Thema: jenseits

  1. #1
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    jenseits

    jenseits


    filigran, dein nacktes
    filigran und betörend
    unschuld und hunger
    decken den tisch

    jenseits aller fristen
    kosten wir liebe
    verspeisen wir uns
    jenseits aller -
    ...
    ..
    .
    Geändert von horstgrosse2 (24.05.2012 um 18:05 Uhr) Grund: letzten Vers verändert

  2. #2
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    hallo horstgrosse2
    das gefällt mir ausnehmend gut.
    schlicht und klar, keine akrobatik, rhythmus und klang behalten durchgehend die oberhand.
    lg wilma27

  3. #3
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    @wilma


    Moin, Manchmal kann man mit Schnick, schnack, gut arbeiten, im Lyrik -bereich. Manchmal, da ist Kurzes mehr, oder eben Weniger ist mehr. Und manchmal da stören die metrischen Gesetze und Reime. Hier findest du nichts dergleichen und es stört mich überhaupt nicht.
    Ok, schönes WE, tschüss.

  4. #4
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    Oh, dass gefällt mir auch sehr gut!
    Obwohl diese Liebe etwas kanibalistisches an sich hat. Ich finde, Du hast in einem scheinbar sehr schlichten Gewand ein klanglich und inhaltlich wirklich aufregendes Gedicht geschrieben. Inhaltlich „stolpert“ man über so manches „befremdliches“ nachdenkliches Bild: Zart und lustvoll. Extrem und rein. Eine solche Liebe ist schön, aber wohl sehr verzehrend (zerstörerisch?). LG GM

  5. #5
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    Hi Horst,

    also zunächst dachte ich an ein an Hunger sterbendes Kind in Afrika... dann kam die kanibalische Assoziation, die GM schon formuliert hat. Die "Verspeisung" bekommt jedoch mit jeder Zeile mehr Lust, wie es eben im Leben so ist - und deshalb meine einzige Kritik: ich würde die Pünktchen am Ende anders herum setzen, um dem Wesen des Hungers jenseits aller Fristen besser gerecht zu werden:

    jenseits aller fristen
    verspeisen wir uns
    jenseits aller -
    wir kosten liebe
    .
    ..
    ...

    Gern gelesen!
    Es grüßt
    Mumpitz

  6. #6
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    Oh, da haben sich zwei zum Fressen gern ...

    Ein sehr schönes, filigranes Textlein, wie von dir gewohnt Horst.

    Ich ahne und habe ein Bild für mich vor Augen. Und genau das, denke ich, war wohl dein Ansinnen.

    Überlegt habe ich nur, ob es wohl runder klinge, wenn du den letzten Vers umstellst:

    jenseits aller fristen
    verspeisen wir uns
    jenseits aller -
    kosten wir liebe

    Aber das ist nur so ein Gedanke.

    Es hat mich gefreut.
    Lg EvA
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


    Die WÖRTERWUNDERTÜTE ist da!

    Mein Buch Leitersprossen

  7. #7
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    Lieber Horst, alter Freund,

    Du hast einmal sehr hellhörig auf bestimmte Veränderungen in meinen Gedichten reagiert. Auch bei Dir finde ich eine Entwicklung zum Einfacheren hin, dazu, dass oft „weniger mehr ist“. Überraschend bei einem „Gedankenspringer“, der auch mal Universum und Wiesengrund in ein einziges Gedicht packt. (z.B. elixier).

    Nur der Titel „jenseits“ gefällt mir nicht für ein so diesseitiges Gedicht, im Titel hat das Wort eine andere Bedeutung als an den Zeilenanfängen.

    Auch stimme ich EvaAdams zu, die Umstellung der letzten Zeile in kosten wir liebe würde den Gedankenstrich dramatischer machen (wenn natürlich auch nicht so doll wie in Kleistens Marquise von O.)

    Ja, „es gibt ein Leben vor dem Tod“ (Wolf Biermann)

    Michael

  8. #8
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    @Guy Montag
    Zitat:“Obwohl diese Liebe etwas kanibalistisches an sich hat.“

    Diese Richtung erfüllt sie nicht ganz. Eher mehr unbändiges Verlangen. Und das warum, diese Erscheinungen, Auswirkungen, sind hier nicht beleuchtet worden, absichtlich nicht.
    So danke.

    @Mumpitz

    Also das mit den Punkten,

    ..
    .
    am Ende des Gedichtes, hat folgendes auf sich.

    Das Gedicht besteht aus Gedanken, die zusammengefügt worden sind und die sich auflösen wenn das Gedicht unbeachtet bleibt. Oder es verbreitet sich wenn es kommentiert wird, färbt ab usw.
    Sie (meine Gedanken) fliegen umher. Und eine Marotte von mir. Deshalb die Punkte.
    Dein Vorschlag ist gekauft. Danke.-

    @Eva

    Moin, freut mich dich zu sehen. Habe mir deinen Vorschlag angesehen. Ich glaube ihr habt recht. Mal schauen. Danke dir.

    @Michael


    Moin. Die Krümelkackerei, meinerseits, ist mit dem Sinn verbunden, das „Schöne“(Gedicht) den letzten I-Punkt zu verschaffen. Mehr nicht. Es hat nie was mit Neid zu tun, oder ähnlichem.
    Dein Zitat:“ Überraschend bei einem „Gedankenspringer“, der auch mal Universum und Wiesengrund in ein einziges Gedicht packt. (z.B. elixier).“

    Universum und Wiesengrund sind Natur. Das eine im weitesten Sinne (Ursprung) dann andere, greifbare Realität. (mein Denken)

    „Jenseits“ sagt mehr aus als tausend andere Wörter. Es zieht so einen Bedeutungsberg hinter sich, das man da reichlich Inspiration reinpacken kann. Die Hauptrichtung aber hier ist die „Abgeschiedenheit“ in Richtung Absonderung, Abkapslung. Ich denke schon, dass es passt oben wie unten. Danke dir, habe mich gefreut.

  9. #9
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    hallo horstgross2
    wenn du die letzte zeile umstellst, wird es zu einem lückentext wie im schulbuch.
    so, wie es jetzt ist, hat der gedankenstrich viel mehr gewicht.
    weningsten nach meinem persönlichen empfinden.
    wilma27

  10. #10
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    @Wilma


    Ich habe schon wieder umgeändert. Ich denke mal so funktioniert es auch, oder wie meinst du?

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