Im Kinderschutzbund

©Hans Hartmut Karg
2012

Sie hatte Krebs und war schon ziemlich alt,
Ihr Omaherz gehörte gleichwohl ganz den Kindern.
Damit es um die Kinder nicht mehr schlimm und kalt
Entzog sie die für Stunden aller Not und ihren Schindern.

Da war ein ziemlich blasses Büblein, dem sie half
Und das sie ehrenamtlich nachmittags betreute,
Während die schmale Mutter mit dem Zuhälter, dem Ralf,
Anschaffen ging – und nichts sie wirklich reute.

Und einem kleinen Mädchen nahm sie deren Todesangst
Vor einem trinkenden und prügelnden Stiefvater,
Indem energisch sie der Mutter riet: „Ja, Du verlangst
Von ihm, er möge zur Entziehung, zum Berater!“

So half sie still und wertvoll diesen armen Kleinen,
Die da ganz unten ohne Beistand waren.
Trotz ihrer Krankheit war sie immer auf den Beinen,
Denn es gab arme Kinderherzen noch in Scharen.

Als sie – schon todkrank – würdig ausgezeichnet wurde
Und für ihr Engagement von ihrer Stadt ganz hoch geehrt,
Umarmte sie zum Feierende gar ein alter Kurde
Für diese Menschlichkeit und deren Würdewert.

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