Thema: Arme Kinder

  1. #1
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    Arme Kinder

    Viele Kinder von heute
    ersticken
    ertrinken
    in der Flut der Bilder
    der Medien
    Erlebnisse aus 2. Hand -
    armes, reiches Land.

    Wenig Möglichkeiten
    lange Weilen
    zu entdecken
    auszuhalten
    Phantasie zu entfalten
    freie Zeit
    mit anderen
    (draußen)
    zu gestalten.

    Von so vielem
    zu viel
    vom Leben
    zu wenig.

  2. #2
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    Hallo Wintervogel,

    die Aussage deines Gedichts spricht mich an. Die 2. und die 3. Strophe finde ich gelungen vor allem die Wortspiele wie "Lange Weilen" die es zu entdecken, auszuhalten gilt und eben nicht vor dem TV zu "erlernen" oder "erleben". Das "(draußen") braucht es meiner Meinung nach garnicht denn auch ohne das wird klar was gemeint ist. Die 3. Strophe ist sehr kurz aber eben noch mal ein gelungenes Resümee des ganzen. Was mir an der ersten Strophe nicht gefällt: Bis zu "der Medien" wirkt sie eher so erzählerisch, plump und nicht wie ein Gedicht..weisst du was ich meine? Das wiederum : Erlebnisse aus 2. Hand -
    armes, reiches Land. finde ich wieder gelungen.
    Also insgesamt sehr gerne gelesen, nur wie gesagt finde ich dass man in der ersten Strophe etwas verbessern könnte.
    lg
    question

  3. #3
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    Hallo question,

    schön, dass du mit der Aussage meines Gedichts etwas anfangen kannst.

    Es war nicht ganz einfach, einen Einstieg in dieses Gedicht zu finden. Eine Idee:

    Kinder von heute
    ertrunken
    in der Flut der Bilder
    Erlebnisse aus zweiter Hand -
    armes, reiches Land....

    Als Grundschullehrer erlebe ich jeden Tag, wie abhängig die heutigen Kinder
    von den verschiedensten Medien sind. Viele 6 bis 10Jährige haben in ihrem Zimmer einen eigenen Fernseher,
    einen PC (teilweise mit Internet) und verschiedene elektronische Spiele, von den modernsten Handys nicht zu reden...

    Für mich ist das eine Art "Flut" an Bildern und Informationen, die diese Kinder nicht bewältigen können.
    Das alles verhindert unmittelbare Erfahrungen draußen, in der Natur, mit Freunden...
    Mir tun diese Kinder leid, weil ihnen ein großes Stück echten Lebens fehlt.
    Sie sind arm, obwohl (oder weil) sie zu viel haben.

    Viele liebe Grüße

    wintervogel

  4. #4
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    Hallo Wintervogel,
    das hört sich schon ein wenig besser an, finde ich aber man kann wirklich mehr daraus machen.

    Man könnte beispielsweise alle Sinne ansprechen und beschreiben/umschreiben was die Medienflut dabei bei den Kindern auslöst. Also jetzt einfach mal aus dem "Ärmel geschüttelt"

    Kinder
    -augen blind vor lauter Flimmerbildern
    -ohren taub für Blätterrauschen
    hören nur Klingeltöne und Bildschirmlaute
    riechen nicht mehr an den Blumen
    schmecken keine Beerenlust
    fühlen keine Regentropfen

    also das ist jetzt auch eher so "dahingerotzt" und nur eine Idee mit der man dein Gedicht ein wenig ausschmücken könnte. Andererseits würde es auch den Stil total verändern, denn gerade dieses kurze und knackige finde ich eigentlich gut da trotzdem viel drin steckt und auf den Punkt bringt. Vielleicht kann man das mit den Sinnen doch aufgreifen und nur knapper und knackiger formulieren? Du hattest es ja auch eigentlich schon ein wenig so formuliert (ersticken, ertrinken) und vielleicht kann man eben noch "ertauben" mit einbringen?

    Aber dein Vorschlag ist ja auch schon nicht schlecht aber immer noch ein wenig ausbaufähig.

    Ansonsten bin ich natürlich ganz deiner Meinung und kann mir vorstellen, dass man das gerade als Lehrer unmittelbar und beballt in seinen Auswirkungen mitbekommt.

    Liebe Grüße
    Question

  5. #5
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    Hallo question,

    ich möchte das Gedicht nicht erweitern - alle Sinne ansprechen - dann wäre es zu stark verändert.
    Man könnte deinen Vorschlag durchaus in einem anderen Gedicht aufgreifen, ich finde die Idee nicht schlecht.

    Im Grunde ist ja bekannt, was ein übertriebener Medienkonsum (nicht nur bei Kindern) bewirkt: Übergewicht, Konzentrationsprobleme, soziale Vereinsamung, Suchtverhalten ... da eröffnet sich (leider) ein weites Feld.

    Mir ging es in dem Gedicht hauptsächlich um den Gegensatz von arm und reich: Je "reichhaltiger" der Medienkonsum, desto größer die innere Verarmung. Ich hoffe, dass das einigermaßen rübergekommen ist.

    Viele liebe Grüße

    wintervogel

  6. #6
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    Hallo Wintervogel,

    ja das stimmt. Es würde dein Gedicht zu sehr verändern.
    Ich wollte dich ja auch gar nicht dazu überrreden. Es war nur eine Idee die mir dabei gekommen ist. Deine Message ist ja auf jeden Fall angekommen und mir gefällt es bis auf den Anfang auch wirklich gut.

    Viele Grüße
    question

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