Thema: Wenn's Leben

  1. #1
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    1.741

    Wenn's Leben

    Wenn’s Leben dir die Hoffnung nimmt
    und mit dir den Berg der Trauer erklimmt,
    Fürchte dich nicht!
    Es versteckt nur sein Gesicht.

    Wenn’s Leben dich nicht ruhen lässt,
    hast du die Wahl – Cholera oder Pest.
    Nimm den goldenen Mittelweg,
    irgendwann findest du schon ein‘ Steg.

    Wenn’s Leben dich zu Boden stürzt,
    wird dein Glück deutlich gekürzt.
    Lass dich nicht unterkriegen,
    am Ende wird die Hoffnung siegen.

    Wenn’s Leben dich nach unten drückt,
    tu bloß nicht so, als wärst du verrückt!
    Das macht es nur noch schlimmer,
    ich seh‘, wie ich verkümmer.

    Wenn’s Leben dir nur Asche schenkt
    und deine Liebe gar ertränkt,
    glaub immer an dich selber!
    Gelb wird sowieso nicht gelber.

    Wenn’s Leben schon zu schwinden scheint,
    bist du das Kind, das immer weint.
    Doch fang auch an, zu lachen
    und lass es einfach krachen!

    Wenn der Tod dir schon auf der Schulter sitzt
    und es um dich herum schon Donner blitzt,
    dann wird deine Zeit schon knapp.
    Doch senkt sich sobald die Hoffnung herab!
    Bitte beachtet die Grundregeln!

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  2. #2
    Dr. Üppig Guest
    Ich erkenne in den vielen Apostrophen keine Notwendigkeit; metrisch bringt es wenig, wenn das Versmaß generell eher unruhig ist, die Wortwahl wird dadurch wenig beeinflusst. "Wenn's Leben" klingt für mich auch komisch.

    Wenn’s Leben dir die Hoffnung nimmt
    und mit dir den Berg der Trauer erklimmt,
    Fürchte dich nicht!
    Es versteckt nur sein Gesicht.
    Trauer zu erlangen muss demnach harte Arbeit sein. Bis man auf dem Berg ist. Will meinen, ich hätte hier ein anderes Bild genommen.
    Wenn das Leben die Hoffnung wegnimmt, versteckt es also nur sein Gesicht? Der Vergleich stürzt mich vom Trauerberg ins Tal des Unverständnisses. Wendet das Gesicht ab, oder so, würde besser passen, finde ich.

    Wenn’s Leben dich nicht ruhen lässt,
    hast du die Wahl – Cholera oder Pest.
    Nimm den goldenen Mittelweg,
    irgendwann findest du schon ein‘ Steg.
    Hier wieder - wenn das Leben dich also immer weiter vorantreibt, "nicht ruhen lässt", hast du die Wahl zwischen Tod und Verderben? Und welcher Mittelweg ist da zu empfehlen, leichte Verstümmelung etwa?

    Entschuldige, ab da ist es immer gleich: Äußerst bizarre Bilder, zu denen ich keinen Zugang finden kann; das Ganze klingt sehr reimverschuldet; redundante Aussagen und simple Feststellungen.

    Mit diesem Werk kann ich mich nun gar nicht anfreunden. Versuche, etwas ungezwungener zu schreiben. Ein Reim muss nicht immer sein.

    mfG

  3. #3
    Registriert seit
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    Zitat Zitat von lyrisches_ich96 Beitrag anzeigen
    Wenn’s Leben dir die Hoffnung nimmt
    und mit dir den Berg der Trauer erklimmt,
    Fürchte dich nicht!
    Es versteckt nur sein Gesicht.

    Wenn’s Leben dich nicht ruhen lässt,
    hast du die Wahl – Cholera oder Pest.
    Nimm den goldenen Mittelweg,
    irgendwann findest du schon ein‘ Steg.

    Wenn’s Leben dich zu Boden stürzt,
    wird dein Glück deutlich gekürzt.
    Lass dich nicht unterkriegen,
    am Ende wird die Hoffnung siegen.

    Wenn’s Leben dich nach unten drückt,
    tu bloß nicht so, als wärst du verrückt!
    Das macht es nur noch schlimmer,
    ich seh‘, wie ich verkümmer.

    Wenn’s Leben dir nur Asche schenkt
    und deine Liebe gar ertränkt,
    glaub immer an dich selber!
    Gelb wird sowieso nicht gelber.

    Wenn’s Leben schon zu schwinden scheint,
    bist du das Kind, das immer weint.
    Doch fang auch an, zu lachen
    und lass es einfach krachen!

    Wenn der Tod dir schon auf der Schulter sitzt
    und es um dich herum schon Donner blitzt,
    dann wird deine Zeit schon knapp.
    Doch senkt sich sobald die Hoffnung herab!

    Hi, Lyrisches_Ich -


    dreimal hintereinander "schon" in einer vierversigen Strophe finde ich nicht besonders elegant.
    Es gibt so viele Synonyme!
    Auch finde ich die Metrik etwas holprig.


