1. #1
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    prinz an dornröschen

    mit kleinen, spitzen nadeln sticht ein lied
    in meinen sommersonneschweren bauch.
    es bricht aus einem heckenrosenstrauch
    in diesen abend, wo es schäumend blüht.

    du singst es gerne, wenn der tag verglüht,
    und rhythmisch dringt es durch den blütenhauch:
    du fühlst den stich der kleinen nadeln auch,
    die rose hat sich nicht umsonst bemüht!

    du, meine blume! du, mein süßer duft!
    was wär ich für ein hoffnungsloser schuft,
    wenn dich an diesem abend ich nicht pflückte!

    so, wie ich manchmal einfach jubeln muss,
    weil ich am wegesrand den strauch erblicke.
    sein lied schmeckt wie dornröschens erster kuss.
    Geändert von kaspar praetorius (12.06.2012 um 13:31 Uhr)

  2. #2
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    Hi, wilma27 -

    ich habe mir in diesem Sonett die Augen nach Sarkasmus ausgeschaut, aber keinen gefunden.
    Eher das Gleichnis wie in Goethes "Sah ein Knab...".
    Mir persönlich gefällt es ausgesprochen gut, Dein Gedicht.
    Ist das schlimm?


    LG
    Barbarossa

  3. #3
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    Hallo

    Nein, der Schlimme bin ich, denn mir gefällt es nicht ausgesprochen gut.


    Der Schlussvers und manche Reime sind nicht übermäßig inspiriert, aus meiner subjektiven Sicht, versteht sich, auch beim tiefen, langen Kuss ist ein Adjektiv zuviel am Platz, auch wenn er nur mit einem Lied verglichen wird
    Ich stelle mir da vor, dass sie ihm oder er ihr die Zunge ganz tief in den Hals hängt und dann dauert der Kuss so lange, bis beide mit Zeichen von Erstickung bewusstlos niederkippen.

    lG. e.

    ps:

    Ich habe das gestern schon eingestellt und wieder gelöscht, weil ich mir schwer tue, die Gedichte anderer zu kritisieren, aber es bringt auch nichts, wenn ich Schwachstellen einfach übersehe. Zumindest mir geht es da so.


    Ob dir diese Variante oder das kritiklose Schweigen lieber ist, weiß ich nicht. Aber du brauchst es ja nur kundzutun.
    Geändert von ebannhe (13.06.2012 um 18:28 Uhr)

  4. #4
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    hallo barbarossa
    wieder mal danke fürs reinschauen und kommentieren.
    nach ein paar unschönen gedichten zum thema liebe und erotik hatte ich den drang, mal wieder was nettes zu machen. offenbar ist es mit gelungen, jeden zynismus zurückzuhalten. mission erfüllt.
    dass dir ein gedicht von mir gefällt, ist alles andere als schlimm für mich. seltsame frage.
    lg w.

    hallo ebannhe
    du hast hier einen kommentar gelöscht, in dem du berechtigte kritik an meinem textchen geübt hast.
    danke trotzdem für deine rückmeldung.
    lg w.

    p.s. @ ebannhe
    na, das ging ja prompt. "nicht übermässig inspiriert" könnte als qualifikation schon treffen, weil "nicht übermässig klar formuliert". aber erstens macht so ein forum für möchtegernpoeten in meinen augen nur sinn, wenn da auch kritik kommt. und zweitens möchte ich eigentlich gar nicht "inspiriert" sein. und drittens würde ich, hielte ich mich für einen poeten (egal welchen wetters), einen anderen weg der veröffentlichung suchen.
    Geändert von kaspar praetorius (12.06.2012 um 15:20 Uhr)

  5. #5
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    Hallo wilma27

    Melde mich noch einmal, weil ich erst jetzt dein p.s. gelesen habe.

