine Version gut.

    Viele Grüße,
    Martin
    Geändert von Martin Römer (17.04.2012 um 10:26 Uhr)

  4. #4
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    Danke für die Antwort.
    LG E.Chaterrfield

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