1. #1
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    das schattenpferd

    über diesen schier unirdisch falben
    abendwolkenhimmel schießen schwalben
    weberschiffchen eines blitzgedankenteppichs
    hin und her

    kleiner spatz wirft todesaugenblicke
    vor dem schnabel tanzt indes die mücke
    flatternd harrt er noch des richtigen moments zum
    schnipp und schnapp

    tief im westen züngeln lila flammen
    flugzeugstränge knoten sich zusammen
    spinnwebfäden spannen eine tagtraumfalle
    kreuz und quer

    asphalt duftet frisch nach warmem regen
    aus der blendung kommt mir was entgegen
    irgendwer auf einem schattenpferd man hört sein
    tripp und trapp
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  2. #2
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    Das gefällt mir wieder irrsinnig, dieser Rhytmus, wo man einfach mit muss ....
    LG E.Chatterfield

  3. #3
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    Hi, wilma27 -

    hin und her, schnipp und schnapp, kreuz und quer, tripp und trapp


    verlocken sehr, sich den Text noch ein zweites Mal zu Gemüte zu führen.

    Dann kommen aber zu den lockeren, kleingeschriebenen Versen doch Fragen:


    kleiner spatz wirft todesaugenblicke
    vor dem schnabel tanzt indes die mücke
    flatternd harrt er noch des richtigen moments zum


    Spatzen, recte Sperlinge sind Körneresser, können mit Insekten nichts anfangen.

    irgendwer auf einem schattenpferd man hört sein
    tripp und trapp


    Wofür soll die Schattenpferd-Metapher stehen?
    Die Asphalt-Blendung kenne ich ebenfalls. Ampellichter sind nicht mehr zu differenzieren, falls man nicht eine Spezialsonnenbrlkle trägt.
    Der angedeutete Falbe deutet auf die Apokalypse hin, von der aber im restlichen Text (für mich) nichts mehr zu erkennen ist.

    Mir persönlich ist der Text allzu kryptisch. Wenn ich sozusagen um die Ecke rätseln soll, erhoffe ich mir zumindest eine Lösung. die finde ich hier nicht.

    Verwirrend ist für mich außerdem, daß ich in der letzten Nacht eine TV-Sendung über die Schulung der Karlsruher Polizeipferde gesehen habe.

    Schade!

    LG
    von
    Barbarossa

  4. #4
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    hallo lady ch.
    danke für die gute aufnahme des textes. sie ist ganz in meinem sinn. zeilen schereiben ist für mich der ersatz dafür, dass ich keine notenlinien schreiben kann.

    hallo barbarossa
    danke für deinen ausführlichen kommentar.
    ich verstehe deinen ansatz.
    aber in einzelnen fragen hast du unrecht (verzeih, wenn ich "wikipedia" zitiere, in diesen fällen meine ich jedoch, dass es stimmt, was da steht).
    weiters: für mich ist im ganzen text keine einzige metapher. es soll eine reine beschreibung von phänomenen sein. halt etwas gekünstelt.

    hier zur frage des falben pferdes (bei mir ist es eigentlich ein falber himmel):

    Da Wildpferde größtenteils Falben waren, waren in der griechischen Antike die meisten Pferde noch Falben. Schimmel und Palominos als Abweichungen von dieser Farbe galten als heilig oder führten zu Verwunderung.

    Eulenspiegel war allezeit gern in Gesellschaft. Aber zeit seines Lebens gab es drei Dinge, die er floh.
    Erstens ritt er kein graues, sondern immer ein falbes Pferd, trotz des Spottes.


    und hier zur nahrung der spatzen:

    Von Frühjahr bis Sommer spielt auch animalische Nahrung eine wichtige Rolle und kann bis zu 30*Prozent der Gesamtnahrung ausmachen. Dabei handelt es sich um Insekten einschließlich deren Entwicklungsstadien sowie andere Wirbellose. Vor allem in der Stadt zeigen Spatzen ein opportunistisches Verhalten und werden zu Allesfressern. Besonders an Imbissständen und in Freiluftlokalen stellen sie das unter Beweis.
    Die Jungen füttert der Haussperling in den ersten Tagen fast ausschließlich mit Raupen und anderen zerkleinerten Insekten. Wenn zu wenig tierische Nahrung zur Verfügung steht und beispielsweise ausschließlich Brot an die Nestlinge verfüttert wird, kann dies Verdauungsstörungen verursachen, die zum Tod der Nestlinge führen können. Mit zunehmendem Alter der Jungen verfüttern die Eltern dann mehr und mehr auch Sämereien, wobei der vegetarische Anteil auf ein Drittel steigt.


    LG an euch beide
    wilma27

  5. #5
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    Hi, wilma27 -

    ich lasse mich gerne belehren und ich stelle immer wieder fest, daß man nie auslernt.
    Danke für Dein Verständnis und die Aufklärung!

    Lieben Gruß
    von
    Barbarossa

  6. #6
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    hi, barbarossa
    ich bin für jede kritik dankbar.
    und will dir noch kurz erzählen: jener spatz schwebte vor meiner nase wie ein kolibri, und vor seiner nase tanzte, von der abendsonne zum leuchten gebracht, jene mücke. es war wie im tierfilm, ein "standstill".
    bevor ich es sah, hätt ich's auch nicht geglaubt.
    lg wilma27

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