Wie schmeckt das? Ist das salzig? Oder bitter? Ich habe keine Ahnung, ich schmecke nichts mehr.
Ich fühle meine Zunge nicht. Ich fühle gar nichts mehr seit ein paar Monaten.
Ich bin voll. Voller Leere. Ich habe da ein Termin, dort eine Klausur, ab und zu muss ich auch Reden halten. Ich habe keine Zeit mehr. Keine Zeit zum Traurigsein.
Ich erliege gnadenlos den Aufgaben. Keine fällt mir leicht. Merkt denn keiner, dass das enorme Kraft kostet?
Kraft, die als Reserve ausliegt. Kraft, die ich bald nicht mehr besitzen werde.
Und keiner versteht mich. Keiner.
Und keiner nimmt es ernst, warum sollte ich dann das Leben ernst nehmen?
Es hat keinen Sinn mehr mich mitzuteilen. Meine Tränen werden stets vergangener Liebe oder verlorenem Glück zugeschrieben.
Und weil ich dachte, dass es wieder verheilt, habe ich es auch vergessen. Und verdrängt.
Nur noch zwei Jahre. Zwei Jahre muss ich es ertragen. Und dann fahr ich weg. Und komme nie wieder. Und dann fliege ich.
Über all den verflossenen Jahren mit all meinen Gedanken zu einem Ort, der mir besser gefällt als dieser hier, der mich zufriedener macht. Einem Ort, an dem ich glücklich bin. Bis an mein Lebensende.