    LG
    Barbarossa

  4. #4
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    Hallo ihr zwei,
    erstmal vielen Dank, dass ihr euch mit diesem Gedicht auseinandergesetzt habt
    @Taras:
    Ich erkenne in den vielen Apostrophen keine Notwendigkeit; metrisch bringt es wenig, wenn das Versmaß generell eher unruhig ist, die Wortwahl wird dadurch wenig beeinflusst. "Wenn's Leben" klingt für mich auch komisch.
    Die Apostrophe symbolisieren nur die Abkürzung des Wortes. Hab' ich mir mal so angewöhnt... Metrik ist noch nie mein Freund gewesen und irgendwie fällt mir im richtigen Moment nicht immer ein passendes Wort ein.
    Weiß ich aber, das kann man trainieren
    Trauer zu erlangen muss demnach harte Arbeit sein. Bis man auf dem Berg ist.
    Mit "Berg" war hier eher gemeint, dass Trauer schwer auf einem lasten kann, dass sie erdrückend wirkt und dadurch massiv, wenn ich das so nennen darf
    Wenn das Leben die Hoffnung wegnimmt, versteckt es also nur sein Gesicht? Der Vergleich stürzt mich vom Trauerberg ins Tal des Unverständnisses. Wendet das Gesicht ab, oder so, würde besser passen, finde ich.
    Das ist, ehrlich gesagt, eine Stelle, die mir von der Wortwahl gut gefallen hat. Frag bitte nicht, warum... Ich seh' es ein, dass es nicht unbedingt zusammenpasst, aber ich würde es trotzdem so erklären: Jedes Leben ist an irgendeiner Stelle eine Maske. Es gibt keinen, der kein Geheimnis hat und wenn doch, dann klär mich bitte auf. Also versteckt jedes Leben irgendetwas. Hier steht das "Gesicht" für dieses "Etwas". Und manchmal kann ein Leben wirklich die Hoffnung nehmen...
    Hier wieder - wenn das Leben dich also immer weiter vorantreibt, "nicht ruhen lässt", hast du die Wahl zwischen Tod und Verderben? Und welcher Mittelweg ist da zu empfehlen, leichte Verstümmelung etwa?
    Nein, so war das nicht gemeint, aber sicher falsch oder ungenau ausgedrückt. Ich wollte mehr zum Ausdruck bringen, dass es die zwei Extreme "Cholera" und "Pest" (übrigens eine Floskel) gibt, die eintreten, wenn man in seinem Leben zu viel schlechtes getan hat bzw. einem viel schlechtes passiert ist. Dazwischen liegt die ungewisse Zukunft, die man hat, wenn einem nur gutes geschieht. Deshalb der goldene Mittelweg. Ein gutes, glückliches Leben strahlt immer golden, m.M.n.
    Äußerst bizarre Bilder, zu denen ich keinen Zugang finden kann; das Ganze klingt sehr reimverschuldet; redundante Aussagen und simple Feststellungen.
    Bizarr klingt gut, wollte ich schon immer mal ausprobieren, wenn auch eigentlich nicht in diesem Gedicht... Nicht alles ist reimverschuldet, aber einiges.
    Mit diesem Werk kann ich mich nun gar nicht anfreunden. Versuche, etwas ungezwungener zu schreiben. Ein Reim muss nicht immer sein.
    Musst es ja auch nicht mögen, ist dein freies Recht Reimlose gibt es auch viele von mir, aber wie soll ich das Reimen lernen und so möglichst viele verschiedene Reimwörter, wenn ich es nie ausprobiere? Das ist es, weswegen ich - zugegeben fälschlicherweise - immer mehr fast ausschließlich auf die Reime schau'...
    Trotzdem danke ich dir für deinen Kommentar
    LG LI

    @Barbarossa:
    Da brauch' ich nur Aussagen aus meiner Antwort für Taras zitieren.
    Metrik ist noch nie mein Freund gewesen und irgendwie fällt mir im richtigen Moment nicht immer ein passendes Wort ein.
    Weiß ich aber, das kann man trainieren
    Danke auch dir für deinen Kommentar
    LG LI
    Bitte beachtet die Grundregeln!

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    (wahrscheinlich unvollständiges) Werkeverzeichnis: Auf den Spuren der Krimikatze

  5. #5
    Dr. Üppig Guest
    @ Peggy:

    Nun, weißt du, ich hab' schon kapiert, dass Apostrophe von dir bei Abkürzungen eingesetzt werden.
    Der Sinn dieser Abkürzungen erschließt sich mir nur nicht, das meinte ich.

    Dergleichen bei deinen Bildern. Ich kann deine Absicht hinter den Formulierungen schon (fast) immer nachvollziehen, es liegt nur daran, dass diese Formulierungen mich umhauen...

    Nehmen wir als Beispiel den Berg. Trauer mit einer schweren Last, einem Stein und als Steigerung mit einem Berg zu vergleichen, ist ja bekannt. Doch etwas, das auf einem lastet, zu besteigen, ist meiner Ansicht nach ein unglücklicher Ansatz.

    Ich möchte da jetzt nicht nachtreten oder so, sondern mich nur etwas klarer ausdrücken.
    Und Reime einzusetzen soll auch wohlüberlegt sein, und nicht wie Streusalz verstreut.

    mfG

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