Für die Hundesöhne, die mich nicht sehen


Ich markiere mein Revier,
streune umher.
Immer auf der Suche nach dieser einzigartigen Frau,
die sich mir in den Lebensweg stellt.
Pflanze Bäume in vertrockneter Erde
und predige den Weltuntergang.

Autos kreuzen meine Gedanken,
bremsen mit quietschenden Reifen an grünen Ampeln.
Aufforderung?
Ich hab keine Ahnung,
ich existiere nicht,
ich löse mich auf,
ich verschwinde
einfach
im Nichts.

Barbara schrieb mir ein Gedicht
und nannte nie ihren Preis.
Angebot und Nachfrage.
Ich kann drauf verzichten.
Wirtschaftskreisläufe
sind mir zuwider,
sie bringen mich nicht weiter.
Wir drehen uns im Kreis und
bejubeln seit Jahren die gleiche Zielflagge.

Bei meiner Hausbank
schauen die Leute an mir vorbei.
Dieselben,
die mich noch vor Jahren hofierten
und mir ihren erbärmlich schmeckenden Kaffee aufzwangen.
Und nun?
Ich werde sie weiter freundlich begrüßen,
ich werde ihre Frauen ficken
und später ihre Häuser kaufen.
Sie wissen nichts davon.
Sie sind nur geklonte Ideen von Erfolg.

Kaum zu glauben,
dass ich noch bete,
aber es gibt keine Alternativen.
Jedenfalls meint Barbara,
das so verstanden zu haben.
Mir egal,
ich opfere mich und verbringe
eine Nacht mit ihr.
Minimalprinzip.
Und da hat die Marktwirtschaft mich
doch wieder ausgekotzt.
Wiederkäuer.