    Sehr ambivalent, was du in diesen Zeilen sagtst, zum Teil auch unverständlich (für mich) . Was meinst du, wenn du sagst, dass du eigentlich gar nicht inspiriert sein willst u.a. m.

    Mir ging es ganz konkret um a)den Schlussvers, wo mehr drinnen gewesen wäre, nicht nur der tiefe, lange Kuss, der entweder zu tief oder zu lang ist b) um die Reime, da du fast nur männliche Endungen verwendest und im Oktett nur zwei Silben, wirken die hier verwendeten auf mich halt nicht besonders originell.

    Und das im Gegensatz zum Gedicht an sich, das ich sehr wohl für originell und lesenswert halte.
    Da ich das von dir schon wesentlich besser gelesen habe (die nämlichen Reime), habe ich es erwähnt.

    Auch das "Hielte ich mich für einen Poeten" kann ich nur als Paradoxon nachvollziehen.

    Aber wie ja auch das an/auf Beispiel gezeigt hat, stehe ich manchmal gehörig auf dem Schlauch. Und möglicherweise verstehe ich dich ohnehin völlig falsch, da ich gern auch zwischen den Zeilen lese, mit fatalen Ergebnissen - manchmal.

    lG.e.
    Geändert von ebannhe (13.06.2012 um 18:38 Uhr)

  6. #6
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    Schade, daß die Erstfassung verschwunden ist.

    Auch Komms wurden entweder gelöscht oder modifiziert.

    Wie soll man sich da noch zurechtfinden?
    Meine (geplanten) Kommentare laufen ins Leere.

    B.

  7. #7
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    hallo barbarossa
    am text habe ich meines wissens nur die letzte zeile geändert. ursprünglich hiess sie
    sein lied schmeckt wie ein langer, tiefer kuss. das schmeckte ebannhe nicht.
    ansonsten entspricht alles der erstfassung.
    ebannhes kommentar weicht nicht sehr ab von ihrem/seinem ersten und gelöschten.
    ich hoffe, dass du dich nun wieder zurechtfindest.
    lg wilma27

    hallo ebannhe
    wie ich schon sagte, finde ich deine kritik berechtigt. ich danke dir trotzdem für die präzisierungen.
    lg wilma27
    Geändert von kaspar praetorius (13.06.2012 um 19:36 Uhr)

  8. #8
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    hallo anjuleanga
    danke fürs lesen und kommentieren.
    stachlig gleich sperrig?
    dass du das als düster und grimmig erlebst, was für mich sinnbild grösster freude ist, ist interessant. (wäre es anders angekommen, wenn es in rubrik "erotik" stünde?)
    der grosse goethe hat nicht gevatter gestanden, ehrlich.
    und zur "inversion": die von dir vorgeschlagene satzstellung ist nicht weniger inversiv als meine. aber in deiner (in)version wird das "ich" betont, was im zusammenhang sinnlos ist, in meiner (in)version wird das "dich" betont, was mit geringfügig sinnvoller scheint.
    jawoll! heckenrosen sind süss (zum anschauen)! ich kenne aber nichts hochprozentiges in der art. oder meinst du, ich war besoffen, weil die kohärenz der bilder fehlt?
    lg wilma27

  9. #9
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    hallo anjuleanga
    im nebensatz steht nach der deutschen regel das konjugierte verb am schluss. das haben unsere versionen gemeinsam. damit sind sie grammatikalisch korrekt. "inversion" kann also nur noch heissen, dass die übrigen satzglieder ihre plätze vöillig legal unter sich tauschen.
    in deiner abfolge wird im iambus das "ich" übermässig hervorgehoben, in meinem das "dich". am schönsten wäre wohl, wenn man "an diesem abend" an den anfang setzte. aber wem bringt das jetzt noch was?
    rhythmisch-metrisch kann ich zwischen usneren versionen beim besten willen keinen unterschied merken.
    hoffentlich schmeckt es nach gärung und brand besser.
    lg wilma27

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