1. #1
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    Es wandelt sich das Lied

    In des Winters dunkelst Nacht,
    erschallen glockenhell Gesänge,
    durchbricht die gläsern Wacht,
    säend strahlenfeine Klänge.

    Der Ruhe dirigierend Lehen,
    die samten Wald umwoben,
    auf der Ruhelosen Flehen,
    zur Andacht aufgehoben.

    Sonnt sich im Mondesglanz,
    der Wildnis gehörnt Wächter,
    lässt die Töne gar toll tanzen,
    gibt Grund zu allerlei Gelächter.

    Ton steigt ab vom hohen Thron,
    gerinnend gülden Liedergang,
    trudelt von Tenor zu Bariton,
    umhüllt nun dunkleren Gesang.

    Es dräuet wabbernd Finsternis,
    der Musik Lage ist nun Bass,
    verzerrt, künden von Kümmernis,
    das Geweihgesicht zu Hass.

    Die Natur erhebt sich in Zorn,
    es ward Geduld zunichte,
    geerntet ist das letzte Korn,
    die Erd sitzt zu Gerichte.

    „Zittern solln die boshaft Bleichen,
    vor meinem Horne Schall,
    will sie sehn als leere Leichen,
    zerbrochen unter Donnerhall.“

    Sprach der Friedenswächter,
    mit abgezehrt Augen, blutgefüllt,
    versagt haben sie, die Pächter,
    verkümmert ists irdisch Idyll.

    Für Cernunnos beginnt ewig Nacht,
    ward die Wandlung vollstreckt,
    nun ist Baphomet erwacht,
    und des Waldes Wut erweckt.
    Geändert von Lazlar (27.05.2012 um 02:35 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Lazlar,
    ein "gewaltiges" Epos, das Du hier zelebrierst.
    Leider hält die handwerkliche Darstellung nicht ganz mit der Dramatik des Geschehens mit.

    Rechtschreibung:

    "düsterst" diese vermutlich metrikbedingte Verkürzung kann ich mir vielleicht als Verbneuschöpfung vorstellen, als Adjektiv im Sinne von "düstersten" aber weniger.

    "sääend" -> säend.

    Ausdruck:
    Was sind "Erkenntniseier?" ->nichts gegen Wortneuschöpfungen aber "am ... brüten" klingt sehr umgangssprachlich.

    Inhalt:
    Cernunnos ist eine keltische Gottheit für Fruchtbarkeit, auch der Gehörnte oder Hirschgott genannt.
    Baphomet ist eine angeblich von den Templern verehrte Gottheit, deren Wurzeln eher dem Arabischen zuzuordnen sind.
    Wie passt Baphomet in dieses Naturgericht und worin besteht die eigentliche Anklage bzw. wer ist angeklagt? Sind mit den boshaft Bleichen die Menschen gemeint?

    Du siehst einige Problemstellen hat dein Text für mich schon, aber es ist nichts was sich nicht ausbügeln ließe.

    LG
    Perry
    Geändert von Perry (26.05.2012 um 16:17 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Perry,

    "Gewaltig"? Nunja, es geht. Ich schreibe eigentlich nur Gedichte die mindestens einen Umfang von einer DINA4 Seite haben. Muss zugeben, dass meine Ausarbeitung meiner Vorstellung etwas hinterher hinkt. Die von mir übersehenen Rechtschreibfehler habe ich korrigiert. Zusätzlich habe ich die Stelle mit den Erkenntniseiern abgeändert, die neue Version klingt für mich etwas flüssiger, lässt keinen Raum für Unklarheiten oder Verwirrung. Dazu hat sich hier eine neue Alliteration ergeben.
    Um das mit dem Inhalt klarzustellen:
    Ich versuche hiermit auszudrücken, dass es für die Natur Zeit ist, zurückzuschlagen. Will heißen ihre friedliche, passive Haltung abzulegen und aggressiver vorzugehen. Die boshaft Bleichen stellen natürlich die Menschen dar, die die Natur, das "Idyll", zerstören, was die Waldgeister bzw. die Natur nicht mehr hinnehmen. Der friedvolle Part der Natur wird als Cernunnos dargestellt, der dämonische Teil als Baphomet, wobei ich die beiden Gestalten hergenommen habe, da sie beide oft mit Geweih dargestellt werden. Dies sollte zu meiner moralischen Wandlung der Natur passen, in der Cernunnos seine dämonische Seite zeigt und Baphomet hervortritt um Rache zu verüben. Diese Wandlung von Cernunnos zu Baphomet ist selbstverständlich von mythologischer Seite total inkorrekt, wie du schon bemerkt hast (keltisch<>arabisch) dessen bin ich mir bewusst. Aber es muss ja nicht immer alles in jeder Hinsicht im Einklang mit der verbreiteten Vorstellung sein, oder?
    Geändert von Lazlar (27.05.2012 um 01:19 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Lazlar,
    freut mich, dass ich Dir ein paar Anregungen geben konnte.
    (Ein Rechtschreibfehler steckt noch in "dirigierend).
    Wenn man sich auf Historisches bezieht sollte es schon im richtigen Kontext stehen. Warum verwendest Du nicht Tarvos den keltischen Stiergott als Ankläger.
    LG
    Perry

  5. #5
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    Hallo Perry,
    ich werde es bei Baphomet belassen. Künstlerische Freiheit und so

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