100 Jahre

©Hans Hartmut Karg
2012

Zwei Jahrhunderte halb erleben,
Gesund und immer freundlich sein,
Zwei Jahrtausende anzusehen
Und blicken in die Zeiten ´rein.

Geboren bei den Bombentrichtern
Zum Ende eines Weltenkriegers,
Bedroht von atomaren Lichtern
Mit dem Programm als Macht des Siegers.

Als Kind Bedrückendes erlebt,
Auch Lug, Betrug und Diebstahl.
Durch Bildung dann doch sehr bestrebt,
Belesen, fein im Wissensgral.

Gemalt, gedichtet, Welt begriffen,
Widmet die Zeit den großen Werken.
Ängste haben sich abgeschliffen,
Weil Bildung Geist und Seele stärken.

Dazu Musik und Violine:
Mit Mozart, Händel, Haydn, Bach.
Verfiel der nicht der Zeitmaschine,
Der groß wurde in seinem Fach?

Wer schrieb die vielen Theorien
Und promovierte ehrlich gar?
Wo sparte er sich die Manien
Und freute sich ganz wunderbar?

Ein Leben lang als Lehrer tätig,
Als Schulleiter ein milder Führer.
Gar manche waren da unflätig,
Doch er, er war kein Kindverführer.

Shakespeare, Goethe und den Schiller:
Früh regte sich die Dichterseele.
Er las Karl May und wurde stiller,
Wenn er die Liebe sich erwählte.

Die Heirat brachte ihm vier Kinder
Und Enkel segneten sein Haus.
So glitt ins Alter er gelinder
Und sah die Jahre wie ein Strauß.

Er muss sich jetzt nichts mehr beweisen,
Blickt voller Dankbarkeit zurück.
So konnte er sich stets bescheiden,
Behielt sich den realen Blick.

Mit 100 ist ihm gottgegeben
Gesundheit und der Liebe Halt.
So wandert er durch dieses Leben:
Humorvoll, frei, ohne Gewalt.

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