Thema: der fremde

  1. #1
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    der fremde

    fremdes volk kam über nacht
    hat zum fremden ihn gemacht
    im eignen haus im eignen land
    trieben ihn zur tür hinaus
    mit worten die er nicht verstand
    raubten alle seine habe
    und sie zwangen ihm alsbald
    das weiße zeichen an den arm

    nun war er freiwild für die bösen
    schikanösen milizisten
    und die horden junger burschen
    prügel gabs für manches wort
    in seiner sprache und sofort
    war hunger täglich sein begleiter
    arbeit gab es ohne lohn
    schließlich trieb man ihn davon

    in der fremde fand er wieder eine bleibe
    doch man wollte ihn nicht leiden
    haut doch ab bloß ihr pollacken
    hin wo ihr män wächgekommen
    also schnackten dort die frommen
    leute die da heimisch waren
    und so zog er weiter fort
    von ort zu ort und blieb ein fremder
    Geändert von Peter von Glatz (15.12.2016 um 16:36 Uhr)

  2. #2
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    Grüß Gott und herzlichen Dank für Deine Zeilen, Anjuleanga! Du hast Dir ja viele Gedanken gemacht und Zeit geopfert. Ich selbsten hab gar nicht so lange nachgedacht. Heuer in der Maiennacht träumte mir, ich säße in Salzburg im Stieglgarten, schaute auf die Türme der Stadt hinab, die im schönsten Sonnenschein lag, und bastelte an einem Gedicht herum. Nach dem Erwachen war alles noch so deutlich, als hätt ichs wirklich erlebt. Schnell schrieb ich die erste Strophe nieder, aber dann verblaßte meine Erinnerung immer mehr, und ich konnte nur noch ein paar Stichworte für die weiteren Strophen aufschreiben: Miliz, Raubüberfälle, Verbot der Muttersprache, Hunger, Zwangsarbeit, Vertreibungen, Notunterkünfte, wieso könnt ihr so gut deutsch, wo liegt denn Schlesien, ihr Pollacken haut bloß ab wo ihr män wächgekommen seid, Fremdgefühl. Jetzt fand ich meine Aufzeichnungen wieder und hab das Gedicht halt rekonstruiert oder neu gestaltet, so gut ich konnte. Ich kenne diesen Fremden und sein Leben. Übrigens: Vielen ist es so ergangen wie ihm. Hab da gar manches gehört und gelesen. Servus, P v G .

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