Früher sagte ich mir immer wieder: "Jede Idee wurde schon gedacht, jeden Einfall hatte schon vor mir jemand." Ich empfand diesen Gedanken als frustrierend, wollte ausbrechen, neue Welten erforschen. Dabei kam ich wieder und wieder an meine eigenen Grenzen.
Heute finde ich den Gedanken, dass jeder Gedanke schon einmal da war, als erleichternd. Der Gedanke befreit mich von meiner Verantwortung meinen Ideen gegenüber. Ich brauche nicht jede gute Idee, die ich habe, gleich niederzuschreiben, da später jemand anderes auf die selbe Idee kommen kann und dann vielleicht gerade Zeit und Lust hat, dieser Idee eine Form zu geben.
Dazu kommt noch, dass ich in meinem Leben vielen Leuten begegnet bin, die Grossartiges schaffen und geschaffen haben und doch völlig unbekannt sind. Daraus schliesse ich, dass auch umgesetzte Ideen nicht unbedingt von der Umwelt aufgenommen werden. Ein Schreiber sollte deshalb nicht nur seine Ideen, sondern auch deren Umsetzung nicht allzu ernst nehmen.