1. #1
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    Mein Weihnachtstraum

    Mein Weihnachtstraum
    ist es nicht von hier abzuhau'n
    ist zu klären viele Dinge,
    mit denen ich jeden Tag neu ringe!

    Nicht mehr traurig,
    nicht allein, so soll der Weihnachtsabend sein!

    Viel zu tun, doch auch viel Zeit,
    ist es hier,
    die uns noch bleibt!

    Mit fremden Freunden eingesperrt,
    ist es die Zeit, die an uns zerrt!

    Langsam tickt die Uhr im Raum,
    die Zeit vergeht,
    mein Weihnachtstraum

    (Thomas Swiontek)
    _______________________________________________________________________________

    würde mich über commetz freuen
    Geändert von Dr. Üppig (25.04.2012 um 00:29 Uhr) Grund: Doppelpost

  2. #2
    Dr. Üppig Guest
    Hallo Keiko,

    Dein Gedicht bedient sich des Endreims, hat aber keine feste Form; die Strophen sind unterschiedlich lang, das Gleiche trifft auch bei den einzelnen Versen zu. Das ist erstmal eine Feststellung, die keine Wertung in sich trägt.
    Betrachten wir die Strophen einzeln:

    Mein Weihnachtstraum
    ist es nicht, von hier abzuhau'n Satzzeichen fehlt
    ist zu klären viele Dinge,
    mit denen ich jeden Tag neu ringe!
    Gleich zu Beginn sticht mir unangenehm die Inversion ins Auge. Ich bin kein Vertreter der "grammarpolice", weshalb ich auch Inversionen zu Stilmitteln zähle; hier ist sie dennoch deplatziert, genau so wie die Endreime, übrigens. Insgesamt werte ich diese Strophe als die Schwächste in diesem Werk. Auch die Aussage ist leicht neblig, im Vergleich zu den nachfolgenden Strophen sind die "viele[n] Dinge" doch recht vage, dass sie zu klären seien, ist für meinen Geschmack eine etwas zu leere Feststellung.

    Nicht mehr traurig,
    nicht allein, so soll der Weihnachtsabend sein!
    Hier kommt schon mehr Leben, mehr Farbe ins Gedicht, hier ist eine persönlichere Note zu spüren, die das lyr. Ich sympathischer darstellt. Hier hast du, eventuell unbeabsichtigt, auf den Endreim verzichtet und einen Binnenreim eingebaut. Das gefällt mir ganz gut. Die nächste Strophe würde ich dann mit der übernächsten tauschen.

    Viel zu tun, doch auch viel Zeit,
    ist es hier,
    die uns noch bleibt!
    Hier stellt sich wieder die Frage, was denn so zu tun ist. Angelehnt an die Athomsphäre und die Aussage der vorangegangenen Strophen finde ich diese wiederum zu schwach, zu unpräzise, empfinde sie als Fremdkörper.
    Ungeklärt für mich bleibt die Konstruktion des Satzes. "[...]viel Zeit, das ist es hier, was uns noch bleibt" oder "[...]viel Zeit ist hier, die uns noch bleibt" klänge für mich richtiger, hier spüre ich eine Unstimmigkeit.

    Mit fremden Freunden eingesperrt,
    ist es die Zeit, die an uns zerrt!
    Das ist wieder eine lebendigere Strophe, ich hätte mir einen Ausbau in diese thematische Richtung gewünscht. Die Wortbilder an sich und deren Gebrauch im Zusammenhang gefallen mir ganz gut. Allein die "fremden Freunde[n]" sind deutungsstark genug, um eine (längere) Strophe zu füllen.

    Langsam tickt die Uhr im Raum,
    die Zeit vergeht,
    mein Weihnachtstraum
    Diese Strophe zähle ich, in Anbetracht des Gedichts insgesamt, zu den besten. Vor allem gefällt mir ganz gut die Form des letzten Verses, "mein Weihnachtstraum" steht nach dem Komma allein, wobei eine semantische Verbindung zum "vergeht" des vorherigen Verses sich für mich zeigt.

    Zusammengefasst: Ich vermisse einen roten Faden bei diesem Werk. Es ist deutlich an einen Oberbegriff gebunden, die einzelnen Strophen gleiten jedoch weg. Ich sehe einige gute Ansätze, die Wortwahl ist nicht sonderlich herausragend, aber stimmig. Für mich eher ein schwächeres Werk, jedoch mit Potenzial.

    mfG
    Geändert von Dr. Üppig (25.04.2012 um 18:36 Uhr)

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