1. #1
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    plätscherreime

    ich hab der wasseramsel zugeflüstert
    und sah sie nicken mit dem ganzen körper.
    doch wollte sie nicht sagen, wo sie nistet,
    aus angst, ich sei vielleicht ein eiermörder.

    die wutach plätscherte in leisen wellen
    übern kies, ganz ohne uns zwei zu beachten.
    von oben schien der unbewegte felsen
    uns aus den augenwinkeln zu betrachten.

    auf einmal stürzte kühn von ihrem steine
    die amsel, streifte fast die steile felswand,
    und tauchte ein in meine plätscherreime,
    womit ich mich dann ganz zufrieden abfand.

    ob sie wohl freude fühlte ob dem staunen,
    das ihre tauchkunst ringsherum hervorrief?
    den wald durchlief ein beifälliges raunen,
    ein bisschen neidisch, eh es wieder einschlief.

    die unverhofften kleinen alltagsfluchten,
    sie zählen, denk ich, mehr als alles andre,
    indes ich durch die stillen wutachschluchten
    unverdrossen weiter wandre.
    Geändert von kaspar praetorius (06.06.2012 um 09:58 Uhr)

  2. #2
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    Hi, wilma27 -

    daß einen eine Wutachschluchtwanderung zum Dichten anregt, kann ich mir sehr gut vorstellen.
    Ich kenne sie nämlich auch.
    Warum kommen mir manche der Verse so - hm - unbeholfen vor?
    Ich habe sie trotzdem mit leiser Wehmut gerne gelesen.

    LG
    Barbarossa

  3. #3
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    hallo barbarossa
    deine frage soll wohl eine rhetorische sein?
    ich kann mir gut vorstellen, dass du die antworten weisst. (ich wüsste auch welche, aber deine interessieren mich mehr).
    unbeholfen - ungeholfen

    aber schade, wenn da wehmut entsteht. ich hoffe, dass sie mit schönen erinnerungen zu tun hat.
    lg wilma27

  4. #4
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    Ja, damit hat es zu tun.
    Warum interessieren Dich meine Antworten nicht mehr?
    Ist Antwort gleichzusetzen mit Kommentar?


    LG
    B.

  5. #5
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    irgendwie scheint mir da von dir oder von mir was missverstanden worden zu sein.
    mich interessieren deine antworten. das "nicht" stammt nicht von mir.
    w.

  6. #6
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    Zitat Zitat von wilma27 Beitrag anzeigen
    ich hab der wasseramsel zugeflüstert
    und sah sie nicken mit dem ganzen körper.
    doch wollte sie nicht sagen, wo sie nistet,
    aus angst, ich sei vielleicht ein eiermörder.

    die wutach schickte unterdessen wellen
    vorüber, ohne uns zwei zu beachten. *
    darüber schien der unbewegte felsen
    uns aus den augenwinkeln zu betrachten.

    auf einmal stürzte kühn von ihrem steine
    die amsel, streifte fast die steile felswand, *
    und tauchte ein in meine plätscherreime,
    womit ich mich dann ganz zufrieden abfand.

    ob sie wohl freude fühlte ob dem staunen,
    das ihre tauchkunst ringsherum hervorrief?
    den wald durchlief ein langanhaltend raunen
    aus ehrfurcht, eh er wieder friedlich einschlief. *

    die unverhofften kleinen alltagsfluchten,
    sie zählen, denk ich, mehr als alles andre,
    indes ich durch die stillen wutachschluchten
    unverdrossen weiter wandre.

    In welchen Versen ich gestolpert bin (Rhythmus), siehst Du an Sternchen.
    Ich kann das aber nicht an etwas Bestimmtem festmachen, es ist leider nur ein Bauchgefühl.

    (Das "nicht" hab ich mir versehentlich dazugelesen).

    Herzlichen Spätgruß
    von
    Barbarossa

  7. #7
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    hallo barbarossa
    danke für das erneute beschäftigen mit meiner albumpoesie.
    die drei von dir bezeichneten stellen litten an einem schlechten zeilenübergang, weil die eine zeile mit senkung aufhörte, die folgende mit senkung begann.
    danke für deinen hinweis.
    ich habe mit zwei verschiedenen tricks versucht, diese lesebremsen auszumerzen. eine liess ich stehen, weil dort ein bisschen inversion und kunstpause von mir aus sein darf.
    ob es jetzt schon etwas mehr taugt als vorher, überlasse ich deinem urteil.
    lg wilma27

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