1. #1
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    (das zweite, für die müllkippe)

    Man fehlt des öfteren beim Schusse,
    weil man zu tief zielt oder gar nicht,
    Es angelt mancher auch bei Sparlicht
    in einem stark verschmutzten Flusse.

    Die einen treffen keine Sauen.
    Die andern fangen keine Fische.
    So sitzen sie betrübt bei Tische
    und lassen Tiefkühlfritten tauen.

    Man fehlt auch häufig, weil die Brille
    nicht optimal geschliffen ist.

    Man fehlt auch manchmal, weil der Wille
    zu groß wird, wenn die Muse küsst.

    Dagegen gibt‘s noch keine Pille,
    so schießt halt mancher in den Mist.
    Geändert von kaspar praetorius (04.06.2012 um 22:56 Uhr)

  2. #2
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    Liebe wilma27!

    Jetzt wissen wir es und dieses Wissen hat uns gerade noch gefehlt!
    Hier sind die Bildvergleiche so wenig getarnt, dass sogar ich vermeine darauf gekommen zu sein, was Sache ist. (darum für die Müllkippe?)

    Beim Waidwerk im wirklichen Leben, zumal beim Sauabschießen, wird man wohl nicht zu tief zielen können, weil die Rotte, die Alphasau an der Spitze, blitzschnell aus dem Gebüsch hervorzubrechen pflegt und erschwerend hinzukommt, dass man in der Nacht (Wildschweine sind nachtaktiv) ohnehin nicht besonders gut zielen kann. Unwaidmännisch gilt die Verwendung von Nachtsichtgeräten, Wärmebildkameras etc., die das Zielen aber erleichtern und dafür sorgen, nicht das Leittier zu erlegen (fehlt der Rotte und ist relativ alt und zäh), sondern ein nachfolgendes Jungtier.

    Das ist aber hier nicht gemeint, ich vermute, dass es auf die Untergriffigkeit der verschieden „Jäger“ abzielt, was aber infolge Absenz eines solchen Zieles naturgemäß scheitern muss. Beim Militär haben wir in der Grundausbildung gelernt, dass der Soldat den Gegner nicht in den Unterleib schießt, was aber im Zuge einer spezielleren Ausbildung ein wenig relativiert wurde.

    Persönlich angesprochen hat mich das Gleichnis vom Fischer, der auch noch bei Sparlicht im trüben Wasser fischt (Ich fische, fische, muss hier fischen! [Orff, die Kluge]).
    Als gelernter Bombenliebhaber und Karbidfischer (sanftere Form des Dynamitfischens)
    weiß ich, dass man damit zwar keine köstlichen Kanalkarpfen, dafür aber einige Ratten erbeuten kann.

    Die Zweite Strophe trifft zwar nicht ganz unerwartet, dafür aber trotzdem hart: der Verzehr (also Produktion von Geistesgut), der zwar nicht explicit genannt aber unterstellt wird, von Ware aus mindestens zweiter Hand, also aufgewärmte Geschichten, alles schon mal dagewesen...
    Ich danke herzlich!
    Aber die geschätzte Autorin möge bedenken, dass so ein Vorwurf allzu leicht bumerangartig auf den Ausgangpunkt zurückkehren könnte, man werfe nur einen Blick auf die Form des vorliegenden Elaborates!

    Zu den drei Doppeldingern fällt mir nicht mehr viel seltsam Anmutendes ein, jeder möge sich da selbst etwas zurechtlegen, es ist ohnehin alles klar, außer dass angeblich in kurzer Zeit eine Lyrikabtreibungspille (für Mann und Frau gleichermaßen einsetzbar) auf den Markt kommen soll (habe ich gehört).

    Danke für den köstlichen Kakao, der zwar süß und bitter zugleich war, mir aber dennoch ein wenig unter die Nase ging.

    lg
    Dragomir Seltsam
    Geändert von Dr. Seltsam (06.06.2012 um 11:31 Uhr)
    liaba den jandl im pfandl, ois de jelinek im herrgodseck (von mia)

  3. #3
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    hallo drago
    erst mal danke für die waidmännische sachinformation.
    den rest hast du so geschickt verpackt, dass ich nicht weiss, soll ich gleich in den gartenteich springen oder erst noch einmal in den ofen schiessen.
    dass ich zum x-ten mal das selbe alte brot aufbacke, hatte einen aktuellen anlass.
    man fehlt aber manchmal auch bei der themenwahl.
    danke für den lesespass
    wilma27
    p.s. für die müllkippe, weil es das zweite am tag war. das war wieder ein anderer aktueller anlass.

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