Thema: Mein Herz

  1. #1
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    Mein Herz

    Mein Herz

    Mein Herz, es spürt mit jedem Schlag,
    wie sehr ich dich vermisse.
    Ganz langsam und an jedem Tag,
    bekommt es neue Risse.

    Du bist nicht da, ich bin allein,
    wie soll ich das ertragen?
    Ich fühl mich elend, hilflos, klein,
    und doch will ich nicht klagen.

    Denn bist du auch weit weg von mir,
    so spür ich deine Nähe.
    In meinen Träumen bist du hier,
    wenn ich dich auch nicht sehe.

    Ich sitze still auf meiner Bank,
    spür in der Brust ein Stechen.
    Mein Herz, das ist vor Sehnsucht krank,
    ich fürcht, es könnt’ zerbrechen.


    .
    Geändert von Kitty-Blue (15.05.2012 um 19:34 Uhr)

  2. #2
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    Oh, das ist ein Gedicht wie aus einer anderen Zeit!
    Die Rhythmik mit einem Wechsel von 4 auf 3 Betonungen liegt mir persönlich sehr, ich verwende sie selbst oft für gefühlvolle Zeilen. Verbunden mit dem Kreuzreim bekommt besonders der jeweils zweite Reim ein besonderes Gewicht.

    Inhaltlich ist es das Thema der Romantik, die Sehnsucht einer/eines Wartenden. Unzählige Verse sind wohl schon aus diesem Lebensgefühl der Trennung entstanden. Nach der zweiten Strophe fragt sich der Leser allerdings, warum kein Grund zum Klagen bestehe - das dies nicht aufgelöst wird, erschien mir zunächst als Bruch. Ich konnte es dann allerdings als positive Botschaft so stehen lassen, einfach als Hinweis darauf, dass es nicht um einen Todesverlust, sondern um eine nur zeitweilige Trennung geht und Hoffnung auf ein Wiedersehen besteht.

    Hier noch für einige Zeilen ein paar Änderungsvorschläge:

    Mein Herz, es spürt mit jedem Schlag,
    wie sehr ich dich vermisse.
    Ganz langsam und an jedem Tag (,)
    bekommt es neue Risse.

    Du bist nicht da, ich bin allein,
    wie soll ich das ertragen?
    Ich fühl mich elend, hilflos, klein,
    und doch sollt’ ich nicht klagen.

    Auch wenn du bist weit weg von mir, / Bist du auch so weit weg von mir
    so spür ich deine Nähe.
    In meinen Träumen bist du hier,
    wenn ich dich auch nicht sehe. / auch wenn ich dich nicht sehe.

    Ich sitze still auf meiner Bank,
    spür in der Brust ein Stechen.
    Mein Herz, das ist vor Sehnsucht krank, / mein Herz ist längst vor Sehnsucht krank
    ich fürcht, es könnt’ zerbrechen.


    Ciao
    Mumpitz
    Geändert von Mumpitz (15.05.2012 um 09:34 Uhr)

  3. #3
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    Hi, Kitty-Blue -

    ein sehr hübsches und hochromantisches Gedicht, das mir zeigt, daß es noch schöne Poesie gibt, abseits all dem mordernen Quark.
    Die Anregungen von Mumpitz würde ich unbedingt aufnehmen; sie bereichern das Gedicht und glätten die ein wenig unglücklichen Inversionen.

    Ich habe es gerne gelesen. Ich liebe wehmütige Liebesgedichte.

    LG
    Barbarossa

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