Die Freifrau

©Hans Hartmut Karg
2012

Geblieben ist der Traum von einem Leib,
Den sie so frei und offenbarend führte,
Und über ihren langen Wangen jener Blick,
Der mich einst mit den Mutigen verführte.

Sie, die als Zwischenwesen wunderging,
So zwischen Magd und Königin erkoren,
Sie war es, bei der alles sich verfing
Und die als echte Freifrau ward geboren.

Ihr Männer, die auf Freiheiten ihr setzt,
Ihr werdet diese Freifrau nicht verstehen,
Denn alles, was bei Euch dispensbesetzt,
Kann bei ihr nur als Hand-in-Hand bestehen.

So ist die wahre Freifrau Liebe mein,
Gebunden von Geburt an eigene Normen.
So wage ich als Mann bei ihr zu sein,
Weil zwischen Pflicht und Neigung edle Formen.

Man darf das Edle nicht dem Gossentreiben opfern,
Weil es die Achtung und die Würde trägt,
Und unsere Liebe bleibt ein stetes, edles Hoffen
Auf Unsterbliches, das unsere Seelen prägt.

Kein Kuss kann größer sein als Deiner,
Wenn er sanft hoheitsvoll gesetzt
Und exklusiv gefühlt wird dann als meiner,
Gesprächsgebunden und subtil vernetzt.

Das Freie ist da nicht das Flüchtige
Und auch nicht Spontaneität,
Denn Liebe ist nicht nur das Süchtige,
Sondern der Mut zur Kontinuität.

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