1. #1
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    Sinn des Wissens

    Hallo!

    Habe vor Kurzem eine alte Datei entdeckt, die vor einigen Jahren das letzte Mal geöffnet wurde.
    Darin befinden sich einige Gedichte, die ich damals geschrieben habe.

    Ich würde euch gerne eines meiner Lieblingsgedichte davon vorstellen.
    Es ging mir damals hauptsächlich um den Ausdruck meiner Gefühle, von den technischen Seiten des Gedichteschreibens hatte ich gelinde gesagt - keine Ahnung.

    Würde mich trotzdem interessieren, was ihr davon haltet:



    Sinn des Wissens


    Der Schrei im Orkan, der niemals erklang,
    das traurige Lied, das der Einsame sang.
    Die Träne im Meer, die keiner je sah,
    die vage Erinnerung - längst nicht mehr klar.

    Ein tröstender Schatten, im Dunkel der Nacht,
    ein schlafender Engel, der über dich wacht.
    Ein kurzer Lichtblick, doch du sahst nicht hin.
    Du fragst dich verzweifelt wo liegt da der Sinn?

    Doch schaust du genauer, dann erkennst du vielleicht,
    dass manchmal das Wissen - "es gibt da was" - reicht.


    Freundliche Grüße
    Sebastian

  2. #2
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    Hallo Valour,

    Zuerst einmal: Herzlich Willkommen bei Gedichte.com!

    Metrisch ist das Ding für einen Anfänger erstaunlich gut geraten. (merkt man auch beim lesen) Ein leicht holpernder vierhebiger Daktylus mit Auftakt und männlicher Kadenz.

    Die letzten beiden Verse stören mich irgendwie. Der erste der beiden hat einfach das falsche Metrum und ist eine Silbe länger. Bei zweiten ist das "es gibt da was" störend, auch wenn du in deinen Takt zurück kommst.

    Bei den ersten beiden Strophen musst du aufpassen, dass du nicht in die Richtung Aufzählung abdriftest. Interessant finde ich hier, dass du von den bestimmten Artikeln zu den unbestimmten übergehst. Absicht?

    Für ein Erstlingswerk, und als das betrachte ich es mal, nicht schlecht.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  3. #3
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    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Hallo Valour,

    Zuerst einmal: Herzlich Willkommen bei Gedichte.com!

    Metrisch ist das Ding für einen Anfänger erstaunlich gut geraten. (merkt man auch beim lesen) Ein leicht holpernder vierhebiger Daktylus mit Auftakt und männlicher Kadenz.

    Die letzten beiden Verse stören mich irgendwie. Der erste der beiden hat einfach das falsche Metrum und ist eine Silbe länger. Bei zweiten ist das "es gibt da was" störend, auch wenn du in deinen Takt zurück kommst.

    Bei den ersten beiden Strophen musst du aufpassen, dass du nicht in die Richtung Aufzählung abdriftest. Interessant finde ich hier, dass du von den bestimmten Artikeln zu den unbestimmten übergehst. Absicht?

    Für ein Erstlingswerk, und als das betrachte ich es mal, nicht schlecht.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Hallo!

    Vielen Dank für deine (für mich erstaunlicherweise sehr positive) Rückantwort.
    Hab mich mal durch dein Lexikon gelesen um auch zu verstehen was du mir da schreibst.
    Hört sich ja ganz gut an was ich da (ohne es zu wissen) gemacht habe...

    Bei der vorletzten Strophe könnte man machen:
    "Doch schaust du genauer, erkennst du vielleicht,"

    damit wäre die überzählige Silbe gelöst.. das falsche Metrum kriegt ich dadurch ja aber nicht weg...

    "dass manchmal das Wissen - "es gibt da was" - reicht."
    Mit der Zeile bin ich auch nicht 100% zufrieden, allerdings ist mir auch beim nochmal nachdenken nichts "besseres" eingefallen bisher.. aber vll kommt der Geistesblitz ja noch.

    Der Übergang vom direkten zum indirekten Objekt war bewusst, da ich das direkte Objekt als "härter" empfinde und am Anfang ja eher negative Dinge aufgefzählt werden, während die positiven dann mit dem "weicheren" indirekten eingeleitet werden.

    Wäre eine "Aufzählung" denn ein No-Go für ein Gedicht? Denn im Endeffekt ist es ja nichts anderes...

    Freundliche Grüße
    Sebastian

  4. #4
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    Hallo Valour,

    Kenne ich von mir eigentlich auch nicht.
    Genau dafür habe ich das Lexikon geschrieben. Dass ich in den Kommentaren machen kann, was ich will. Muhahahaha

    Bei der vorletzten Strophe könnte man machen:
    "Doch schaust du genauer, erkennst du vielleicht,"

    damit wäre die überzählige Silbe gelöst.. das falsche Metrum kriegt ich dadurch ja aber nicht weg...
    Mit einer kleinen Veränderung könnte man den Daktylus retten:
    "Doch schaust du genauer, erkennst du ganz leicht"
    Ändert aber auch die Sichtweise auf das Thema...

    Dann wären da nicht mehr allzu viele Abweichungen...

    "dass manchmal das Wissen - "es gibt da was" - reicht."
    Mit der Zeile bin ich auch nicht 100% zufrieden, allerdings ist mir auch beim nochmal nachdenken nichts "besseres" eingefallen bisher.. aber vll kommt der Geistesblitz ja noch.
    Ja, vielleicht kommt die Idee noch. Wenn ich sie selbst gehabt hätte, würde sie schon dastehen...

    Eine Aufzählung ist nicht "verboten" aber sie macht den Text schnell langweile. Da schläft man dann ein. Darum sollte man eine reine Aufzählung vermeiden.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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