Der erweiterte Garten

©Hans Hartmut Karg
2012

Je mehr die Welt verorgplant wird
Und alles stets offen gelegt,
Desto mehr sehnt sich nach Geviert
Der Mensch, der seine Freiheit pflegt.

Je mehr mobil er reist und tingelt,
Nomadisch durch sein Leben streift,
Desto mehr seine Seele klingelt
Nach Sehnsucht, die als Hoffnung greift.

Da ist die Wohnung, steht das Haus,
Der Garten wird zum Glück der Seele,
Bei dem sie aus dem Trott heraus
Sich Freiraum und Refugium wähle.

Der Garten wird zum Traum der Welt,
Damit Natur den Menschen eine.
Abseits von Hektik, Gut und Geld
Kommt Menschsein so mit sich ins Reine.

Das Internet stützt diesen Plan,
Weil es blüht, wie ein großer Garten,
Bei dem Kohl, Linse wachsen kann –
Und niemand muss auf Nähe warten.

Der Garten bleibt ein Paradies,
Auf den wir uns rückziehen können.
Das Internet erweitert dies –
Und lässt uns doch Globales sehnen.

So wird das World-Wide-Web der Garten,
Mit dem wir uns sozial und offen
Die Freiheitspflege groß erwarten
Und auf Multicontacting hoffen.

*