(Aus meinem Zyklus „Wohlklingende Nachnamen“)

Nur zwei Nilpferde gingen so spät in der Nacht durch die Straßen,
blieben hie und da vor leuchtenden Auslagen stehn.
Kussmauls Atem roch ein wenig nach Tafelspitz mit Kren,
durchaus Grund zur Vorsicht, aber nur mit Maßen.

Kussmaul kam vom klandestinen Human-Right-Watch-Abend,
war nun schon seit fünf Uhr morgens unterwegs,
dachte seit dem Abendessen oft und gern an Sex
und: Ein Bierchen wär jetzt wirklich sehr erlabend.

Doch das Leben in der Stadt war schwieriger geworden
seit Beginn der „Großen Rückeroberung“.
Erstens wegen des Verbots von Freilauf-Menschhaltung,
zweitens wegen räuberischen Flusspferdhorden.

Kussmaul huschte darum hurtig hinter eine Mauer,
still sich duckend bis zum Ende der Gefahr.
Erst, als nichts mehr von dem Nilpferdpaar zu sehen war,
schlich er hastig weiter in sein Menschenbauer.