1. #1
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    Gedicht zum 30 jährigen Krieg

    Die Leichen hingen im Wind
    wie die Fahnen am Maibaum, so zahlreich
    darunter, allein ein weinendes Kind
    das ganze kommt einem Totenmahl gleich

    rot ist der Boden, wie die Hölle auf Erden
    rot sind die Augen, von Hoffnung so leer
    nur ein Gedanke, du darfst jetzt nicht sterben
    das quälende Leid wird von Tag zu Tag schwer

    Der Krieg schwingt seine tödliche Sense
    schon längst sind seine Ketten durchtrennt
    Tod und Gewalt sprengen jegliche Grenze
    die Welt ist nicht mehr so wie man sie kennt

    Doch der eine Gedanke, er hält mich wach
    gibt mir Kraft, bin ich zu schwach
    lässt mich kämpfen, in einer verloren Welt
    bis mein letzter Atemzug fällt

    Es ist die Sehnsucht nach Frieden

  2. #2
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    Hi, Chesterunic -

    zu dem grausigen Thema ein einigermaßen "zahmes", aber eindringliches Gedicht.
    Der Dreißigjährige Krieg mit seinen (meist unbezahlten) Söldnerheeren hat die Kriegs- und angrenzenden Gebiete dermaßen "verheert" (daher der Ausdruck), daß ganze Regionen entvölkert waren und die Landwirtschaft zusammenbrach.
    Alles im Namen der Religion(en)!

    Dein Gedicht beunruhigt. Und das ist gut so.
    Der Einstieg ist stark.


    Lieben Gruß
    von
    Barbarossa




    PS
    Wer weiß denn heute noch, was "Schwedentrunk" bedeutet?!!

  3. #3
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    Mit Verlaub, Chesterunic,
    der An-Lushan-Aufstand im China des 8. Jhr war noch schlimmer.
    Der Titel, der mich auf Dein Gedicht gelockt hat, ist vollkommen beliebig und nur der Anlass, Deinen Splatterfilm abzuziehen.

    Barbarossa hat immerhin was Konkretes zu diesem Krieg gesagt, immerhin etwas, dem man widersprechen kann, vielleicht handelte es sich ja um einen Machtkampf zwischen den Schweden, den Franzosen, deutschen Fürsten und den Habsburgern.

    Deinem Gedicht kann man nicht widersprechen, das ist billig

    Michael

  4. #4
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    Mit Verlaub Michael

    Mein Gedicht ist keineswegs ein "Splatterfilm". Wie Barbossa erkannt hat, ist das Gedicht sogar zahm, für eine so grausame Zeit.
    Desweiteren ist der Titel sehr konkret gewählt. Ich habe mich an zwei bekannten Kunstwerken der Barockzeit orientiert

    Da mir keine Fremdverlinkung möglich ist, bitte bei Wikipedia 30 jähriger Krieg suchen. Das erste Bild ist gemeint von Jacques Callot.

    Das andere Bild zeigt, wie eine Söldnertruppe ein Dorf überfällt, meines Wissens vom selben Künstler.
    Mit den beiden Bildern lässt sich sogar ein guter Textbezug herstellen.

    Anscheinend sind sie sich der Grausamkeit dieser Zeit nicht ganz bewußt oder haben sie schon einmal den gefürchteten "Schwedentrunk" eingenohmmen.
    Meines Wissens ein Kot, Urin und Gülegemisch das dem armen Opfer über einen Trichter eingeführt wurde.
    Ich lasse mich in der Hinsicht auch korrigieren.

    MFG ChesterY

    PS: Ich könnte noch weiter auf meinen Bezug zum 30 jährigen Krieg eingehen, aber ich belasse es jetzt bei dem offensichtlichsten Argument
    Geändert von Chesterunic (25.05.2012 um 07:48 Uhr) Grund: Fremdverlinkung

  5. #5
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    Ja, die Definition des Schwedentrunks ist korrekt.
    Der 30jährige Krieg war der bei weitem grausamste aller Zeiten.*
    Es läuft einem kalt den Rücken herunter.


    * und alles im Namen der Religion!

  6. #6
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    Hallo B.

    Der 30jährige Krieg war, was seine Folgewirkungen auf Europa betrifft, sicher einzigartig.
    Ob er der "grausamste" Krieg der bisherigen Geschichte war, denn mit dem Terminus "Aller Zeiten" habe ich so meine Schwierigkeiten, das ist auch für Historiker nicht zu beantworten. Denn die Massaker, die z.B. in Ruanda vor nicht allzulanger Zeit verübt wurden, wo in 7 Monaten beinahe eine Million Menschen abgeschlachtet wurde, vorwiegend mit Beilen, Macheten u.Ä., war sicher nicht weniger grausam.
    Wenn es hier überhaupt legitim ist, Vergleiche anzustellen.
    Einen Bezug zur Gegenwart sehe ich in dem Gedicht allerdings nicht , sodass der Kommentar von Michael Domas nicht so falsch ist, aus meiner Sicht, versteht sich.

    lG. e.

    Nachtrag : Nein, muss es nicht im Geringsten.
    Geändert von ebannhe (25.05.2012 um 19:31 Uhr)

  7. #7
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    Das mit dem "grausamster aller Zeiten" war überzogen.
    Aber muß ein Gedicht über einen fürchterlichen Krieg unbedingt einen Jetztzeit-Bezug haben?


    LG
    Barbarossa

  8. #8
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    Hi, Wendiger -


    das ist ein hervorragender Kommentar!
    Wenn nur alle so wären.
    Ich selbst bin da viel zu unbedarft.

    LG
    Barbarossa

  9. #9
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    Das Gedicht habe ich in aller Eile während meines Deutschunterricht verfasst(30 min Zeit)
    die Aufgabe war es, mit Bezug auf die 2 Kunstwerke ein Gedicht zu schreiben.

    Im Endeffekt sieht man, wie du treffend beschrieben hast, das es an der Metrik und den Reimen von hinten bis vorne hapert.

    Außerdem habe ich mich mehr oder weniger gar nicht an der eig. Ausdrucksart dieser Epoche orientiert was mein anfängliches Ziel war.

    Genau deshalb danke ich dir für dieses Kommentar, was mich wirklich weiter bringen könnte.
    Ich hoffe ich lerne draus und das nächste Gedicht wird ein richtiger "Eye-catcher"

    MFG Yannick

  10. #10
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    Hallo zusammen!
    Ich denke dieses gedicht kann man für sämtliche kriege verwenden, da es meiner meinung nach seht allgemein gehalten ist
    Die ausführung fand ich auch etwas lasch. Ich denke ein gedicht über unmenschliches sollte schon erschreckend sein und so zum denken anregen.
    © Ralf Rutz

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