Da ist nirgends eine Aussicht auf Nacht,
als der Bürgermeister die Rede hält.
Er drescht in bewährter Manier leeres Stroh.
Sieht aus, als ob keiner wirklich zuhört.
Da wirft ein Kind etwas runter vom Turm,
was zu zwei, drei forschenden Blicken führt.

Bis schliesslich der Redner kurz inne hält
und den Blick hebt. Oben schaut, blond wie Stroh,
ein Köpfchen über die Brüstung. Und hört!
Da kommen doch Hilferufe vom Turm?
Schnell zur Treppe, die zur Turmspitze führt!
Es soll Sturm geben diese Sonnwendnacht!

Ein Alter kaut ruhig ein Hälmchen Stroh,
lauscht, wie das Trampeln im Turm sich anhört
wie ferner Donner. Wie es steigt im Turm,
hoch hinauf, vom Bürgermeister geführt.
Wie es stockt. Langsam senkt sich nun die Nacht,
während die Menge den Atem anhält.

Es blitzt hinterm Wald und gleich darauf hört
man richtigen Donner. Oben im Turm
nimmt ein Mann das Kind an der Hand und führt
es die Treppe hinab. Da ist die Nacht
schon und was sie an Wetter bereithält.
Gut, liegt das Braunvieh schon im Stall im Stroh!

Es dauert, bis sich geleert hat der Turm
und der Vater das Kind zur Mutter führt.
„Kind, was wolltest du so kurz vor der Nacht
dort? - Die Sonne wenden sehen!“ Ein Stroh-
hälmchen zuckt zwei Mal gefährlich, doch hält
der Mann es fest, wobei man ihn kichern hört.

„Kind, wie du wurde ich einst genasführt.
Die Sonne wendet nicht! Stark ist die Nacht!
Aus grünen Halmen macht sie dürres Stroh.“
Dann lächelt er. Der Bürgermeister hält
seine Rede, obwohl keiner zuhört.
Der Küster schliesst die Türe zum Turm.